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Rheinmetall rutscht gegen festen Markt ab 25.09.2026, 12:13 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Rheinmetall schwächelt zum Wochenschluss erneut. Während der DAX dank etwas nachgebender Ölpreise zulegt, verliert die Aktie des Rüstungskonzerns bis zum Mittag 1,9 Prozent auf 976,45 Euro – im Tagestief waren es 969,70 Euro. Unter Aktionären überwiegt die Skepsis, ob sich die gut gefüllten Auftragsbücher bald wieder im Kurs niederschlagen.

Fidelity fällt unter die Meldeschwelle

Neu auf dem Tisch liegt eine Stimmrechtsmitteilung: Der US-Vermögensverwalter FMR, Muttergesellschaft von Fidelity, hat seinen Anteil an Rheinmetall am 18. September von 3,02 auf 2,78 Prozent reduziert und damit die Schwelle von drei Prozent unterschritten. Zugerechnet werden FMR nun gut 1,3 Millionen Aktien, die über Tochtergesellschaften gehalten werden. Für sich genommen ist die Verschiebung klein – sie fällt aber in eine Phase, in der der Titel ohnehin kaum Rückenwind hat.

Unter Aktionären wurde die Meldung durchaus registriert, eingeordnet wird sie aber eher als Teil eines größeren Musters. Ein Aktionär argumentiert, große Adressen schichteten schlicht in andere Werte, Anleihen oder Cash um, wenn sie dort in kürzerer Zeit mehr Rendite erwarteten. Ein anderer vermisst seit geraumer Zeit eindeutige positive Signale. Der Ton ist nüchtern bis ernüchtert.

Werftensparte zwischen Auslastung und Auftragslücke

Auch im Marinegeschäft bleibt die Lage gemischt. Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard erwartet vom Verteidigungsministerium neue Aufträge für die Werften in Hamburg und Wolgast; der Bund solle vermeiden, beim Fregattenbau am Ende nur mit einem Anbieter verhandeln zu müssen. Die Auslastung der Rheinmetall-Werft Blohm+Voss sei zunächst gesichert, dort entstünden Flottendienstboote, zudem würden Korvetten ausgerüstet. Zum Problem könnte die Auslastung demnach erst mittelfristig werden. Hintergrund ist der im Juni verkündete Stopp der sechs F126-Fregatten, an denen die von Rheinmetall übernommene NVL Group beteiligt war. Den Folgeauftrag erhielt TKMS; die Kieler Aktie notiert mit 84,60 Euro nahezu unverändert.

Dass volle Orderbücher allein den Kurs nicht tragen, bringt ein Aktionär mit spürbarem Frust auf den Punkt:

Dauernd heißt es dass die Auftragsbücher voll sind. Gewinne nehmen zu bzw Rmh wird immer profitabler, aber hier am Markt wirkt sich das nicht aus.

Hinzu kommt aus seiner Sicht eine Asymmetrie: Gute Nachrichten verpufften, während schon kleine negative Meldungen spürbare Abschläge auslösten. Genau deshalb dürfte eine Nachricht wie die zu möglichen neuen Marineaufträgen erst dann Gewicht bekommen, wenn tatsächlich Verträge folgen.

Kurs nähert sich dem Jahrestief

Charttechnisch ist die Bilanz deutlich: Auf Wochensicht hat die Aktie rund 4 Prozent abgegeben, vor einem Jahr notierte sie noch bei gut 1.960 Euro – der Wert hat sich seither also etwa halbiert. Das Jahrestief bei 937,60 Euro liegt nur noch rund 4 Prozent unter dem aktuellen Niveau.

Wie belastbar die Zone knapp unter 1.000 Euro ist, wird unterschiedlich beurteilt. Wer auf die jüngste Stabilisierung schaut, verweist darauf, dass die Aktie am Morgen zeitweise wieder über 990 Euro stand und sich hartnäckig in diesem Bereich hält; ein Anleger ist überzeugt, die Risiken seien inzwischen weitgehend eingepreist. Vereinzelt wird dagegen eine nächste Unterstützung erst bei 837 Euro gesehen. Dass eine rasche Erholung bevorsteht, glaubt kaum jemand – die Stimmung schwankt zwischen Abwarten und Resignation. Solche Einschätzungen stellen keine Anlageberatung dar.

Ob die Aktie die Marke von 1.000 Euro zurückerobern könnte, dürfte davon abhängen, ob aus den Erwartungen im Marinebereich und den übrigen Auftragsaussichten konkrete Bestellungen werden.

Bn-Redaktion/sb
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