Angriff aus Italien

Wie lässt sich die Übernahme abwehren? 17.03.2026, 10:30 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Commerzbank
© Symbolbild Commerzbank
Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Commerzbank 38,07 EUR -0,69 % Quotrix Düsseldorf
UniCredit 79,88 EUR +0,31 % Lang & Schwarz

Niedriges Angebot entfacht neue Dynamik

Das Übernahmeangebot der UniCredit in Höhe von €35 Milliarden ($40 Milliarden) hat die Lage rund um die Commerzbank schlagartig verschärft. Mit einem Aufschlag von lediglich 4% auf den vorherigen Schlusskurs wirkt die Offerte bewusst zurückhaltend. Ziel ist es offenbar nicht die sofortige Kontrolle, sondern strategischer Einfluss: Der Anteil soll gezielt über die Schwelle von 30% gehoben werden, ohne eine vollständige Übernahme auszulösen. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, später schrittweise weiter aufzustocken.

Klare Kampfansage aus dem Management

Die Führung der Commerzbank reagiert entschlossen auf den Vorstoß. Vorstandschefin Bettina Orlopp machte deutlich: „Das ist ein Angebot zu einem sehr niedrigen Preis.“ Gleichzeitig betonte sie den Fokus auf eine eigenständige Zukunft. Man denke darüber nach, die Profitabilität schneller zu steigern: „Wir denken derzeit darüber nach, den Prozess zu beschleunigen.“ Diese Strategie soll vor allem den Unternehmenswert erhöhen und Investoren überzeugen.

Gewinnprognose signalisiert weiteres Potenzial

Bereits zuvor wurde angekündigt, dass der Jahresgewinn über den bisherigen Erwartungen von €3,2 Milliarden liegen dürfte. Intern wird diese Prognose inzwischen eher als Untergrenze gesehen. „Unsere bestehende Prognose sollte als Untergrenze betrachtet werden“, hieß es ergänzend. Damit unterstreicht die Bank ihren Anspruch, auch ohne Übernahme deutliche Wertsteigerungen zu erzielen.

Politischer Widerstand stärkt Eigenständigkeit

Rückendeckung kommt aus der Politik: Die Regierung positioniert sich klar gegen eine Übernahme. Als bedeutender Anteilseigner unterstützt sie den eigenständigen Kurs der Bank weiterhin. Diese Haltung erschwert größere strategische Schritte des Bieters erheblich und signalisiert Stabilität für den aktuellen Kurs der Commerzbank.

Strategisches Spiel um Einfluss statt Kontrolle

Das Angebot ermöglicht es dem Interessenten, langfristig flexibel zu agieren. Nach Abschluss könnte der Anteil auf knapp unter 50% ausgebaut werden – ohne zusätzliche regulatorische Hürden. Gleichzeitig bleibt die Tür für Gespräche offen. „Um uns an den Tisch zu bringen, ist eine Übernahme nicht notwendig“, stellte Orlopp klar. Dennoch zeigt sich die Bank grundsätzlich gesprächsbereit, sofern konkrete Vorschläge vorgelegt werden.

Abwehrstrategie nimmt konkrete Formen an

Parallel zur öffentlichen Ablehnung des Angebots arbeitet die Commerzbank intensiv an internen Abwehrmaßnahmen. Im Mittelpunkt stehen dabei eine weitere Steigerung der Profitabilität, zusätzliche Kostensenkungen sowie höhere Ausschüttungen an Aktionäre. Durch diese Maßnahmen soll der Unternehmenswert nachhaltig erhöht und die Attraktivität einer eigenständigen Strategie untermauert werden. Zudem signalisiert das Management, dass man sich nicht unter Druck setzen lassen will und mögliche Schritte sorgfältig prüft. Ziel ist es, potenzielle Investoren langfristig vom eigenständigen Kurs zu überzeugen und gleichzeitig den Handlungsspielraum gegenüber einem schrittweisen Einstieg des Rivalen zu begrenzen.

Bn-Redaktion/ts
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