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Tiefster Stand seit April

Auto1 bricht nach Zahlen-Briefing ein 02.10.2026, 13:49 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Beim Gebrauchtwagenhändler Auto1 hat ein Gespräch mit Analysten vor den Quartalszahlen einen Kursrutsch ausgelöst. Die MDax-Aktie fiel am Freitag zeitweise um mehr als 9 Prozent auf 15,77 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit April. Zuletzt grenzte sie das Minus etwas ein und notiert rund 7,7 Prozent tiefer bei 16,05 Euro. Unter Aktionären ist der Ton gereizt.

JPMorgan kappt Gewinnschätzungen um bis zu 16 Prozent

Auto1 stimmte die Analysten auf die Anfang November anstehenden Resultate zum dritten Quartal ein – die Signale kamen jedoch schlecht an. JPMorgan senkte daraufhin die Erwartungen an das Absatzvolumen und den Rohertrag pro verkauftem Fahrzeug im dritten Quartal und kappte die operativen Ergebnisschätzungen (Ebitda) bis 2028 um bis zu 16 Prozent. Das Kursziel der US-Bank sinkt von 37 auf 34 Euro, die Einstufung bleibt bei „Overweight“ – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Empfehlung. Kritisch sieht die Bank den auf Skalierung ausgerichteten Ansatz, der kurzfristig offenbar den Einkauf von Gebrauchtwagen gedämpft habe.

Der Dämpfer trifft ein Unternehmen, das im zweiten Quartal noch mit kräftigem Wachstum aufgefallen war: Rund 240.300 verkaufte Fahrzeuge bedeuteten ein Plus von knapp 20 Prozent, die Jahresprognose wurde bestätigt. Auf Aktionärsseite gilt dennoch gerade die dünne Gewinnbasis als Schwachstelle. Wer zwar stark wachse, aber kaum operativen Gewinn erwirtschafte, werde an der Börse schnell abgestraft, lautet der Einwand. Der Blick auf das Zahlenwerk im November fällt entsprechend skeptisch aus.

Abgang des Finanzchefs wirkt nach

Zusätzlich lastet ein Personalwechsel auf der Aktie. Anfang September hatte Finanzvorstand Christian Wallentin nach nur rund acht Monaten im Amt aus familiären Gründen seinen Rücktritt erklärt, Mitgründer und Vorstandschef Christian Bertermann übernimmt dessen Aufgaben vorerst mit. Bei JPMorgan heißt es, nach dem überraschenden Abschied brauche es noch Zeit, bis das Vertrauen in die Aktie wiederhergestellt sei.

Aus Anlegersicht ist dieser Zusammenhang allerdings umstritten. Die eine Lesart: Seit dem Abgang des Finanzchefs sei die Verunsicherung groß, die Aktie falle seither praktisch ohne Pause. Dagegen wird eingewandt, die Personalie sei längst bekannt und erkläre allenfalls den schleichenden Kursverfall der vergangenen Wochen – nicht aber den heftigen Einbruch zum Wochenschluss.

Die Meldung ist über drei Wochen her. Das war zwar der Auslöser für den steten Kursverfall, aber heute die inzwischen 9% kommen mir dennoch zu viel vor als dass das nur Stop loss Orders gewesen sein können ausgelöst durch Shortseller.

Eine Ad-hoc-Mitteilung gab es bis zum Mittag nicht, als Auslöser gilt das Analysten-Gespräch selbst. Die Frage, welches Gewicht der Wechsel an der Finanzspitze dabei hat, bleibt unter Aktionären gespalten beantwortet.

Binnen zwölf Monaten fast halbiert

Der Rückschlag reiht sich in eine längere Talfahrt ein. Binnen einer Woche hat die Aktie rund 12 Prozent eingebüßt, auf Sicht von zwölf Monaten hat sich ihr Wert nahezu halbiert – vor einem Jahr kostete sie noch knapp 31 Euro. Das 52-Wochen-Tief liegt bei 14,87 Euro. Einer Stimmrechtsmitteilung vom Donnerstag zufolge kommt Goldman Sachs auf 14,71 Prozent der Stimmrechte, fast vollständig über Instrumente wie Rückforderungs- und Nutzungsrechte, wie sie bei Wertpapierleihgeschäften üblich sind.

Mehrere Anleger machen Leerverkäufer für den anhaltenden Abwärtsdruck verantwortlich, die die Unsicherheit gezielt nutzten. Um den Trend zu brechen, brauche das Unternehmen dringend positive Nachrichten; charttechnisch wird zudem auf eine Kurslücke um 15 Euro verwiesen, die sich noch schließen könnte. Solche Einschätzungen stellen keine Anlageberatung dar. Ob die Quartalszahlen Anfang November für Entlastung sorgen könnten, ist offen – die Anleger-Stimmung schwankt zwischen Frust über den Kursverfall und der Hoffnung auf ein Ende der Talfahrt.

Bn-Redaktion/sb
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