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Nestlé zieht den Stecker

Diese Marke verschwindet 25.09.2026, 13:13 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Nestlé zieht den Stecker: Diese Marke verschwindet
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Special.T verschwindet schrittweise aus dem Markt

Ein sofortiges Ende des Angebots ist nicht vorgesehen. Die noch vorhandenen Teekapseln sollen verkauft werden, solange die Bestände reichen. Nestlé geht derzeit davon aus, dass die Produkte noch bis Ende Februar 2027 verfügbar sein werden. Neue Maschinen für das System werden dagegen bereits jetzt nicht mehr angeboten. Für Geräte, die sich noch innerhalb der laufenden Garantie befinden, soll der Kundendienst bis dahin bestehen bleiben.

Special.T war 2010 auf den Markt gekommen und orientierte sich konzeptionell an der erfolgreichen Kapselstrategie von Nespresso. Die speziell entwickelte Maschine erkannte die eingelegte Teesorte automatisch und passte sowohl die Wassertemperatur als auch die Brühzeit daran an. Das technisch auf Komfort ausgerichtete Konzept konnte sich jedoch nicht in dem Umfang etablieren, den Nestlé offenbar ursprünglich angestrebt hatte.

Schon 2021 hatte der Konzern Konsequenzen gezogen und den Vertrieb deutlich zurückgefahren. Special.T wurde anschließend vollständig über den eigenen Onlinehandel verkauft. Ein Nestlé-Sprecher verwies seinerzeit offen auf den mangelnden Erfolg der Marke im stationären Handel.

Veränderte Teegewohnheiten beschleunigen den Abschied

Für die endgültige Einstellung nennt Nestlé unter anderem veränderte Gewohnheiten beim Teekonsum zu Hause. Gleichzeitig steht der Schritt im Zusammenhang mit einer umfassenderen Überprüfung des Portfolios. Das Unternehmen will seine Ressourcen künftig gezielter auf Marken ausrichten, denen es dauerhaftes Wachstum zutraut.

Damit wird Special.T zu einem weiteren Beispiel dafür, wie Nestlé sein Portfolio stärker fokussiert. Produkte und Marken, die strategisch nicht mehr ausreichend zum Wachstumsprofil des Konzerns passen, geraten zunehmend auf den Prüfstand. Der Rückzug aus dem Teekapselgeschäft ist für die Größe des Gesamtkonzerns zwar ein vergleichsweise kleiner Einschnitt, macht aber sichtbar, nach welchem Muster die Führung ihre Prioritäten neu ordnet.

Im Mittelpunkt steht weniger die Zahl der Marken als vielmehr deren strategische Bedeutung. Für den Konzern bedeutet das, Ressourcen nicht dauerhaft an kleinere Geschäftsbereiche zu binden, wenn deren Entwicklung hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Neue Führungskraft rückt 2027 in die Konzernleitung auf

Parallel zur Portfolio-Bereinigung nimmt Nestlé auch Veränderungen auf Führungsebene vor. Manuela Bernasconi übernimmt zum 1. Januar 2027 die Position der Group General Counsel und wird gleichzeitig Mitglied der Konzernleitung. Sie folgt auf Leanne Geale, die diese Funktion sieben Jahre lang ausgeübt hat.

Bernasconi arbeitet seit 2007 für Nestlé und verfügt damit über langjährige Erfahrung innerhalb des Konzerns. Zu ihren bisherigen Stationen gehörten unter anderem Tätigkeiten bei Nespresso sowie in den Unternehmensregionen Lateinamerika und Amerika.

CEO Philipp Navratil begründete die Personalentscheidung mit Bernasconis "tiefer juristischer Expertise" und ihrem langjährigen Verständnis für den Konzern. Der Wechsel erhält zusätzliche Bedeutung, weil Nestlé gleichzeitig seine operative und strategische Struktur weiterentwickelt.

Der Abschied von Special.T ist dabei nur ein Baustein innerhalb dieser Veränderungen. Unter Navratil richtet Nestlé den Konzern stärker auf Kernmarken und Geschäftsfelder aus, denen das Management langfristiges Wachstumspotenzial beimisst. Das Ende des Teekapselsystems zeigt damit weniger einen einzelnen Produktmisserfolg als vielmehr, wie konsequent Nestlé kleinere oder schwächer positionierte Aktivitäten innerhalb seines Portfolios überprüft.

Bn-Redaktion/aw
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