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Rückruf

VW-Aktie bleibt trotz Lenkungsproblem stabil 25.09.2026, 14:19 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Volkswagen (VW) Vz 71,90 EUR +0,64 % Baader Bank
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Ein drohender Lenkungsausfall bei knapp einer Million Autos lässt die VW-Aktie kalt. Die Vorzugsaktien notieren am Freitagmittag mit 71,22 Euro nahezu unverändert (plus 0,14 Prozent) – nach einer Woche, in der das Papier bereits rund zwölf Prozent eingebüßt hatte. Unter Aktionären überwiegt dennoch Skepsis.

Korrosion an der Lenkungsverschraubung

Nach Daten des Kraftfahrt-Bundesamts kann eine Schraube an der Lenkung durch Korrosion abreißen, im Extremfall droht ein Ausfall der Lenkung. Betroffen sind die VW-Modelle Tiguan, Touran, Golf, Golf Variant und Caddy aus den Baujahren September 2013 bis Juli 2024 – weltweit potenziell fast 2,16 Millionen Fahrzeuge, davon knapp 900.000 in Deutschland. Hinzu kommen rund 700.000 Audi Q3, gut 58.500 davon hierzulande, sowie die Seat-Modelle Ateca und Tarraco. Audi zufolge fiel das Problem bei internen Qualitätsprüfungen auf und trete erst nach langjährigem Betrieb unter Streusalz-Einfluss auf. Personen- oder weitergehende Sachschäden seien bislang nicht bekannt, in der Werkstatt werde die Schraube gegen eine korrosionsresistentere getauscht.

Wie schwer die Werkstattaktion wiegt, wird unter Anlegern unterschiedlich beurteilt. Eine Stimme sieht das eigentliche Problem weniger in der Technik als im Image des Konzerns:

1.000.000 Fahrzeuge ist schon hart. Das Vertrauen das hier weiter geschädigt wird, dürfte noch schwerer als der Rückruf wiegen.

Ein anderer Aktionär reagiert dagegen abgeklärt: Solche Vorfälle sei man bei Volkswagen mittlerweile gewohnt, es sei nicht das erste Mal. Alarmstimmung kommt wegen des Rückrufs selbst kaum auf – eher Ernüchterung.

Kurs bewegt sich kaum

Die Aktie pendelte im bisherigen Handelsverlauf zwischen 70,20 und 71,66 Euro und bewegt sich damit in der Nähe ihres Jahrestiefs. Vor einem Jahr kostete das Papier noch rund 91 Euro, das Zwölfmonatshoch lag bei knapp 109 Euro. Eine Stellungnahme von Volkswagen zu dem Lenkungsproblem lag zunächst nicht vor, die Kosten der Aktion sind damit offen.

Gerade die ausbleibende Reaktion wirft Fragen auf. Offen sei, wann die Rückrufaktion überhaupt eingepreist werde, lautet ein Einwand. Vereinzelt wird erwartet, dass der Vertrauensschaden erst mit Verzögerung auf der Notierung lasten könnte. Die Stimmung bleibt abwartend bis misstrauisch.

Prognosesenkung als eigentliche Belastung

Der Kursrückgang der vergangenen Tage geht vor allem auf die am 18. September gesenkte Jahresprognose zurück. Volkswagen erwartet für 2026 nur noch eine operative Umsatzrendite von höchstens 1,0 Prozent statt zuvor 4,0 bis 5,5 Prozent. Belastend wirken Sondereffekte von insgesamt rund zehn Milliarden Euro, darunter eine Abschreibung von etwa sechs Milliarden Euro auf den Firmenwert von Porsche. Ohne diese Effekte läge die Marge bei rund 4 Prozent. Als Gründe nennt der Konzern die schwache Marktlage in China, den Umbau des Unternehmens und die bislang geringeren Margen bei Elektroautos.

Hier setzt die grundsätzlichere Kritik von Aktionären an. Nicht der Rückruf, sondern die Umsatzentwicklung und der Rückstand bei der Elektromobilität seien der wahre Belastungsfaktor, heißt es. Noch weiter geht die Einschätzung, gegen die gewachsene internationale Konkurrenz könnten deutsche Autobauer kaum noch mithalten – frühere Kursniveaus gehörten deshalb der Vergangenheit an. Der Blick auf die Perspektiven des Konzerns fällt entsprechend pessimistisch aus.

Bn-Redaktion/sb
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