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Neues Jahrestief

Nike sackt nach schwachem Ausblick ab 02.10.2026, 13:11 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Nike rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit deutlich schrumpfenden Erlösen. Bis Ende Mai 2027 soll der Umsatz im hohen einstelligen Prozentbereich sinken – Analysten hatten im Schnitt nur 2,4 Prozent Minus erwartet. Die Aktie fällt im deutschen Handel um gut 7 Prozent auf 28,09 Euro und markiert ein neues Jahrestief; vorbörslich in New York deutete ein Abschlag von rund 10 Prozent am Vormittag sogar auf den tiefsten Stand seit 2013 hin. Unter Aktionären ist der Ton entsprechend gereizt.

China-Geschäft bricht um ein Fünftel ein

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende August sank der Umsatz um 4 Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar, der Gewinn um 2 Prozent auf 712 Millionen Dollar. Dass Nike je Aktie mehr verdiente als erwartet, ging im Ausblick unter. Besonders schwach lief Großchina mit einem Erlösrückgang von gut einem Fünftel. Konzernchef Elliott Hill verwies auf zurückhaltende Verbraucher, zugleich belasten seit Ende Juli neue US-Zölle auf Importe aus China und Vietnam die Branche.

Aus Anlegersicht trifft Nike damit ein schwieriges Umfeld: Der chinesische Markt kämpfe generell, dazu drückten Ölpreise und Inflation auf die Kauflaune amerikanischer Kunden. Der Einwand der Skeptiker: Die Probleme säßen tiefer als die Konjunktur, die Konkurrenz biete inzwischen Produkte, die qualitativ und preislich überzeugender seien. Die Stimmung zu diesem Punkt bleibt klar gedrückt.

Sparprogramm über 2,5 Milliarden Dollar mit Stellenabbau

Mit dem Programm „Pace“ will Nike bis 2031 rund 2,5 Milliarden Dollar einsparen, die Kosten dafür veranschlagt der Konzern auf etwa eine Milliarde Dollar. Auch Stellen sollen wegfallen. Die Krise ist teilweise hausgemacht: Jahrelang setzte Nike auf den Direktvertrieb und verlor im US-Einzelhandel Regalplatz an Wettbewerber.

Auf Aktionärsseite stößt der Sparkurs überwiegend auf Skepsis. Er komme Jahre zu spät, und vom Management sei bislang kein greifbarer Ansatz einer Wende zu sehen, lautet ein wiederkehrender Vorwurf.

Es ist eine Turnaround Wette wie Lululemon oder Novo. Aber für den Turn müssten auch mal positive Signale oder Entwicklungen zu sehen sein. Und im Übrigen, keiner ist too big to fail.

Langfristig orientierte Aktionäre halten dagegen: Ein Konzern dieser Größe gleiche einem Tanker, bis die Maßnahmen griffen, vergingen wohl zwei bis drei Jahre. Eine Technologie, die Nike überflüssig mache, gebe es schließlich nicht.

Dividende übersteigt den erwarteten Gewinn

Für das Geschäftsjahr peilt Nike einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,15 bis 1,35 Dollar an, Sparprogramm-Kosten ausgeklammert. Die Jahresdividende von 1,64 Dollar läge damit über dem gesamten Zielkorridor. Zuletzt hatte der Konzern die Quartalsausschüttung sogar leicht auf 0,41 Dollar angehoben.

Aus Anlegersicht wird damit eine Kürzung im kommenden Jahr wahrscheinlicher – neben dem Stellenabbau sei eine unveränderte Ausschüttung kaum vermittelbar. Für die Gegenseite ist die Ausschüttung dagegen ein Grund, die Durststrecke auszusitzen. Der Tenor: wachsende Zweifel an der Verlässlichkeit.

Banken kappen Kursziele, Adidas und Puma drehen ins Plus

Goldman Sachs senkte das Kursziel von 38 auf 30 Dollar, UBS von 42 auf 34 Dollar, JPMorgan von 40 auf 33 Dollar. Bei UBS hieß es, die Bewertung sei trotz des Abwärtstrends nicht günstig – externe Einschätzungen, keine redaktionelle Empfehlung. Die deutschen Konkurrenten hielten sich nach anfänglichen Verlusten robust: Puma gewinnt 2,4 Prozent auf 22,73 Euro, Adidas 1,4 Prozent auf 144,15 Euro. Am Markt gelten Nikes Probleme als weitgehend hausgemacht.

Ob der Kurs nach dem Rückgang auf weniger als die Hälfte binnen eines Jahres schon niedrig ist, wird unter Anlegern kontrovers gesehen. Wer auf die Weltmarke, die Marktanteile und die weiterhin hohen Quartalsgewinne verweist, hält Nike für unterschätzt. Skeptiker halten dagegen, ein optisch niedriger Kurs besage wenig; ähnliche Hoffnungen habe es schon bei Puma oder HelloFresh gegeben. Die Stimmung schwankt damit zwischen trotziger Zuversicht und wachsender Ernüchterung.

Bn-Redaktion/sb
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