Waffenruhe im Nahen Osten

Was passiert im Ölmarkt? 25.06.2025, 11:04 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Ölpreise steigen – doch warum Anleger jetzt nicht auf Entspannung setzen sollten

Kurzfristige Erholung nach drastischem Einbruch

Nach dem stärksten Zwei-Tages-Verlust seit 2022 legten die Ölpreise am Dienstag wieder zu. Brent-Rohöl stieg um rund 1 % auf knapp 68 US-Dollar pro Barrel, während West Texas Intermediate (WTI) über 65 US-Dollar notierte. Der Anstieg folgte auf eine 13-prozentige Talfahrt infolge geopolitischer Spannungen. Die Waffenruhe zwischen Israel und Iran sowie ein gemeldeter Rückgang der US-Rohölvorräte sorgten für vorübergehende Entspannung unter den Händlern.

Geopolitik, Marktüberschuss und politische Signale

Trotz der Annäherung im Nahen Osten bleibt die Lage fragil. Zwar erlaubt die US-Regierung China weiterhin, iranisches Öl zu importieren – ein Schritt, der bisherige Sanktionen untergräbt –, gleichzeitig betonte ein hoher Regierungsvertreter, dass die Beschränkungen gegen Teheran grundsätzlich bestehen bleiben. Das Marktumfeld bleibt unübersichtlich: Auf einen Preissprung infolge von Luftangriffen auf iranische Nuklearanlagen folgte ein starker Rücksetzer nach Bekanntgabe der Waffenruhe. Die neue Flexibilität bei iranischen Ölexporten verstärkte den Abwärtsdruck.

„Nach einem so heftigen Absturz ist eine technische Gegenbewegung normal“, so Vandana Hari von Vanda Insights. Dennoch richte sich der Fokus nun wieder auf die Weltkonjunktur, die US-Zölle sowie die künftige Förderpolitik der OPEC+.

Ein Überangebot schiebt sich vor die Erholung

Trotz geopolitischer Unsicherheiten ist das globale Ölangebot hoch. Allein die Vorräte in den USA sanken in der vergangenen Woche laut American Petroleum Institute um 4,3 Millionen Barrel, nach einem Rückgang von über 11 Millionen Barrel in der Woche zuvor. Doch das ändert wenig an der Tatsache: Der Markt ist überversorgt. Der Brent-Spread für Dezember zeigt wieder eine Contango-Struktur – ein klassisches Signal für Überangebot.

Auch aus dem Persischen Golf fließt mehr Rohöl. Iran steuert im Juni laut Satelliten- und Schiffsverkehrsdaten auf eine Fördermenge von über 3,5 Millionen Barrel pro Tag zu – trotz jüngster Bombardierungen. Saudi-Arabien wird laut Petro-Logistics im Juni 9,6 Millionen Barrel täglich liefern – der höchste Stand seit zwei Jahren. Auch Irak, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihre Exporte gesteigert.

US-Schieferöl: Comeback durch Preisabsicherung

Die jüngste Preisrallye auf bis zu 78,40 US-Dollar ermöglichte US-Schieferproduzenten, sich mit langfristigen Verträgen abzusichern. Laut Wall-Street-Händlern war das Hedging zuletzt so aktiv wie seit Jahren nicht mehr. Der Effekt: Schon kleine Preisunterschiede – etwa 10 bis 20 US-Dollar – entscheiden über Produktionsanstieg oder Rückgang. Bei 70 US-Dollar floriert die Branche; bei 55 US-Dollar droht der Stillstand.

So paradox es klingt: Die Krise hat nicht zu weniger, sondern zu mehr Öl geführt. Historisch betrachtet steigt die Produktion nach Konflikten – so auch jetzt. Die Waffenruhe ist brüchig, doch die Fördermengen nehmen weiter zu.

Bn-Redaktion/ts
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