Straße von Hormus

Warum Öl trotz möglicher Öffnung teuer bleiben könnte 10.08.2026, 19:24 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Ölpreis reagiert auf neue Unsicherheit

Die Ölpreise legten am Montag wieder deutlich zu. Brent stieg zeitweise auf rund 87,11 US-Dollar je Barrel, umgerechnet rund 75,47 Euro, während WTI etwa 81,49 US-Dollar erreichte, umgerechnet rund 70,60 Euro. Zuvor hatten Hoffnungen auf eine baldige Wiederöffnung der Straße von Hormus die Preise kräftig gedrückt. Die neuen Forderungen Irans zeigen jedoch, dass eine Rückkehr zu den Bedingungen vor der Krise keineswegs gesichert ist.

Verhandlungen werden komplizierter

Iran macht eine vollständige Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs unter anderem von einer Aufhebung von Sanktionen, Entschädigungen für Kriegsschäden und der Freigabe eingefrorener Vermögenswerte abhängig. Parallel laufen Gespräche mit Oman über neue Regeln für die Schifffahrt. Eine grundsätzliche Verständigung über eine neue Route scheint näher gerückt zu sein. Die Bedingungen für eine dauerhafte Öffnung bleiben jedoch umstritten.

Durchfahrtgebühren bleiben ein Risikofaktor

Besonders brisant ist die Frage möglicher Gebühren für kommerzielle Schiffe. Iran stellte am Montag klar, dass konkrete Transitgebühren derzeit nicht Bestandteil der Gespräche mit Oman seien. Gleichzeitig gehört die grundsätzliche Frage, ob Iran künftig Gebühren für die Nutzung der Wasserstraße verlangen könnte, zum größeren Streit um die zukünftige Ordnung in der Straße von Hormus. Damit ist ein kostenpflichtiges Modell bislang eine Möglichkeit und kein beschlossenes Ergebnis.

Freie Passage könnte Vergangenheit sein

Sollten künftig tatsächlich Durchfahrtgebühren entstehen, könnte die Wiederöffnung den Ölmarkt weniger stark entlasten als zunächst erwartet. Zusätzliche Kosten für Tanker würden letztlich die Transportkosten für Rohöl und andere Energieträger erhöhen. Hinzu kommen Versicherungsprämien und weiterhin bestehende geopolitische Risiken. Mehrere internationale Schifffahrtsverbände haben sich bereits gegen mögliche Mautmodelle ausgesprochen.

Öl könnte sich auf höherem Niveau einpendeln

Für Brent ergibt sich damit ein ungewöhnliches Szenario. Eine Öffnung der Straße von Hormus würde zwar das unmittelbare Risiko eines massiven Lieferausfalls reduzieren, könnte aber nicht automatisch die früheren Transportbedingungen wiederherstellen. Bleiben Gebühren, erhöhte Versicherungskosten oder politische Unsicherheiten bestehen, könnte ein Teil der bisherigen Risikoprämie dauerhaft im Ölpreis verbleiben. Eine Konsolidierung auf erhöhtem Niveau wäre damit plausibel, solange die endgültigen Bedingungen für die Passage ungeklärt bleiben.

Bn-Redaktion/tb
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