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Öl außer Kontrolle?

Brent nähert sich 110 Dollar 15.09.2026, 21:02 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Öl
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Öl (WTI) 105,51 USD +3,57 % Lang & Schwarz

Brent steigt erneut deutlich

Die Nordseesorte Brent verteuert sich am Dienstag zeitweise um knapp 3 % auf rund 108,74 Dollar je Barrel, umgerechnet ungefähr 94,22 Euro. Die US-Sorte WTI steigt ebenfalls fast 5 % und erreicht rund 106,12 Dollar, umgerechnet etwa 91,95 Euro. Damit setzt sich die starke September-Rally fort. Noch am Freitag hatte Brent bei rund 104,50 Dollar geschlossen. Die Marke von 100 Dollar ist inzwischen nicht mehr nur kurzfristig überschritten, sondern hat sich zum neuen Referenzniveau entwickelt.

Saudische Pipeline bleibt außer Betrieb

Ein entscheidender Preistreiber ist die weiterhin geschlossene East-West-Pipeline in Saudi-Arabien. Die wichtige Verbindung transportiert normalerweise Rohöl aus den Förderregionen im Osten zum Hafen Yanbu am Roten Meer und ermöglicht damit eine Umgehung der Straße von Hormus. Nach Angriffen auf die Infrastruktur bleibt diese Alternative derzeit eingeschränkt. Eine vollständige Reparatur könnte mehrere Wochen dauern, wodurch dem Markt ein wichtiger Puffer fehlt.

Transportwege bleiben ein Risiko

Zusätzlich verschärft die Lage im Roten Meer die Unsicherheit. Angriffe und Drohungen rund um den Bab al-Mandeb erhöhen das Risiko für den internationalen Schiffsverkehr. Gleichzeitig bleibt die Straße von Hormus für den Ölhandel ein zentraler Unsicherheitsfaktor. Treffen Probleme an mehreren wichtigen Transportrouten gleichzeitig aufeinander, kann selbst ohne weiteren Produktionsausfall die verfügbare Versorgung am Weltmarkt deutlich schwieriger werden.

Inflation gerät erneut in den Fokus

Für die Börsen ist der Ölpreisanstieg vor allem wegen seiner Auswirkungen auf die Inflation problematisch. Teurere Energie verteuert Transport, Produktion und zahlreiche Vorprodukte. Die EZB hatte ihre Zinsen zuletzt bereits um 25 Basispunkte erhöht. Bleibt Brent dauerhaft oberhalb von 100 Dollar, könnten Erwartungen an weitere Zinsschritte zunehmen und damit insbesondere zinssensible Aktien zusätzlich belasten.

DAX bleibt vom Öl abhängig

Für den DAX wird deshalb entscheidend, ob sich die Öl-Rally fortsetzt. Besonders energieintensive Industrieunternehmen, Autobauer, Chemiekonzerne und Transportunternehmen können durch höhere Kosten unter Druck geraten. Eine Entspannung an den wichtigen Export- und Transportrouten könnte den Ölpreis dagegen schnell zurückwerfen. Solange diese Entspannung ausbleibt, bleibt Öl einer der wichtigsten Risikofaktoren für die neue Börsenwoche.

Bn-Redaktion/tb
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