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Quartalszahlen

Micron-Aktie vor der großen Bewährungsprobe 30.09.2026, 12:05 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Micron Technology 940,35 EUR -0,24 % Baader Bank
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Die Aktie von Micron Technology tritt vor dem wichtigsten Termin des Quartals auf der Stelle. Am Mittwochmittag kostet das Papier 940,65 Euro, 0,21 Prozent weniger als am Vortag. Um 22 Uhr deutscher Zeit legt der Speicherchiphersteller die Zahlen zu seinem vierten Geschäftsquartal vor. Auf Aktionärsseite ist die Stimmung vor dem Termin gespalten – zwischen Vertrauen in das KI-Geschäft und der Sorge vor Gewinnmitnahmen.

Management peilt 50 Milliarden Dollar Umsatz an

Die Messlatte hat Micron selbst hoch gelegt. Für das abgelaufene Quartal stellte der Konzern einen Umsatz von 50 Milliarden Dollar in Aussicht, plus oder minus eine Milliarde. Die Bruttomarge soll bei rund 86 Prozent liegen, der bereinigte Gewinn je Aktie bei 31 Dollar. Die Konsensschätzungen am Markt liegen mit gut 50,4 Milliarden Dollar Umsatz und rund 31,2 Dollar je Aktie leicht darüber. Im Vorquartal hatte Micron 41,5 Milliarden Dollar umgesetzt, vor einem Jahr lag der Quartalsumsatz noch bei gut elf Milliarden Dollar. Treiber ist vor allem der Hochleistungsspeicher HBM, der in KI-Rechenzentren gebraucht wird und für das laufende Jahr als ausverkauft gilt.

Aus Anlegersicht spricht das eher für Gelassenheit: Letztlich gehe es um Quartalszahlen, und die dürften nach allen bisherigen Signalen stark ausfallen. Mitgedacht wird dabei die Hoffnung, dass die Aktie nach guten Zahlen wieder an frühere Höchststände heranrücken könnte.

Es sind halt "nur" Quartalszahlen. Die sehr gut aussehen.

Entscheidend dürfte allerdings weniger das abgelaufene Quartal sein als der Ausblick. Nach einer Serie von Rekorden rechnet der Markt mit weiterem Wachstum – bliebe die Prognose für das neue Geschäftsjahr hinter den Hoffnungen zurück, könnte selbst ein Zahlenwerk im Rahmen der eigenen Vorgaben enttäuschen.

Rally hat viel Zuversicht eingepreist

Wie hoch die Erwartungen sind, zeigt der Kursverlauf. Binnen zwölf Monaten ist die Aktie von rund 155 Euro auf mehr als 940 Euro gestiegen und hat sich damit etwa versechsfacht. Vom Jahreshoch bei 1.104 Euro ist sie allerdings knapp 15 Prozent entfernt, im Wochenverlauf gab sie rund 1,6 Prozent ab. Rückenwind kommt von Analystenseite: Die US-Bank Baird bestätigte ihre Einstufung „Outperform“ und hob das Kursziel von 1.280 auf 1.520 Dollar an – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Empfehlung. Begründet wird das mit dem wachsenden Speicherbedarf durch KI-Agenten. Zu den wichtigsten Abnehmern zählt Nvidia, das Micron mit HBM4-Speicher für seine nächste Chipgeneration beliefert; die Nvidia-Aktie notiert am Mittag 0,3 Prozent höher bei 200,95 Euro. Als Risiken gelten mögliche US-Zölle auf Halbleiter und ein Patentstreit um DDR5-Speicher.

Skeptiker auf Aktionärsseite halten die Bewertung nach der Rally für überzogen. Nach früheren Quartalsberichten sei es wiederholt zu deutlichen Rücksetzern gekommen, ein ähnliches Muster könne sich auch diesmal zeigen – mit möglichen Folgen für den gesamten Chipsektor. Hinzu kommt der Einwand, große Investoren könnten die hohe Liquidität am Zahlentag für Gewinnmitnahmen nutzen und Aktien an euphorische Privatanleger weiterreichen. Dem steht die Beobachtung entgegen, dass sich Dauerpessimismus bei Micron bislang kaum bezahlt gemacht habe, weil der Markt die Warnungen immer wieder widerlegt habe. Die Anleger-Stimmung schwankt damit zwischen Zuversicht in das KI-Geschäft und Respekt vor der Fallhöhe nach der Rally.

Bn-Redaktion/sb
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