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Beschaffung

Rheinmetall wartet auf Milliardenauftrag Arminius 30.09.2026, 11:57 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Rheinmetall-Aktien notieren am Mittwochvormittag mit 967,70 Euro rund 0,6 Prozent fester. Die Marke von 1.000 Euro bleibt damit außer Reichweite: Im Wochenverlauf steht ein Minus von knapp drei Prozent zu Buche, binnen zwölf Monaten hat sich der Kurs etwa halbiert. Unter Aktionären herrscht angespanntes Abwarten – der Blick richtet sich auf eine Entscheidung im Dezember.

Arminius als Taktgeber für den Kurs

Im Zentrum steht das Beschaffungsprojekt Arminius, mit dem die Bundeswehr zahlreiche Varianten des Radpanzers Boxer ordern will. Der Festauftrag umfasst rund 1.800 Fahrzeuge, auf Rheinmetall entfielen davon etwa 12,4 Milliarden Euro; mit KNDS Deutschland ist eine hälftige Teilung vereinbart. Die parlamentarische Befassung ist für den 9. Dezember vorgesehen, die Vertragsunterzeichnung könnte kurz darauf folgen.

Aus Anlegersicht liegt genau hier die Erklärung für das aktuelle Kursniveau. Solange der Vertrag nicht unterschrieben sei, bleibe das Projekt Wachstumstreiber und Risiko zugleich – und damit der Grund für Notierungen unterhalb von 1.000 Euro.

Arminius ist aktuell alles – Wachstumsimpuls, Impuls für den Cashflow, Auftragsgarant sowie Risiko, falls es fällt.

Die Sorge, das im Sommer gestoppte Fregattenprojekt F126 könne sich bei anderen Vorhaben wiederholen, wird auf Aktionärsseite zurückgewiesen: F126 sei nie ein gesicherter Rheinmetall-Auftrag gewesen, bei Arminius werde dagegen direkt mit Rheinmetall und KNDS verhandelt. Dass die Entscheidung erst in gut zwei Monaten fällt, sorgt dennoch für Ungeduld.

Vorstandschef kauft erneut zu

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält ein Eigengeschäft von Vorstandschef Armin Papperger. Laut Pflichtmitteilung erwarb er am 29. September über Xetra 524 Aktien zu je 950,38 Euro, zusammen knapp 499.000 Euro. Bereits nach dem Aus für F126 im Sommer hatte er Papiere des Unternehmens gekauft.

Auf Anlegerseite wird der Kauf vor allem als Zeichen der Konsequenz gelesen: Der Konzernchef stehe mit privatem Geld hinter seinen öffentlichen Aussagen zum Zeitplan der Verhandlungen, statt sich wegzuducken. Zugleich wird eingeräumt, dass man den Schritt auch überinterpretieren könne. Aus Insiderkäufen lässt sich kein verlässliches Kurssignal ableiten – die Stimmung dazu bleibt vorsichtig zuversichtlich.

Rüstungswerte zwischen Druck und Erholung

Der Sektor insgesamt tut sich schwer. Renk gewinnt am Mittwoch zwar rund 1,2 Prozent auf 38,73 Euro, hat im Wochenverlauf aber gut sechs Prozent verloren und liegt nahe dem tiefsten Stand seit etwa anderthalb Jahren. Deutlich stabiler zeigt sich Hensoldt mit einem Plus von rund 3,1 Prozent auf 77,96 Euro. Rheinmetall selbst meldete über die US-Tochter die Lieferung von mehr als 3.100 Waffenlafetten an die US-Armee – mit einem Volumen von 20,7 Millionen US-Dollar ein eher kleiner Auftrag.

Unter Aktionären fällt der Vergleich mit den USA ernüchternd aus. Dort sammelten Rüstungskonzerne binnen Wochen Milliardenaufträge ein, weil Genehmigungswege kurz und die Beschaffung zentral organisiert seien, während hierzulande monatelang in Gremien beraten werde. Auch das Marktumfeld bremst: Die Hoffnung auf Rückenwind wird durch den Leitindex DAX gedämpft, der seine Frühgewinne vor den deutschen Inflationsdaten am Nachmittag wieder abgab; schon die französischen Preisdaten gelten als wenig ermutigend. Das Stichwort für die europäischen Rüstungswerte lautet damit vorerst Volatilität. Der Ton bleibt abwartend, bis Arminius unter Dach und Fach sein könnte.

Bn-Redaktion/sb
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