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Teurer Kupfer

Jetzt Droht der Preisschub im Alltag 14.09.2026, 14:42 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Teurer Kupfer: Jetzt Droht der Preisschub im Alltag
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Rekordpreis trifft auf steigenden Bedarf

An der LME kostete eine Tonne Kupfer zuletzt rund 14.800 Dollar, umgerechnet ungefähr 12.600 Euro. Hinter dem Preisanstieg steht neben kurzfristigen Faktoren ein struktureller Nachfrageboom. Die weltweite Stromnachfrage soll von 2026 bis 2030 jährlich um rund 1.100 TWh wachsen, nach durchschnittlich rund 700 TWh im vergangenen Jahrzehnt. Bis 2040 wird ein zusätzlicher Kupferbedarf von rund sieben Millionen Tonnen erwartet.

KI und E-Autos brauchen enorme Mengen Kupfer

Stromnetze, Kabel und Transformatoren benötigen große Mengen des Industriemetalls. Hinzu kommen Wind- und Solarparks, Stromspeicher sowie KI-Rechenzentren von Amazon, Alphabet, SpaceX und Meta. S&P Global erwartet bis 2040 einen Anstieg der weltweiten Kupfernachfrage um rund 50 Prozent. In einem Elektroauto stecken etwa 75 Kilogramm Kupfer und damit fast dreimal so viel wie in einem Verbrenner. Ein KI-Rechenzentrum kann bis zu 50.000 Tonnen benötigen.

USA verschärfen die Knappheit

Zusätzlichen Druck erzeugen Sorgen vor möglichen US-Importzöllen. Händler bringen große Kupfermengen in die USA, obwohl derzeit keine Informationen vorliegen, ob oder wann entsprechende Zölle eingeführt werden. Allein im Juli lagen die US-Kupferimporte bei mehr als 220.000 Tonnen und damit auf Rekordniveau. Gleichzeitig sind die Bestände in den LME-Lagerhäusern seit Ende Mai um fast 40 Prozent gesunken.

Chile wird zum zusätzlichen Risikofaktor

Auch die Angebotsseite bleibt angespannt. Im August führten ein schwerer Sturm und Überschwemmungen in mehreren chilenischen Kupferminen teilweise zu Betriebsstopps. Wetterextreme könnten die Förderung zusätzlich belasten. Das wiegt schwer, denn Chile ist der größte Kupferproduzent weltweit. 2025 förderten die Minen des Landes rund 5,3 Millionen Tonnen und damit knapp ein Viertel der globalen Kupfermenge.

Vom Hausbau bis zur Stromrechnung

Höhere Kupferpreise können Wasserrohre, Stromkabel, Wärmepumpen, Elektroinstallationen, Smartphones und Computer verteuern. Kupfer steht zudem für rund 10 bis 15 Prozent der Kosten von Transformatoren und Stromkabeln. Steigende Ausbaukosten könnten deshalb langfristig die Netzkosten erhöhen. Netzentgelte entsprechen bei deutschen Haushalten bereits rund 30 Prozent der Stromrechnung. BMW, Ferrari, Tesla und mehrere chinesische Hersteller setzen bei Teilen der Fahrzeugverkabelung deshalb verstärkt auf Aluminium, das derzeit nur etwa ein Viertel so viel kostet wie Kupfer.

Bn-Redaktion/ar
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