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Kommt bald die fahrerlose Militärtechnik? 16.07.2026, 13:41 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Bald Führung bei autonomen Militärkonvois?

Während Rheinmetall vor allem für Munition, Panzer und militärische Fahrzeuge bekannt ist, baut der Düsseldorfer Konzern sein Geschäft mit autonomen Systemen und Verteidigungselektronik weiter aus. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung selbstfahrender Militärkonvois, die logistische Aufgaben künftig mit deutlich weniger direkter menschlicher Steuerung übernehmen sollen.

Die Rheinmetall-Aktie notiert bei 965,10 Euro. Gegenüber dem vorherigen Schlusskurs von 965,00 Euro entspricht das einem minimalen Plus von 0,01 Prozent. Die neuen Projektmeldungen aus Deutschland und Großbritannien zeigen zugleich, welche technologische Richtung der Konzern neben seinem klassischen Rüstungsgeschäft einschlägt.

Bundeswehr überträgt Rheinmetall die Gesamtverantwortung

Die Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH übernimmt die Führung beim Forschungsprojekt InterRoC VII. Das teilte das Unternehmen am 14. Juli 2026 mit. Auftraggeber ist das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr.

InterRoC steht für „Interoperable Robotic Convoy“. Im Rahmen des Projekts soll untersucht werden, wie unterschiedliche Fahrzeugplattformen unter realen militärischen Bedingungen sicher und zuverlässig in einem automatisierten Verband zusammenarbeiten können. Die Fahrzeuge sollen dabei in der Lage sein, ohne permanente direkte Steuerung durch einen Menschen im Konvoi zu fahren.

Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Interoperabilität. Militärische Logistikeinheiten bestehen häufig aus verschiedenen Fahrzeugtypen und technischen Plattformen. Damit autonome Konvois praktisch eingesetzt werden können, müssen diese Systeme miteinander kommunizieren, auf Veränderungen reagieren und ihre Bewegungen im Verbund koordinieren.

Rheinmetall hatte sich kurz vor der Auftragsvergabe bereits beim European Land Robot Trial 2026 hervorgetan. Dort gewann der Konzern die Konvoi-Kategorie. Der Erfolg bei der ELROB unterstreicht die technische Erfahrung des Unternehmens mit unbemannten und automatisierten Fahrzeuglösungen.

Großbritannien testet den autonomen HX-Konvoi

Parallel zum deutschen Forschungsauftrag erweitert Rheinmetall seine Aktivitäten in Großbritannien. Ebenfalls am 14. Juli 2026 meldete der Konzern, britische Streitkräfte bei autonomen Logistikoperationen zu schulen. Dabei absolvierten britische Soldaten erstmals eine Fahrt mit einem autonomen HX-Konvoi auf heimischem Boden.

Rheinmetall positioniert sich in diesem Bereich nicht nur als Hersteller von Fahrzeugen. Das Unternehmen will auch Technologien, Nachrüstlösungen, Ausbildung und operative Unterstützung anbieten. Eine zentrale Rolle spielt dabei das System „Path A-kit“.

Mit dem „Path A-kit“ können bestehende Fahrzeugflotten nachträglich mit automatisierten Fahrfunktionen ausgestattet werden. Streitkräfte müssten für den Einsatz autonomer Logistiksysteme damit nicht zwingend komplett neue Fahrzeuge beschaffen. Stattdessen lassen sich vorhandene Plattformen technisch erweitern.

Der militärische Nutzen liegt vor allem in der Versorgung von Einsatzgebieten. Logistische Transporte gehören zu den Aufgaben, bei denen Personal erheblichen Risiken ausgesetzt sein kann. Automatisierte Konvois sollen diese Gefährdung reduzieren, indem weniger Soldaten direkt in den Fahrzeugen eingesetzt werden müssen.

Software und Autonomie ergänzen das Kerngeschäft

Rheinmetall erweitert sein Geschäftsmodell zunehmend um Software, Robotik und autonome Technologien. Das traditionelle Geschäft mit Munition, gepanzerten Fahrzeugen und militärischer Ausrüstung bleibt weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Konzerns. Parallel entstehen neue Geschäftsfelder, die stärker von Sensorik, Datenverarbeitung, künstlicher Intelligenz und vernetzten Systemen geprägt sind.

Kapazitätserweiterungen an Standorten wie dem Werk Unterlüß bleiben für das klassische Produktionsgeschäft von Bedeutung. Projekte wie InterRoC VII sollen Rheinmetall zusätzlich im Wettbewerb um Verteidigungselektronik und autonome Militärsysteme positionieren.

An der Börse hat die Aktie gegenüber früheren Höchstständen deutlich an Wert verloren. Der aktuelle Kurs von 965,10 Euro liegt rund 51,62 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.995,00 Euro, das am 29. September 2025 erreicht wurde. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus 39,74 Prozent. Am 25. Juni 2026 hatte die Aktie bei 902,50 Euro ihr 52-Wochen-Tief markiert. Der Rückgang fällt in eine Phase, in der sich der Rüstungssektor nach der starken Rallye der Vorjahre insgesamt abgekühlt hat.

Am 6. August 2026 will Rheinmetall die Zahlen für das zweite Quartal vorlegen. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten Analysten im Konsens ein Ergebnis je Aktie von 37,66 Euro. Im Mittelpunkt dürfte dabei auch die Frage stehen, in welchem Umfang neue Technologieprojekte bereits zu Umsatz, Profitabilität und Margenentwicklung beitragen.

Bn-Redaktion/aw
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