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73 Milliarden Euro

Wird Rheinmetall jetzt zu mächtig? 26.05.2026, 17:57 Uhr Jetzt kommentieren: 0

73 Milliarden Euro: Wird Rheinmetall jetzt zu mächtig?
AI MODIFIED Inhalte teilweise mit KI erstellt.
© Bild: iStock.com/Markus Volk
Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Rheinmetall 1.065,10 EUR +3,02 % Baader Bank
ThyssenKrupp 12,56 EUR +2,68 % Baader Bank
Airbus 209,53 EUR +2,01 % Baader Bank
Lockheed Martin 510,40 EUR -0,12 % Lang & Schwarz

 

Aktie verliert nach Rekordlauf an Dynamik

Die Rheinmetall-Aktie notiert aktuell bei 1.239 Euro und damit leicht unter dem Vortagesschluss von 1.243,60 Euro. Das Minus von 0,37 Prozent reicht im DAX lediglich für das Mittelfeld. Insgesamt verlor der deutsche Leitindex zuletzt 0,59 Prozent. Das Handelsvolumen lag bei 49.237 Aktien nach 99.965 gehandelten Papieren am vorherigen Handelstag. Trotz der jüngsten Schwäche bleibt die Entwicklung der Aktie beeindruckend. Allerdings notiert das Papier inzwischen 37,68 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.988,13 Euro. Das 52-Wochen-Tief lag bei 1.099,20 Euro.

Mit einer Marktkapitalisierung von 57,77 Milliarden Euro gehört Rheinmetall mittlerweile zu den größten Unternehmen im Dax. Das Gewicht im deutschen Leitindex beträgt 2,70 Prozent.

Milliardenregen durch die Bundeswehr

Der Ukraine-Krieg hat die deutsche Rüstungsindustrie grundlegend verändert. Rheinmetall steigerte den Umsatz zuletzt auf knapp zehn Milliarden Euro. Besonders stark profitiert der Konzern von den gewaltigen Investitionen der Bundeswehr. Vom Sondervermögen in Höhe von rund 100 Milliarden Euro erhielt Rheinmetall nach eigenen Angaben mehr als 40 Prozent der Aufträge. Der Konzern liefert inzwischen nahezu die komplette Artilleriemunition für die deutschen Streitkräfte sowie Panzerhaubitzen, Militärfahrzeuge, Elektronik und Flugabwehrsysteme. Gleichzeitig baut Rheinmetall seine Produktion massiv aus. In Unterlüß entstehen neue Kapazitäten für Munition, während an früheren Automotive-Standorten inzwischen Kamikaze-Drohnen gefertigt werden.

Rheinmetall drängt in immer mehr Bereiche

Der Düsseldorfer Konzern entwickelt sich zunehmend zum Komplettanbieter für moderne Kriegsführung. Gemeinsam mit Destinus plant Rheinmetall die Produktion von Marschflugkörpern mit künstlicher Intelligenz. Zudem arbeitet das Unternehmen mit Lockheed Martin und Leonardo zusammen. Auch international expandiert der Konzern aggressiv. Neue Werke entstehen unter anderem in Litauen, Lettland, Bulgarien und der Ukraine. Rheinmetall investiert außerdem in Raketen, Hyperschallwaffen, Überwasserdrohnen und digitale Gefechtsführung.

Der Auftragsbestand stieg seit 2021 von 24,5 Milliarden Euro auf inzwischen rund 73 Milliarden Euro. Damit zählt Rheinmetall zu den größten Gewinnern des europäischen Rüstungsbooms.

Experten warnen vor gefährlicher Abhängigkeit

Mit dem Wachstum steigen allerdings auch die Risiken. Immer größere Teile der deutschen Verteidigungsfähigkeit hängen inzwischen von Rheinmetall ab. Kritiker warnen deshalb vor einem sicherheitspolitischen Klumpenrisiko. Probleme beim Flugabwehrsystem Skyranger zeigen bereits die Herausforderungen. Die Auslieferung verzögert sich teilweise um bis zu anderthalb Jahre. Erste Serienfahrzeuge werden frühestens 2027 erwartet. Experten fordern deshalb mehr Wettbewerb durch Unternehmen wie Airbus, ThyssenKrupp Marine Systems, Heckler & Koch sowie junge Technologiefirmen wie Helsing oder Stark Defense. Gerade kleinere Unternehmen gelten oft als innovativer und flexibler.

Anleger schauen jetzt auf die nächste Bewährungsprobe

Auch an der Börse wächst die Nervosität. Viele Investoren sehen Rheinmetall zwar weiterhin als Schlüsselunternehmen der europäischen Aufrüstung. Gleichzeitig sorgen Verzögerungen, hohe Erwartungen und die enorme Abhängigkeit vom deutschen Staat für Unsicherheit. Fast 40 Prozent des Konzernumsatzes stammen inzwischen aus Deutschland. Damit wird Rheinmetall immer stärker von politischen Entscheidungen abhängig. Zusätzlich belasten geopolitische Spannungen mögliche Hoffnungen auf Großaufträge aus den USA.

Für Anleger bleibt die entscheidende Frage deshalb offen. Schafft Rheinmetall den Sprung zum dominierenden europäischen Rüstungskonzern, könnte die Wachstumsstory weitergehen. Gelingt das nicht, dürfte die Aktie deutlich anfälliger für Rückschläge werden.

 

Bn-Redaktion/ar
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