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Yen unter Druck

Warum selbst die Zinserhöhung auf 1,25% nicht hilft 18.09.2026, 15:18 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Yen-Carry-Trade
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Yen fällt trotz höherer Zinsen

Die Zinserhöhung der Bank of Japan entsprach den Erwartungen, sorgte am Devisenmarkt aber nicht für die erhoffte Yen-Stärke. Zentralbankchef Kazuo Ueda erklärte, die Geldpolitik habe angesichts einer Inflation nahe dem Ziel von 2% eine neue Phase erreicht. Es sei inzwischen entscheidend, den Preisauftrieb bei rund 2% zu stabilisieren. Gleichzeitig schloss er weder eine weitere Erhöhung im Oktober noch größere Zinsschritte grundsätzlich aus. Der Yen verlor dennoch zeitweise 1,1% auf 157,78 je Dollar.

Widerstand innerhalb der BOJ

Belastend wirkte vor allem die Abstimmung im geldpolitischen Gremium. Toichiro Asada und Ayano Sato votierten gegen die Zinserhöhung, die Entscheidung fiel damit 7 zu 2 aus. Beide wurden von Premierministerin Sanae Takaichi ernannt. Marktteilnehmer sehen darin Hinweise auf wachsenden Widerstand gegen eine schnellere Straffung. Overnight Swaps signalisieren zugleich eine Wahrscheinlichkeit von 85% für eine weitere Zinserhöhung im Dezember. Der aktuelle Zinsschritt folgt nur drei Monate nach der vorherigen Anhebung, dem kürzesten Abstand seit 1990.

Nikkei 225 profitiert vom schwachen Yen

Der schwächere Yen stützte exportorientierte japanische Aktien. Der Nikkei 225 stieg um 1,4%, während der Topix wegen schwächerer Finanzwerte kaum vorankam. Gleichzeitig rückte die Marke von 160 Yen je Dollar stärker in den Blick. Japan und die USA hatten bereits gemeinsam am Devisenmarkt interveniert. Japan setzte im Monat bis zum 26. August ¥15,4 Billionen, umgerechnet ungefähr 89 Milliarden Euro, für Interventionen ein. Am 23. Juli 2026 war der Yen zeitweise bis auf rund 163,98 je Dollar gefallen und hatte damit ein etwa 40-jähriges Tief erreicht.

Carry Trade verliert an Attraktivität

Steigende japanische Zinsen verändern zugleich die Grundlage des Yen-Carry-Trades. Dabei leihen sich Investoren günstig Yen und investieren das Kapital in höher verzinste Anlagen. Ein Beispiel ist ein Kredit über ¥1 Million, umgerechnet ungefähr 5.800 Euro, zu 1% Zins und eine Anlage mit 4% Rendite. Bleibt der Wechselkurs stabil, ergibt sich ein Zinsvorteil von 3 Prozentpunkten. Wertet der Yen jedoch stark auf, können Währungsverluste diesen Vorteil schnell übersteigen.

Billionenmarkt birgt Risiken

Wie groß die Geschäfte rund um den Yen sind, zeigt eine Schätzung aus dem Jahr 2024. Demnach hielten Investoren und andere Marktteilnehmer außerhalb des Bankensektors insgesamt rund ¥200 Billionen, umgerechnet ungefähr 1,16 Billionen Euro, die zuvor am Markt in Yen bereitgestellt worden waren. Ein Teil dieser Summe dürfte im Zusammenhang mit Carry Trades stehen. Insgesamt werden am weltweiten Devisenmarkt täglich rund $9,6 Billionen umgesetzt, umgerechnet ungefähr 8,2 Billionen Euro. Wie schnell solche Positionen für Unruhe sorgen können, zeigte die Auflösung zahlreicher Carry Trades im Sommer 2024. Allein zwischen dem 31. Juli und dem 5. August 2024 gewann der Yen rund 8% zum Dollar, während der Nikkei 225 im selben Zeitraum um 19% einbrach.

Bn-Redaktion/tb
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