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Verbraucherpreise

DAX rutscht nach Inflationssprung ab 30.09.2026, 16:42 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Der DAX rutscht am Nachmittag weiter ab: Zuletzt notierte der Leitindex rund 0,8 Prozent tiefer bei etwa 25.240 Punkten. Auslöser ist die Teuerung in Deutschland, die im September auf 3,3 Prozent gestiegen ist – den höchsten Stand seit Ende 2023. Unter Anlegern ist die Stimmung merklich gekippt, nachdem der Handelstag noch mit Gewinnen begonnen hatte.

Energiepreise treiben die Teuerung in Europa

Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts lagen die Verbraucherpreise im September um 3,3 Prozent über dem Vorjahresniveau, nach 2,9 Prozent im August. Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas geringeren Anstieg gerechnet. Schon am Vormittag hatten Daten aus mehreren Bundesländern sowie aus Frankreich, Spanien und Italien belastet. In Italien kletterte die Jahresrate auf 4,1 Prozent – weit über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank.

Aus Anlegersicht ist der Treiber schnell ausgemacht: Mehrere Anleger verweisen auf die Energiepreise, allen voran auf die Kosten an der Zapfsäule. Tatsächlich zog der Ölpreis im Tagesverlauf wieder an; Öl (Brent) verteuerte sich zuletzt um fast 3 Prozent, nachdem Öl und Anleiherenditen am Morgen zunächst nachgegeben hatten. Solange das Öl steige und die US-Futures nachgäben, dürfte eine Erholung schwerfallen, heißt es nüchtern. Die Deutlichkeit der Zahlen hat viele auf dem falschen Fuß erwischt, der Ton ist gedrückt.

Märkte rechnen mit höheren Zinsen

Mit den Daten wächst der Druck auf die EZB. Bei der Helaba hieß es, zum Jahresende sei eine Zinserhöhung vollständig eingepreist, im ersten Quartal eine weitere – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Prognose. Höhere Zinsen verteuern die Finanzierung von Unternehmen und machen Anleihen als Alternative zu Aktien attraktiver.

Auf Aktionärsseite stößt dieser geldpolitische Kurs auf Widerspruch, vor allem mit Blick auf die Ursache der Teuerung.

Für mich als Ökonom ist es allerdings sehr fraglich, die gestiegene Inflation, die nun mal in erster Linie und ausschließlich durch hohe Energiepreise getrieben ist, durch die pausenlose Erhöhung von Zinsen bekämpfen zu wollen. Diese Rechnung geht nicht auf und schadet der Wirtschaft.

Zinserhöhungen wirkten nur dann, wenn die Wirtschaft laufe, wird ergänzt – andernfalls gehe die Rechnung nicht auf. Die Skepsis gegenüber dem Zinskurs bleibt damit spürbar, auch wenn die Märkte die erwarteten Schritte bereits einpreisen.

US-Daten sorgen nur kurz für Entlastung

Zwischenzeitlich hatte der DAX sein Minus fast wettgemacht. Der von der US-Notenbank Fed bevorzugte Preisindikator PCE fiel für August besser als erwartet aus, zudem meldete der Dienstleister ADP einen überraschend kräftigen Stellenaufbau in der US-Privatwirtschaft. Am späten Nachmittag verlor der Leitindex jedoch wieder an Boden; die Tagesspanne reicht von rund 25.580 bis gut 25.200 Punkte. Auch der MDAX liegt 0,4 Prozent im Minus, während der US 500 rund 0,5 Prozent zulegt. Stütze im DAX ist BMW mit einem Plus von gut 1 Prozent nach dem Kapitalmarkttag.

Charttechnisch orientierte Anleger hatten die Schwäche früh im Blick. Bereits am Morgen wurde das Hin und Her im Tageschart als mögliche bärische Flagge gedeutet. Als wichtige Unterstützung gilt der Bereich um 25.160 bis 25.190 Punkte, darunter wird eine offene Kurslücke knapp unter 25.100 Punkten genannt. Die Einschätzungen fallen entsprechend vorsichtig aus.

Ob der Abend Entlastung bringt, dürfte von mehreren Faktoren abhängen. Nach US-Börsenschluss legt Micron Technology Zahlen vor, die als wichtiger Baustein für die Stimmung im Technologiesektor gelten. Hoffnung ruht zudem auf den Gesprächen rund um den Iran-Konflikt, von denen positive Signale kommen könnten; skeptisch wird eingewandt, Teheran habe US-Vorschläge bislang meist kritisch aufgenommen. Die Anleger-Stimmung schwankt damit zwischen Inflationssorge und vorsichtiger Hoffnung auf Entspannung.

Bn-Redaktion/sb
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