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Trumps Chip-Wende

Wird Nvidia noch aufgehalten? 19.07.2025, 16:09 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Nvidia
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Politischer Kurswechsel mit Sprengkraft

Die Entscheidung der US-Regierung, Nvidia wieder den Verkauf seiner H20-KI-Chips nach China zu gestatten, stößt auf heftige Kritik aus dem Kongress. John Moolenaar, Vorsitzender des China-Ausschusses im US-Repräsentantenhaus, warnt eindringlich vor sicherheitspolitischen Folgen: „Der H20 übertrifft Chinas eigene Technologien bei weitem und würde die KI-Entwicklung dort massiv beschleunigen.“

Die Sorge: Peking könnte dadurch seine militärischen Fähigkeiten stärken und die technologische Konkurrenz zur USA deutlich ausbauen.

Hoffen auf Lizenzen: Nvidia zeigt sich zuversichtlich

Noch sind die Exportlizenzen nicht offiziell genehmigt. Nvidia-CEO Jensen Huang rechnet jedoch bald mit grünes Licht. Das Unternehmen verteidigt die Entscheidung: „America wins when the world builds on the US technology stack“, hieß es in einem Statement. Die USA hätten mit dieser Politik den besten Weg eingeschlagen, um technologische Führerschaft, wirtschaftliches Wachstum und nationale Sicherheit zu sichern.

Wirtschaftliche Interessen vs. Sicherheitsbedenken

Hintergrund der Lockerung ist auch ein geopolitischer Deal: Die USA wollen sich besseren Zugang zu seltenen Erden aus China sichern. Das Justizministerium erklärte, man verkaufe nicht „unsere besten, nicht einmal unsere zweit- oder drittbesten“ Chips – sondern eine abgespeckte Version speziell für den chinesischen Markt.

Zugleich bleibt unklar, in welchem Umfang diese Exporte genehmigt werden. Moolenaar forderte eine offizielle Stellungnahme bis zum 8. August und warnte: Große Liefermengen könnten China die Rechenleistung verschaffen, um eigene KI-Modelle frei zugänglich zu machen – wie im Fall von DeepSeek R1 bereits geschehen.

Chip als strategisches Werkzeug

Der H20 ist für sogenannte Inferenz-Prozesse optimiert – also den Moment, in dem KI-Modelle Muster erkennen und Schlussfolgerungen ziehen. Seine hohe Speicherbandbreite macht ihn in China besonders begehrt. Die leistungsstärksten Chips wie Nvidias GB200 oder H100 bleiben hingegen weiter für den chinesischen Markt gesperrt – sie machen rund 90 % des US-Marktanteils aus.

Die neue Linie: China soll bewusst von US-Technologie abhängig bleiben. „Man muss den Entwicklern dort genug liefern, damit sie süchtig nach unserer Plattform werden“, sagte Handelsminister Howard Lutnick. Ein riskanter Balanceakt mit globalen Konsequenzen.

Bn-Redaktion/ts
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