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Nvidia kündigt Umsatzsprung an 29.05.2025, 10:22 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Nvidia trotzt China-Schock: Umsatzprognose sorgt für Börsenjubel

Prognose übertrifft Erwartungen trotz China-Einbruch

Nvidia hat Anlegern den Atem genommen – und das im positiven Sinn. CEO Jensen Huang kündigte für das zweite Fiskalquartal (bis Juli) einen Umsatz von rund 45 Milliarden Dollar an. Zwar bremsen neue US-Exportrestriktionen das China-Geschäft und kosten Nvidia rund 8 Milliarden Dollar Umsatz, doch die Prognose lag dennoch im Rahmen der Analystenerwartungen. Das bescherte der Aktie nachbörslich ein Plus von rund 4 %.

Im ersten Quartal konnte Nvidia 44,1 Milliarden Dollar umsetzen – 69 % mehr als im Vorjahreszeitraum und leicht über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 43,3 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie (bereinigt) lag bei 96 Cent und damit über den erwarteten 93 Cent.

Blackwell-Chips treiben Nachfrage weltweit an

Nvidia schaltet einen Gang höher: Mit dem neuen Blackwell-Chipdesign stärkt das Unternehmen seine Dominanz bei KI-Beschleunigern, also den Chips, die für das Training und den Betrieb von KI-Modellen entscheidend sind. Die Data-Center-Sparte – größer als alle Konkurrenten zusammen – brachte 39,1 Milliarden Dollar ein (nahe der Schätzung von 39,2 Milliarden). Auch Gaming legte mit 3,8 Milliarden Dollar deutlich zu (Prognose: 2,85 Milliarden).

Doch Huang denkt größer: Nvidia verkauft nicht mehr nur Chips, sondern komplette Computersysteme, um die komplexe KI-Infrastruktur schneller auszurollen. „Jede Nation sieht KI mittlerweile als zentrales Element der nächsten industriellen Revolution“, betonte Huang im Analystencall.

China-Risiken bleiben ein Unsicherheitsfaktor

Die US-Handelsrestriktionen setzen Nvidia zu: Im April verschärfte die Trump-Regierung die Exportkontrollen für KI-Chips nach China. Ergebnis: Ein 4,5-Milliarden-Dollar-Abschreiber bei Nvidia. Analyst Jacob Bourne warnte: „Handelskonflikte und potenzielle Zölle könnten das KI-Chip-Wachstum in den kommenden Quartalen bremsen.“

Zudem prüfen chinesische Behörden, ob Nvidia weiterhin lokale Firmen beliefern muss, um die Übernahme des Netzwerk-Spezialisten Mellanox (2020) zu sichern. Nvidia warnte vor möglichen Strafen, sollte man gegen chinesisches Recht verstoßen.

Huawei schließt technologisch auf

In einem Bloomberg-Interview warnte Huang, dass Huawei und andere chinesische Techriesen technologisch massiv aufholen. Huawei sei mittlerweile „ziemlich beeindruckend“ und könne mit Nvidias H200-Chip mithalten – einem Produkt, das bis vor Kurzem noch als Spitzentechnologie galt.

Da selbst der abgespeckte H20-Chip nicht mehr exportiert werden darf, denkt Nvidia über neue Produkte nach – derzeit gibt es aber „nichts Konkretes“, wie Huang betonte. Er machte auch deutlich: „Man darf die Bedeutung des chinesischen Marktes nicht unterschätzen.“

Expansion in neue Märkte und globale KI-Infrastruktur

Während China schwieriger wird, öffnen sich andere Türen. Kürzlich kündigte die US-Regierung große KI-Projekte im Nahen Osten an, die Nvidia maßgeblich mitgestalten soll. Huang selbst plant als Nächstes eine Europa-Reise – nach Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Belgien. Sein Fazit: „Es ist jetzt klar, dass KI – wie Strom, Internet und Kommunikation – Teil der nationalen Infrastruktur wird.“

Mit einem Börsenwert von über 3 Billionen Dollar – rund 10 % des gesamten Nasdaq – bleibt Nvidia der unangefochtene Gigant im KI-Chipgeschäft. Dieses Jahr steuert das Unternehmen auf 200 Milliarden Dollar Jahresumsatz zu – ein gewaltiger Sprung von 27 Milliarden vor nur zwei Jahren. Anleger bleiben also zurecht gespannt, ob Nvidia das rasante Wachstumstempo halten kann.

Bn-Redaktion/ts
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