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Öl über 90 Dollar, Renditen auf Rekordkurs

Jetzt wächst der Druck auf die Börsen 18.08.2026, 13:17 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Ölpreis rückt wieder über 90 Dollar

Der Ölmarkt ist erneut zu einem zentralen Belastungsfaktor für die Börsen geworden. Brent-Rohöl stieg am Dienstagmorgen auf rund 91,25 Dollar je Barrel, umgerechnet rund 78,85 Euro. Damit liegt der Preis wieder klar oberhalb der Marke von 90 Dollar, umgerechnet rund 77,77 Euro. Bereits am Montag hatte Brent erstmals seit zwei Wochen wieder oberhalb von 90 Dollar geschlossen. Der Anstieg verstärkt die Sorge, dass höhere Energiekosten den Inflationsdruck länger auf erhöhtem Niveau halten könnten.

US-Renditen erreichen höchsten Stand seit 2007

Parallel steigen die Renditen langlaufender Staatsanleihen kräftig. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erreichte 5,33 % und damit den höchsten Stand seit 2007. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries stieg auf rund 4,74 %. Steigende Renditen gehen mit fallenden Anleihekursen einher und verteuern langfristige Finanzierungen. Zusätzlich belasten Sorgen über hohe Staatsdefizite und ein wachsendes Angebot an Anleihen den Markt.

Verkaufsdruck erfasst Europa und Japan

Der Renditeanstieg beschränkt sich nicht auf die USA. Die Rendite 30-jähriger deutscher Bundesanleihen erreichte 3,78 %, den höchsten Stand seit 2011. Französische Staatsanleihen gleicher Laufzeit stiegen auf 4,9 %, den höchsten Wert seit 2008. In Großbritannien kletterte die 30-jährige Rendite zeitweise auf 5,86 %. Auch Japan ist betroffen. Dort erreichte die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen mit rund 2,96 % den höchsten Stand seit 30 Jahren.

Aktien geraten zwischen Inflation und Zinsen

Für Aktienmärkte ist die Kombination aus teurem Öl und steigenden Anleiherenditen besonders schwierig. Höhere Energiepreise können Kosten erhöhen und gleichzeitig den Inflationsdruck verstärken. Steigende Renditen wiederum erhöhen die Verzinsung konkurrierender Anlageformen und können die Bewertungen von Aktien belasten. Am Dienstag gaben Futures auf den S&P 500 und den Nasdaq 100 angesichts des erneuten Ausverkaufs am Anleihemarkt nach. Besonders langfristig orientierte Anleger müssen deshalb die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen im Blick behalten.

Geldpolitik vor einem neuen Zielkonflikt

Auch für die Geldpolitik wird die Lage komplizierter. Schwächere US-Konjunkturdaten hatten zuletzt die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen gedämpft. Gleichzeitig können Ölpreise oberhalb von 90 Dollar neue Inflationssorgen auslösen, während der Anleihemarkt bereits deutlich höhere langfristige Finanzierungskosten signalisiert. Entscheidend dürfte deshalb sein, ob sich Brent dauerhaft über dieser Marke hält und die Renditen weiter steigen. Bleibt diese Kombination bestehen, könnte der Druck auf Aktien und andere zinssensitive Anlagen weiter anhalten.

Bn-Redaktion/tb
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