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Nike vor dem Neustart

Kann der Milliarden-Umbau die Wende bringen? 02.09.2026, 16:57 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Nike vor dem Neustart: Kann der Milliarden-Umbau die Wende bringen?
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JPMorgan bleibt skeptisch und sieht Gefahr für die Gewinnschätzungen

Zusätzlichen Gegenwind erhält Nike von Analystenseite. Gestern bestätigte JPMorgan die Einstufung der Aktie mit „Sell“ und verwies insbesondere auf mögliche Abwärtsrisiken bei den kommenden Gewinnschätzungen. Als Belastungsfaktoren gelten neben dem hohen Wettbewerbsdruck vor allem die konjunkturelle Schwäche in China und die dort laufende Neuordnung der Geschäftsabläufe.

Wie angespannt die Situation zuletzt war, zeigte das vierte Quartal, das am 30. Juni endete. Nike erzielte einen Gewinn je Aktie von 0,20 US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen des Marktes leicht. Beim Umsatz konnte der Konzern die Schwäche jedoch nicht vollständig kompensieren: Die Erlöse gingen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,1 Prozent auf 10,97 Milliarden US-Dollar zurück.

Damit bleibt insbesondere die Kaufzurückhaltung in wichtigen Absatzregionen ein zentrales Thema. Für Nike geht es deshalb nicht nur darum, kurzfristig Kosten und Bestände zu kontrollieren, sondern zugleich die Attraktivität der Marke gegenüber einer wachsenden Zahl von Wettbewerbern zu stärken.

Neuer Finanzchef soll Nike mehr operative Disziplin bringen

Besondere Aufmerksamkeit dürfte deshalb dem Bericht zum ersten Quartal gelten, der für Ende September oder Anfang Oktober erwartet wird. Im Fokus stehen dabei auch die ersten Signale des neuen Finanzvorstands David Denton. Er hat sein Amt am 17. August übernommen und soll unter anderem für eine diszipliniertere Umsetzung der Strategie sowie eine effizientere Kapitalallokation sorgen.

Parallel arbeitet Nike an einer umfangreichen Bestandsbereinigung. Ältere und weniger gefragte Produkte sollen aus den Vertriebskanälen verschwinden, damit wieder mehr Raum für neue Modelle und Innovationen entsteht. Dieser Prozess ist für die strategische Neuausrichtung wichtig, dürfte nach den vorliegenden Prognosen aber zunächst seinen Preis haben: Für das Geschäftsjahr 2027 wird mit einer Belastung des Umsatzwachstums gerechnet.

Auf längere Sicht fallen die Erwartungen deutlich freundlicher aus. Bis 2029 könnte Nike einen Umsatz von 49,0 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinn von 3,7 Milliarden US-Dollar erreichen. Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass der Konzern seine Profitabilität über mehrere Jahre hinweg kontinuierlich steigern kann.

Neue Produkte und Running-Offensive sollen Markenstärke zurückholen

Ein wesentlicher Bestandteil der Neuaufstellung ist die stärkere Konzentration auf technische Innovationen und spezialisierte Produktlinien. Mit der Ausweitung der „Strength Pro“-Ausrüstung versucht Nike beispielsweise, seine Position im professionellen Trainingsbereich auszubauen. Die Produkte kommen bereits in Elite-Trainingszentren wie dem Kaiser Permanente Performance Center zum Einsatz.

Auch im wichtigen Running-Segment meldete das Unternehmen zuletzt Fortschritte. Dort konnte Nike seinen Marktanteil um fünf Prozentpunkte steigern. Solche Zugewinne sind für den Konzern von besonderer Bedeutung, da gerade im Laufschuhgeschäft zahlreiche neue und etablierte Konkurrenten um die Aufmerksamkeit der Kunden kämpfen.

Zusätzlich setzt Nike auf gezielte Produktveröffentlichungen, um die Markenrelevanz zu erhöhen. Für den 1. Oktober ist eine Neuauflage des Modells „Nike Mind 001“ angekündigt. Der Schuh basiert nach Unternehmensangaben auf neurowissenschaftlichen Erkenntnissen und verfügt über 22 Schaumstoff-Knoten in der Sohle. Der Verkaufspreis soll bei 95 US-Dollar liegen. Angeboten wird das Modell ausschließlich über die eigenen digitalen Vertriebskanäle von Nike.

An der Börse zeigt sich weiterhin, wie groß die Zweifel am Erfolg der laufenden Transformation sind. Die Nike-Aktie notiert aktuell bei 32,86 Euro und hat seit Jahresbeginn bereits 37 Prozent an Wert verloren. Damit liegt das Papier nur noch 0,3 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 32,77 Euro. Die Marktkapitalisierung beträgt derzeit umgerechnet 49,96 Milliarden Euro. Damit treffen bei Nike derzeit ambitionierte langfristige Ziele auf erhebliche kurzfristige operative Herausforderungen.

Bn-Redaktion/aw
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