US-Zölle

Handelskonflikt spitzt sich zu: Trumps Zollpläne treffen Europas Wirtschaft ins Mark 13.07.2025, 18:16 Uhr Jetzt kommentieren: 0

US-Zölle: Handelskonflikt spitzt sich zu: Trumps Zollpläne treffen Europas Wirtschaft ins Mark
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EU setzt auf Verhandlungskurs trotz Druck aus Washington

Die Europäische Union hat entschieden, ihre geplanten Gegenzölle gegen die Vereinigten Staaten erst Anfang August und nicht wie ursprünglich vorgesehen am 14. Juli in Kraft zu setzen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begründete die Entscheidung mit der Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor für den 1. August Zölle in Höhe von 30 Prozent auf Importe aus der EU und Mexiko angekündigt.

Trotz der Drohungen will die EU-Kommission an einem diplomatischen Weg festhalten. Das geplante Gegenzollpaket in Höhe von 21 Milliarden Euro bleibt vorbereitet, wird aber zunächst ausgesetzt. Mehrere EU-Staaten hatten sich in internen Beratungen dafür ausgesprochen, die Eskalation zu vermeiden, um die laufenden Verhandlungen nicht zu gefährden.

Auswirkungen auf Industrie und Handel drohen

Trumps neue Maßnahmen sollen nicht mit bereits bestehenden sektoralen Zöllen verrechnet werden. Autos und Autoteile aus der EU unterliegen weiterhin einem Zollsatz von 25 Prozent, Stahl und Aluminium sogar 50 Prozent. Die zusätzlichen Basiszölle betreffen andere Warengruppen, könnten jedoch breite Lieferketten empfindlich stören.

Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, warnte: "Die Kosten für unsere Unternehmen sind bereits im Milliardenbereich – und mit jedem Tag wächst die Summe." Auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betonte, die EU wolle eine "faire Verhandlungslösung" erreichen, werde aber im Ernstfall "entschlossene Gegenmaßnahmen" zum Schutz von Unternehmen und Arbeitsplätzen ergreifen.

Rückgang bei Exporten und Handelsspannungen

Die Auswirkungen auf die deutsche Exportwirtschaft sind bereits spürbar. Im Mai gingen die Ausfuhren in die USA um 7,7 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro zurück – der niedrigste Wert seit März 2022. Auch die Gesamtexporte sanken um 1,4 Prozent auf 129,4 Milliarden Euro. Eine Erholung scheint vorerst nicht in Sicht.

Die Börse vermag das jedoch bisher nicht negativ zu beeinflussen. Im Jahresverlauf liegt der amerikanische Leitindex S&P 500 mit über 5 Prozent im Plus. Der europäische Euro-Stoxx 50 verbucht im selben Zeitraum ein Plus von über 11 Prozent, während der deutsche DAX sogar Rekordhöhen erklimmt und über 30 Prozent zugelegt hat.

US-Präsident Trump rechtfertigt die Zölle als Reaktion auf ein strukturelles Handelsdefizit. Nach Angaben von Eurostat belief sich der EU-Überschuss im Warenhandel mit den USA 2024 auf rund 198 Milliarden Euro. Das Gesamtdefizit unter Einbeziehung von Dienstleistungen lag jedoch bei lediglich 50 Milliarden Euro.

Zölle als politisches Druckmittel

Laut Trump sind die neuen Zölle Teil einer Strategie zur Korrektur wirtschaftlicher Ungleichgewichte. Seine Regierung kalkuliert mit Einnahmen von mehr als 300 Milliarden US-Dollar durch Einfuhrzölle bis Jahresende. Eine Voraussetzung für Zollsenkungen sei eine Öffnung europäischer Märkte für US-Produkte.

Die EU bleibt ihrerseits gesprächsbereit, lehnt jedoch Änderungen an Regeln für die Digitalwirtschaft ab. Eine gemeinsame Erklärung lag auf dem Verhandlungstisch, wobei ein Basiszollsatz von maximal zehn Prozent diskutiert wurde. Auch ein Ausbau der LNG-Importe aus den USA stand zur Debatte.

Unsicherheit auf beiden Seiten des Atlantiks

Die Reaktionen innerhalb Europas fallen unterschiedlich aus. Während einige Staaten an weiteren Gesprächen festhalten wollen, fordern politische Stimmen eine stärkere strategische Eigenständigkeit Europas. 

Auch in den USA sind die Folgen spürbar. Obwohl Verbraucher die Zölle bislang kaum merken, sehen sich Unternehmen steigenden Kosten ausgesetzt, die sie voraussichtlich an Kunden weitergeben werden. Gleichzeitig bleiben die Börsen robust – Anleger scheinen auf kurzfristige Gewinne durch die Zollpolitik zu setzen.

 

Bn-Redaktion/ar
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