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VW krempelt die Bezahlung um

Für Tausende Beschäftigte beginnt eine neue Zeitrechnung 04.08.2026, 18:02 Uhr Jetzt kommentieren: 0

VW krempelt die Bezahlung um: Für Tausende Beschäftigte beginnt eine neue Zeitrechnung
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Volkswagen (VW) Vz 76,87 EUR +0,12 % Lang & Schwarz

Start zum 1. Januar 2027

Das neue Entgeltsystem soll am 1. Januar 2027 bei VW in Kraft treten und künftig für alle tariflich Beschäftigten gelten. Nach den Werksferien beginnt die Umsetzungsphase mit der betrieblichen Einstufung von Funktionen und der Eingruppierung der Beschäftigten. Bewertet werden sollen unter anderem Qualifikation, Schwierigkeit der Tätigkeit, Verantwortung sowie Entscheidungs- und Handlungsspielräume. Ein gemeinsamer Funktionskatalog soll die bisherigen Strukturen ersetzen.

Mehr als 6000 Arbeitssysteme

Das aktuelle Modell ist historisch gewachsen und umfasst mehr als 6000 Arbeitssysteme sowie 167 Tätigkeitsbeschreibungen. Noch immer wird zwischen Lohn und Gehalt sowie zwischen direkten und indirekten Bereichen unterschieden. Diese Trennung gilt angesichts digitalisierter Produktionsprozesse und der engeren Verzahnung von Fertigung, Logistik, Verwaltung und Entwicklung als überholt. Künftig sollen gleichwertige Aufgaben unabhängig von Standort und Unternehmensbereich vergleichbar bewertet werden.

Entgeltsumme sinkt um 6 Prozent

Die Neugestaltung wurde im Rahmen der Tarifverhandlungen 2024 vereinbart und soll zugleich die Personalkosten senken. Vorgesehen ist eine Verringerung der tariflichen Entgeltsumme um 6 Prozent. Gewerkschaft und Betriebsrat sehen darin einen Beitrag der Arbeitnehmer, um Standortschließungen, Arbeitsplatzverluste und eine pauschale Kürzung der Entgelte um 10 Prozent zu verhindern. Besitzstandsklauseln sollen bestehende Einkommen schützen.

Niemand soll weniger erhalten

Nach Angaben der IG Metall soll durch die Einführung niemand beim tariflichen Monatsentgelt schlechter gestellt werden. Wer nach der neuen Eingruppierung höher liegt, erhält mehr. Wer bislang über dem neuen Wert liegt, behält die Differenz als tarifdynamischen Besitzstand, der monatlich weitergezahlt wird. Dieser Betrag kann künftig teilweise mit Entgelterhöhungen verrechnet werden. Ein Ausgleich für Inflation soll dennoch gewährleistet bleiben.

Verhandlungen unter hohem Druck

An dem Projekt wird seit dem Frühjahr 2025 in paritätisch besetzten und standortübergreifenden Kommissionen gearbeitet. Betroffen sind die Volkswagen AG in Deutschland sowie Volkswagen Financial Services, Volkswagen Immobilien und dx.one. Parallel stehen zusätzliche Betriebsversammlungen mit CEO Oliver Blume und weiteren Vorständen zum Sparprogramm an. Die Volkswagen-Aktie notierte zuletzt bei 76,83 EUR, die Marktkapitalisierung lag bei 15,8 Mrd. EUR. Die Dividendenrendite betrug 5,99 Prozent, das KGV 3,67.

Bn-Redaktion/ar
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