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Minus 35 Punkte

Mercedes stemmt sich gegen den Ifo-Absturz 05.10.2026, 14:48 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Mercedes-Benz Group 40,10 EUR +0,48 % TTMzero RT
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Die Laune in der deutschen Autoindustrie ist im September regelrecht eingebrochen: Das Ifo-Geschäftsklima der Branche sackte um 13 Punkte auf minus 35 ab – einer der schlechtesten Werte seit Jahren. Die Aktie von Mercedes-Benz stemmt sich dagegen und notiert am Nachmittag rund 0,9 Prozent fester bei 40,27 Euro, nachdem sie im frühen Handel mit 39,40 Euro ein neues Jahrestief markiert hatte. Die Stimmung unter Aktionären bleibt trotzdem angespannt.

Geschäftslage fällt von minus 6 auf minus 31

Besonders drastisch verschlechterte sich laut Ifo die Bewertung der aktuellen Geschäftslage, die von minus 6,1 auf minus 31,3 Punkte abrutschte. Die Erwartungen liegen mit minus 38,6 Punkten sogar noch tiefer. Eine abrupte Kehrtwende gab es bei den Exporterwartungen: Im August standen sie noch bei plus 17,4 Punkten, im September bei minus 15,1. Als zentraler Belastungsfaktor gilt die wachsende Konkurrenz aus China: Chinesische Hersteller drängen mit enormen Überkapazitäten auf den europäischen Markt, weil ihnen der US-Markt durch die Handelspolitik weitgehend versperrt ist.

Aus Anlegersicht bestätigt das Barometer einen lange gehegten Verdacht: Die deutschen Autobauer hätten den Wechsel zur Elektromobilität verpasst und würden nun von der Konkurrenz aus Fernost überholt. Der Grundton zu diesem Punkt ist entsprechend pessimistisch.

E-Auto-Boom mit chinesischen Gewinnern

Paradox wirkt der Stimmungseinbruch vor dem Hintergrund der Zulassungszahlen: Laut Kraftfahrt-Bundesamt kamen im September rund 88.600 reine Elektroautos neu auf die Straße, knapp 95 Prozent mehr als vor einem Jahr. Angetrieben wird der Schub von der staatlichen E-Auto-Prämie. Zu den großen Gewinnern zählen nach Einschätzung der Beratungsgesellschaft EY jedoch chinesische Anbieter wie BYD & Co., die Absatz und Marktanteil kräftig steigerten. Zudem stehe der Boom auf wackligen Beinen – laufe die Förderung aus, drohe ein erneuter Einbruch.

Auf Aktionärsseite stößt die Elektro-Euphorie auf Zweifel. Dass sich das E-Auto tatsächlich auf allen Ebenen durchsetze, sei keineswegs ausgemacht; gerade wenn scheinbar alle in dieselbe Richtung liefen, komme es oft anders als gedacht. Die Haltung bleibt abwartend.

875.000 eigene Aktien in einer Woche

Mercedes selbst kauft unterdessen weiter eigene Aktien zurück. Zwischen dem 28. September und dem 2. Oktober erwarb der Konzern 875.000 Papiere zu gewichteten Durchschnittskursen, die von 41,58 auf 40,02 Euro sanken. Seit dem 1. September summiert sich das Volumen auf gut 3,85 Millionen Aktien. Im Wochenvergleich hat die Aktie dennoch gut 3 Prozent verloren, auf Jahressicht beträgt das Minus mehr als ein Viertel. Unter Anlegern wird der Rückkauf deshalb nüchtern bewertet.

Die Schlagzahl von Mercedes bleibt für das ARP unverändert hoch, damit kann zumindest die 40 stabilisiert werden, aber die Schwäche im Automobilsektor nicht ausgeglichen werden.

Mehrere Aktionäre halten das Abwärtspotenzial nach dem Kursverfall inzwischen für begrenzt: Bei der aktuellen Bewertung sei schon viel Negatives eingepreist, wer jetzt noch auf weiter fallende Kurse setze, gehe ein erhebliches Risiko ein. Solche Einschätzungen stellen keine Anlageberatung dar. Die Stimmung zum Kurs ist damit gespalten zwischen Trendskepsis und der Überzeugung, dass der Boden nahe sein könnte.

Auch BMW, VW und Porsche verlieren im Wochenverlauf

Dass sich laut Ifo auch die Ertragslage verschlechtert hat, spiegelt sich branchenweit an der Börse. BMW notiert mit 54,51 Euro nahezu unverändert, hat binnen einer Woche aber rund 2 Prozent abgegeben. Die Vorzugsaktie von Volkswagen liegt mit knapp 68 Euro gut 5 Prozent unter dem Niveau von vor einer Woche, bei Porsche AG beträgt das Wochenminus bei knapp 43 Euro sogar rund 5,5 Prozent.

Mit der Krise rückt bei Mercedes die Ausschüttung in den Blick. Mehrere Anleger rechnen damit, dass die Dividende gekürzt werden könnte – offen sei vor allem, wie deutlich. Dem wird entgegengehalten, dass langjährige Aktionäre ihren Einsatz über die Dividenden vergangener Jahre längst wieder hereingeholt hätten. Der Ton pendelt damit zwischen Sorge um die künftige Ausschüttung und Gelassenheit der Altaktionäre.

Bn-Redaktion/sb
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