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Abstufung

Moderna-Aktie sackt nach Citi-Votum ab 30.09.2026, 16:47 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Moderna 166,04 EUR -6,96 % Lang & Schwarz
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Moderna-Aktien geraten zur Wochenmitte kräftig unter Druck. Nachdem die US-Bank Citigroup ihr Votum von „Neutral“ auf „Sell“ gesenkt hat, verbilligen sich die Papiere bei Baader Bank am Nachmittag um 6,2 Prozent auf 168,01 Euro, im Tagestief waren es 162,51 Euro. Auf Anlegerseite wird der Rückschlag gespalten aufgenommen.

Citi hält die Rally für überzogen

Vorausgegangen ist eine beispiellose Aufholjagd: Binnen Jahresfrist hat sich der Kurs mehr als versiebenfacht, allein seit Beginn der vergangenen Woche kamen noch einmal rund sechs Prozent hinzu. Auslöser waren Studiendaten zum personalisierten Krebsimpfstoff Intismeran, den Moderna gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Merck & Co. entwickelt. Der Rivale BioNTech zeigt sich am Mittwoch kaum bewegt und gibt 0,9 Prozent auf 86,05 Euro ab.

Citi begründet die Abstufung mit der Bewertung, die sich weder im Vergleich mit börsennotierten Wettbewerbern noch über den Barwert der Pipeline rechtfertigen lasse. Mit einem Börsenwert von rund 80 Milliarden Dollar werde Moderna ähnlich hoch bewertet wie Regeneron, obwohl Umsatz- und Gewinnerwartungen deutlich niedriger lägen. Das Kursziel hob die Bank zwar von 60 auf 80 Dollar an, das liegt aber rund 60 Prozent unter dem Schlusskurs vom Dienstag – dies stellt keine redaktionelle Empfehlung dar. Bislang hatten nur zwei von rund zwei Dutzend Analysten, die den Titel beobachten, zum Verkauf geraten. Zusätzlich lastet ein Rechtsstreit auf dem Konzern: Ein Bundesgericht in Delaware wies Anfang der Woche den Antrag ab, eine Patentklage der Bayer-Tochter Monsanto rund um mRNA-Technologie abzuweisen.

Auf Aktionärsseite wurde die Abstufung rasch registriert und ihre Begründung nachgezeichnet: Zu schnell sei der Kurs seit Mitte August gelaufen, das operative Geschäft hinke dem Hype um die Krebsimpfstoffe hinterher. Ob der Kursrutsch allein am Urteil einer einzelnen Bank hängt, wird zwar hinterfragt. Der Einwand: Citi stehe mit seiner Skepsis nicht allein da, weitere Abstufungen dürften folgen. Der Ton ist entsprechend nervös.

Krebsdaten müssen Erwartungen erfüllen

In der Phase-3-Studie INTerpath-001 mit mehr als 1.100 Patienten, deren Melanom im Stadium IIB bis IV vollständig entfernt worden war, verringerte die Kombination aus Intismeran und dem Merck-Medikament Keytruda das Rückfallrisiko stärker als Keytruda allein. Beide Hauptziele wurden erreicht, detaillierte Zahlen liegen aber noch nicht vor. Sie sollen Ende Oktober auf dem Krebskongress ESMO in Madrid präsentiert werden. Citi zufolge wäre eine Hazard Ratio von etwa 0,72 klinisch glaubwürdig, ein Wert von 0,65 oder darunter ein klarer Erfolg. Durch den Kurssprung sei die Messlatte jedoch gestiegen: Selbst ein für die Zulassung ausreichender Wert könnte Zweifel an den kommerziellen Aussichten hinterlassen.

Aus Anlegersicht rückt damit der Kongresstermin in den Mittelpunkt, bis dahin wird mit starken Schwankungen gerechnet:

Es wird bis zum 24.10. ständig hoch und runter gehen weil jeder versucht sich günstig einzudecken um dann den größtmöglichen Erfolg zu erzielen

Dem steht trotzige Zuversicht gegenüber: US-Investoren würden den Leerverkäufern das Feld kaum kampflos überlassen, heißt es mit Blick auf eine mögliche Gegenbewegung. Die Stimmung pendelt damit zwischen der Sorge vor weiteren Abstufungen und der Hoffnung, dass die Detaildaten den Höhenflug untermauern könnten.

Bn-Redaktion/sb
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