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Rote Zahlen

Stellantis springt zweistellig an 28.10.2026, 14:46 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Rote Zahlen: Stellantis springt zweistellig an
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Stellantis 4,233 EUR +13,51 % Lang & Schwarz
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Ein Verlust von 453 Millionen Euro – und dennoch ein Kurssprung. Die Opel-Mutter Stellantis ist im dritten Quartal zurück in die roten Zahlen gerutscht, ihre Aktie klettert trotzdem um knapp 12 Prozent auf 4,16 Euro. Am Mittag hatte das Plus noch bei rund 6 Prozent gelegen. Unter Aktionären ist die Erleichterung spürbar, dass es nicht schlimmer gekommen ist.

Jahresziele bestätigt, Erwartungen geschlagen

Vor einem Jahr hatten Sonderbelastungen noch einen rund zehnmal so hohen Verlust verursacht. Entscheidend für die Kursreaktion ist aber etwas anderes: Das Management um Konzernchef Antonio Filosa hält an der Jahresprognose fest – ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine bereinigte operative Marge im niedrigen einstelligen Bereich. Bei der kanadischen Bank RBC hieß es, das Quartal sei schwach gewesen, die Erwartungen hätten aber noch deutlich niedriger gelegen; anders als andere Autobauer und Zulieferer habe Stellantis seinen Ausblick nicht gesenkt. Ähnlich äußerte sich Jefferies. Beides sind externe Einschätzungen, keine redaktionelle Empfehlung.

Aus Anlegersicht ist genau das die eigentliche Nachricht: Wichtiger als der Quartalsverlust sei die bestätigte Prognose samt der Aussicht auf wieder positive freie Mittelzuflüsse im Jahr 2027.

Die Aktie stand auch nur bei knapp 3,50 Euro, weil viele von noch schlechteren Zahlen ausgegangen sind und nicht gedacht haben, dass die Prognose bestätigt wird. Jetzt bewertet sich die Aktie neu und startet einen guten Erholungsversuch.

Verstärkt wird die Bewegung durch Leerverkäufer. Ihr Anteil an Leerverkäufen bei der Aktie gilt als hoch; steigt der Kurs nach besser als befürchteten Zahlen, könnten sie sich zu Rückkäufen gezwungen sehen. Auf Aktionärsseite wird genau dieser Mechanismus als Treiber des Tages gesehen, zumal das Volumen ausgerechnet bei steigenden Kursen anziehe. Der Ton ist erleichtert, stellenweise ausgelassen.

US-Elektrorückzug drückt die Marge auf 0,7 Prozent

Die Details zeigen allerdings, wie groß die Baustellen bleiben. Vor Zinsen, Steuern und Sonderposten blieben operativ 256 Millionen Euro – fast dreimal so viel wie im schwachen Vorjahresquartal, aber nur eine Marge von 0,7 Prozent. Aus dem Industriegeschäft flossen rund 4 Milliarden Euro an freien Mitteln ab. Der Umsatz stieg nur um ein Prozent auf 37,6 Milliarden Euro.

Belastet wird der Konzern mit Marken wie Jeep, Fiat, Peugeot und Chrysler vor allem durch die Abkehr vom früheren Elektrokurs in den USA. Nach dem Auslaufen der staatlichen Kaufprämie für Elektroautos und gelockerten Effizienzvorgaben brach die Nachfrage dort ein; im Februar hatte Stellantis deshalb rund 22 Milliarden Euro auf Technik und Modelle abgeschrieben.

Unter Aktionären gilt der Schwenk als teuer, aber unvermeidlich – an eine Rückkehr der USA zu strengen CO2-Zielen wird nicht geglaubt. Kritischer fällt der Blick auf die Zahlen selbst aus: Mit 0,7 Prozent liege die Quartalsmarge noch unter dem Jahresziel, für das Gesamtjahr sei bestenfalls ein Wert knapp über einem Prozent realistisch. Bezweifelt wird zudem, dass sich die Prognose bis zum Jahresende halten lässt. An diesem Punkt bleibt die Stimmung skeptisch.

Aktie binnen eines Jahres mehr als halbiert

Der Kursverlauf relativiert den Tagesgewinn. Vor zwölf Monaten kostete die Stellantis-Aktie noch rund 9,70 Euro, im Frühjahr 2024 sogar mehr als 25 Euro. Selbst nach dem Sprung steht binnen Jahresfrist ein Minus von gut 57 Prozent. Auf Wochensicht ergibt sich ein Plus von rund 8 Prozent, nachdem die Aktie zwischenzeitlich bis auf gut 3,50 Euro und damit auf ihr Jahrestief gefallen war.

Mehrere Skeptiker sehen deshalb nur eine kurze Gegenbewegung – eine Trendwende sei daraus nicht abzuleiten, solange die Aktie über ein Jahr mehr als die Hälfte verloren habe. Optimistischer Gestimmte halten dagegen, dass die Börse die Zukunft handle und selbst Premiumhersteller derzeit nur dünne Margen erzielten. Die Anleger-Stimmung pendelt damit zwischen Erleichterung über die ausgebliebene Hiobsbotschaft und tiefem Misstrauen gegenüber einer nachhaltigen Erholung.

Bn-Redaktion/sb
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