Rekord-Export

Doch kommt jetzt der große Absturz? 26.05.2025, 16:42 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Deutschland
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Deutschlands Wirtschaft überrascht – doch droht bald ein böses Erwachen?

BIP-Wachstum überraschend stark: 0,4 % statt 0,2 %

Deutschlands Wirtschaft ist stärker ins Jahr 2025 gestartet als erwartet: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Quartal um 0,4 % – doppelt so viel wie die ursprünglich gemeldeten 0,2 %, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Treiber waren vor allem private Ausgaben, Investitionen und der Außenhandel. Ökonomen warnen jedoch, dass dieser Aufschwung nicht von Dauer sein dürfte.

„Die Entwicklung im ersten Quartal wird sich bald als einmalig erweisen, weil kurzfristig die negativen Effekte überwiegen“, sagte Carsten Brzeski, Chefökonom bei ING. Hintergrund sind die ab April geltenden US-Zölle, die der deutschen Wirtschaft „deutliche Spuren“ hinterlassen werden.

Handelskonflikt mit den USA im Fokus

Die Zahlen zeigen: Seit drei Jahren hat Deutschland es nicht geschafft, zwei Wachstumsquartale in Folge zu erreichen. Das robuste erste Quartal erhöht nun die Wahrscheinlichkeit, dass das zweite Quartal – wie von der Bundesbank zuvor prognostiziert – stagnieren oder sogar schrumpfen könnte. Die kurzfristigen Aussichten hängen stark vom Ausgang der Handelsgespräche zwischen Europa und den USA ab.

Langfristig setzen viele Hoffnungen auf milliardenschwere Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung sowie auf die Reformfähigkeit der Regierung unter Kanzler Friedrich Merz. Bemerkenswert: Der private Konsum legte zu, ebenso wie Investitionen und der Bausektor, während der staatliche Konsum erstmals seit fast zwei Jahren rückläufig war. Eine detaillierte Analyse der gesamten Eurozone wird am 6. Juni erwartet.

Exporte als Überraschungsmotor

Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, machte insbesondere die Exporte für die positive Entwicklung verantwortlich. Die Ausfuhren von Pharmaerzeugnissen sowie Kraftfahrzeugen und -teilen – zentrale Waren für den US-Markt – stiegen deutlich. „Es ist wahrscheinlich, dass Vorzieheffekte im schwelenden Handelskonflikt mit den USA zur günstigen Entwicklung beigetragen haben“, hieß es in der Mitteilung.

Allerdings warnen die Experten: Der Rat der Wirtschaftsweisen senkte bereits seine Jahresprognose für 2025 auf Stagnation, und die Bundesbank schließt ein weiteres Schrumpfen – wie bereits 2023 und 2024 – nicht aus. VW meldete für das erste Quartal einen Gewinneinbruch, Infineon kappte seine Prognose.

Commerzbank hebt Jahresprognose leicht an

Nicht alle sehen schwarz: Laut Ralph Solveen, Ökonom bei der Commerzbank, spricht trotz der Sondereffekte etwas Positives für den Jahresverlauf. „Die Chancen haben sich erhöht, dass die Wirtschaft 2025 erstmals seit drei Jahren leicht wächst“, sagte er. Commerzbank hebt daher die Prognose für 2025 von 0,0 % auf 0,2 % an. Für 2026 wird laut einer Bloomberg-Umfrage mit einem Wachstum von 1,2 % gerechnet, das 2027 auf 1,7 % anziehen soll.

Dieselgate-Urteile: Milliardenbelastung für Volkswagen

Parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung kam es zu einem juristischen Paukenschlag: Vier ehemalige Volkswagen-Manager wurden wegen ihrer Rolle im Diesel-Skandal verurteilt. Sie hatten Millionen Autos manipuliert und damit €2,1 Milliarden Schaden bei Kunden verursacht. Der Gesamtschaden für den Konzern beläuft sich inzwischen auf über €33 Milliarden – einschließlich hoher US-Strafen. Zusätzlich laufen in Deutschland noch zivilrechtliche Verfahren, darunter eine Investorenklage über €9 Milliarden.

Der Vorsitzende Richter erklärte, alle Männer hätten „schweren Betrug“ begangen, als sie 2006 in einem entscheidenden Treffen die Software-Manipulation beschlossen. Die Strafen wurden reduziert, weil das Verfahren sich über Jahre hingezogen hatte. Ex-CEO Herbert Diess und VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch hatten bereits 2020 ein Marktmanipulationsverfahren gegen Zahlung von €4,5 Millionen beigelegt.

Winterkorn, der ehemalige Konzernchef, war ursprünglich mitangeklagt, konnte bislang aber aus gesundheitlichen Gründen nicht vor Gericht erscheinen. Der Prozess in Braunschweig hatte sich wegen der Covid-19-Pandemie mehrfach verzögert und erst nach 175 Verhandlungstagen abgeschlossen.

Bn-Redaktion/ts
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