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Iran-Gespräche

Ölpreis gibt trotz Huthi-Raketen weiter nach 25.09.2026, 14:27 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Brent kostet am Freitagnachmittag 98,73 US-Dollar je Barrel und damit 1,8 Prozent weniger als am Vortag. Die Aussicht auf eine diplomatische Lösung zwischen Washington und Teheran wiegt am Markt derzeit schwerer als die jüngsten Raketenangriffe der Huthi-Miliz auf saudische Ziele. Unter Anlegern mischt sich vorsichtige Zuversicht mit Zweifeln, ob ein Abkommen tatsächlich zustande kommt.

Gespräche über Hormus dämpfen die Risikoprämie

Unterhändler der USA und des Iran loten in New York einen stufenweisen Ausweg aus dem Konflikt aus. Im Kern geht es darum, dass Teheran die Straße von Hormus schrittweise wieder für den Schiffsverkehr öffnet, während Washington im Gegenzug die Blockade iranischer Häfen und wirtschaftliche Sanktionen lockert. Aus dem Weißen Haus hieß es, US-Präsident Donald Trump bleibe gesprächsbereit, sehe die eigene Verhandlungsposition wegen Sanktionen und Seeblockade aber als stark an.

Dass inzwischen mehrere Berichte über ein konkretes Modell vorliegen, gilt einem Anleger als wichtige Bestätigung der Gespräche – zugleich betont er, dass von einem fertigen Deal noch keine Rede sein könne. Deutlich skeptischer fällt der Blick auf die Beteiligten aus: Ein umfassendes Abkommen setze voraus, dass sich auch Israel daran halte, was angesichts der Lage im Gazastreifen schwer vorstellbar sei, lautet ein Einwand. Realistisch sei allenfalls ein Kompromiss allein zwischen Iran und den USA. Die Grundstimmung bleibt abwartend.

Huthi-Angriffe halten das Angebot unter Druck

Die Entspannung am Ölmarkt ist fragil. Die Huthis gaben an, am Donnerstag Dutzende Raketen und Drohnen auf Ziele in Saudi-Arabien abgefeuert zu haben; die saudischen Behörden meldeten sechs abgefangene ballistische Raketen. Die Angriffe beeinträchtigten zeitweise die Exporte des weltgrößten Ölexporteurs. Parallel beraten die Militärchefs Saudi-Arabiens, der Türkei und Pakistans über einen Verteidigungspakt gegen die Miliz. Durch die Straße von Hormus bewegt sich weiterhin nur ein Bruchteil des früheren Frachtvolumens.

Bemerkenswert ist, dass die Attacken in den Einschätzungen von Anlegern kaum eine Rolle spielen: Der Blick richtet sich fast ausschließlich auf die Verhandlungen über Hormus.

Zwischenwahlen als politischer Zeitfaktor

Innenpolitisch steht Washington unter Zugzwang, denn die hohen Energiepreise belasten die US-Verbraucher spürbar. Daraus wird gefolgert, Trump müsse den Konflikt spätestens vor den Zwischenwahlen im November entschärfen – eine These, die unter Investoren auch Zustimmung findet.

Den Menschen in den USA stinkt der hohe Ölpreis und der kostspielige Konflikt noch mehr als uns in Europa. Ich glaube er macht einen Deal und verkauft den so, dass er der Sieger ist.

Trump selbst hatte zuletzt allerdings angedeutet, eine Einigung sei eher unmittelbar nach der Wahl zu erwarten – der Zeitplan bleibt damit offen. Der Markt preist die Hoffnung dennoch bereits ein: Die US-Sorte WTI verbilligt sich um 2,1 Prozent auf 92,81 US-Dollar. Brent hat im Wochenverlauf rund 5 Prozent abgegeben, liegt aber noch gut 40 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr.

Wie stark die Energiepreise inzwischen auf die Konjunktur durchschlagen, zeigt das deutsche Konsumklima: Der Index fällt für Oktober auf minus 30,6 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Mai, Hauptgrund sind Sorgen vor steigenden Energiekosten. Der DAX profitiert vom nachgebenden Ölpreis und legt 0,3 Prozent zu. Sollten die Gespräche ins Stocken geraten oder die Huthis ihre Angriffe ausweiten, könnte die Risikoprämie allerdings rasch zurückkehren.

Bn-Redaktion/sb
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