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Commerzbank-Übernahme

UniCredit greift nach der Commerzbank 14.09.2026, 16:12 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Commerzbank-Übernahme: UniCredit greift nach der Commerzbank
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Commerzbank 42,67 EUR -0,12 % Lang & Schwarz
UniCredit 99,30 USD +1,85 % Nasdaq OTC

Bund verliert an Verhandlungsmacht

Die Ausgangslage hat sich für die Bundesregierung deutlich verändert. UniCredit verfügt inzwischen über fast 50 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank, während der Bund noch 12,1 Prozent aller Anteile hält. Weil eigene Aktien der Commerzbank kein Stimmrecht besitzen, entsprechen diese 12,1 Prozent derzeit 12,7 Prozent der Stimmrechte. Damit ist der Einfluss des Bundes gegenüber der italienischen Großbank deutlich begrenzt. Auch die Commerzbank, die sich lange gegen die feindliche Übernahme gewehrt hatte, führt offenbar bereits seit einigen Wochen Gespräche mit UniCredit.

Bundesregierung stellt Bedingungen

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil empfängt UniCredit-Chef Andrea Orcel, um über die anstehende Übernahme zu sprechen. Dabei soll die Bundesregierung auf den Erhalt "der deutschen Identität" der Commerzbank sowie ihrer Börsennotierung drängen. Zudem soll UniCredit auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Ein weiteres Ziel betrifft die Kontrolle über das Institut. Der Bund möchte sich zwei Sitze im Aufsichtsrat erhalten. Nach zwei Jahren ohne direkte Gespräche mit Orcel reagiert die Bundesregierung damit auf die inzwischen geschaffenen Mehrheitsverhältnisse.

Großbank mit 1,3 Billionen Euro Bilanzsumme

Orcel verfolgt mit der Transaktion die Vision eines europäischen Gegengewichts zur US-Konkurrenz. Durch einen Zusammenschluss von UniCredit und Commerzbank würde ein Institut mit einer Bilanzsumme von mehr als 1,3 Billionen Euro entstehen. Die Europäische Zentralbank tendiert Insidern zufolge dazu, die Transaktion zu genehmigen. UniCredit verfügt bereits über erhebliche Geschäftsinteressen in Deutschland. Hinzu kommt die Bank Austria aus Österreich, die seit 2005 zum italienischen Konzern gehört.

Firmenkundengeschäft wird zum Streitpunkt

Offen ist insbesondere, welche Rolle das bedeutende Firmenkundengeschäft der Commerzbank künftig spielen würde. Auch die Zahl der erhaltenen Filialen ist ungeklärt. Das Finanzministerium hatte zuletzt die Bedeutung der Commerzbank für die Finanzierung der deutschen Wirtschaft und insbesondere des Mittelstands hervorgehoben. Sorgen bestehen zudem um das umfangreiche Auslandsnetz der Bank, das mittelständische Unternehmen beim Export unterstützt. UniCredit konzentriert ihr Geschäftsmodell dagegen vor allem auf die europäischen Kernmärkte.

Commerzbank-Aktie gerät unter Druck

Die Bundesregierung will nach eigenen Angaben im Sinne des Mittelstands, des Standorts und der Beschäftigten handeln und führt dazu Gespräche mit der Commerzbank sowie dem Betriebsrat. Gleichzeitig dürfte auch Orcel an einem konstruktiven Verhältnis zur Bundesregierung interessiert sein, um die Geschäftsinteressen von UniCredit in Deutschland nicht zu belasten. Ob die Gespräche konkrete Ergebnisse liefern, bleibt offen. An der Börse reagiert die Commerzbank-Aktie schwächer. Nach deutlichen Kursgewinnen in den vergangenen Monaten verliert sie aktuell über ein Prozent und entwickelt sich damit schlechter als der Gesamtmarkt.

Bn-Redaktion/ar
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