Rheinmetall unter Druck

Milliardenfantasie auf dem Prüfstand 18.05.2026, 11:41 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Mann auf einem Panzer
© Symbolbild von Roberto Catarinicchia auf Unsplash
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Rheinmetall 1.147,70 EUR +0,53 % Lang & Schwarz

Barclays sieht weiterhin Rückenwind durch Europas Aufrüstung

Trotz der deutlichen Schwächephase bleibt Barclays optimistisch für Rheinmetall. Die Analysten betrachten den Konzern weiterhin als einen der wichtigsten Profiteure steigender Verteidigungsausgaben in Europa. Nach Einschätzung der Bank ist der jüngste Rückgang im gesamten Rüstungssektor teilweise übertrieben ausgefallen.

Im Mittelpunkt steht dabei die Annahme, dass der langfristige Investitionszyklus im Verteidigungsbereich intakt bleibt. Zwar sorgen Haushaltsdebatten und Verzögerungen bei Beschaffungsprogrammen aktuell für Unsicherheit, doch an der strukturell hohen Nachfrage nach Munition, Militärfahrzeugen und weiterer Ausrüstung ändere das laut Barclays nichts.

Zusätzlichen Rückenwind liefert die bestätigte Jahresprognose des Unternehmens. Rheinmetall verweist zudem auf ein stärkeres zweites Quartal. Gerade diese Aussage besitzt hohe Relevanz, nachdem das erste Quartal die Erwartungen am Markt nicht vollständig erfüllen konnte und dadurch Zweifel an der bisherigen Wachstumsdynamik aufgekommen waren.

Berenberg senkt Kursziel deutlich – Fokus auf konkrete Bestellungen

Deutlich vorsichtiger agiert inzwischen Berenberg. Zwar bleibt auch die Privatbank bei ihrer Kaufempfehlung, das Kursziel wurde jedoch spürbar reduziert: Statt zuvor 2.100 Euro sehen die Analysten den fairen Wert nun bei 1.750 Euro.


Hintergrund ist vor allem eine Neubewertung des Boxer-Arminius-Vertrags. Die zugrunde liegende Schätzung wurde um 9 Milliarden Euro nach unten angepasst. Damit rückt ein zentraler Punkt stärker in den Fokus: Der Markt bewertet Rahmenverträge inzwischen kritischer und achtet genauer darauf, welche Projekte tatsächlich in verbindliche Bestellungen überführt werden.

Genau an dieser Stelle verläuft derzeit die Trennlinie zwischen langfristiger Wachstumsstory und aktueller Bewertung. Investoren verlangen zunehmend belastbare Auftragseingänge statt bloßer Perspektiven.

Dennoch bleibt der Analystenkonsens insgesamt positiv. Von 21 erfassten Analysten sprechen sich die meisten weiterhin für einen Kauf der Aktie aus. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 1.990 Euro und damit deutlich über dem aktuellen Börsenwert.

Schwächerer Jahresauftakt erhöht den Druck auf das zweite Quartal

Die Zahlen zum ersten Quartal zeigen allerdings, warum der Markt derzeit sensibel reagiert. Der Umsatz stieg zwar um acht Prozent auf 1,94 Milliarden Euro, blieb damit jedoch hinter den Erwartungen zurück. Rheinmetall verweist dabei auf einen starken Vorjahresvergleich, der durch Vorzieheffekte geprägt gewesen sei.

Beim operativen Free Cashflow fiel ein Minus von 285 Millionen Euro an. Ursache dafür waren unter anderem hohe Investitionen in Vorprodukte, um die umfangreiche Auftragspipeline ab dem zweiten Quartal bedienen zu können. Hinzu kamen verschobene Lieferungen bei Lkw-Fahrzeugen sowie Treibladungspulver. Positiv entwickelte sich dagegen das neue Segment Naval Systems. Im ersten Konsolidierungsmonat erzielte der Bereich 77 Millionen Euro Umsatz bei einer Marge von 10,1 Prozent. Gleichzeitig stieg der Auftragsbestand inklusive Rahmenverträgen auf 73 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr hält Rheinmetall an seinen Zielen fest. Der Konzern plant weiterhin einen Umsatz zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro sowie eine operative Marge von rund 19 Prozent. Vorstandschef Armin Papperger stellte zudem zusätzliche Nominierungen im zweiten Quartal in Aussicht. Dazu zählen Programme in Rumänien und Italien sowie der Fregattenvertrag F126.

Damit richtet sich der Blick der Anleger nun klar auf die kommenden Monate. Entscheidend wird sein, ob Rheinmetall die angekündigten Projekte tatsächlich in konkrete Aufträge überführen und gleichzeitig die operative Dynamik beschleunigen kann. Genau daran dürfte sich auch entscheiden, ob die optimistische Sicht von Barclays oder die vorsichtigere Haltung von Berenberg an der Börse die Oberhand gewinnt.

Bn-Redaktion/aw
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