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UniCredit geht All in? 18.12.2024, 13:45 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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UniCredit erhöht Druck: Warum der 28%-Einstieg bei der Commerzbank jetzt für Aufregung sorgt

UniCredit SpA hat ihre Beteiligung an der Commerzbank AG auf insgesamt 28 % erhöht – ein Schritt, der die Übernahmeambitionen von CEO Andrea Orcel unterstreicht. Mit einem direkten Anteil von 9,5 % und weiteren 18,5 % über Finanzinstrumente sichert sich die italienische Großbank ihre Position, während die anstehenden Bundestagswahlen in Deutschland die Lage zusätzlich brisant machen.

UniCredit spielt mit Derivaten – und den deutschen Übernahmeregeln

Die Transaktion erfolgt über Derivate wie Total Return Swaps, wodurch UniCredit Stimmrechte erhält, ohne die 10%-Schwelle zu überschreiten, die eine Genehmigung der Europäischen Zentralbank erfordern würde. Laut deutscher Gesetzgebung müsste UniCredit ab einem Anteil von 30 % ein offizielles Übernahmeangebot abgeben. Der Prozess für eine Beteiligung bis zu 29,9 % wurde bereits eingeleitet.

Berlin bleibt skeptisch – der Markt reagiert positiv

Während die Bundesregierung, die selbst noch 12 % an der Commerzbank hält, den Schritt kritisch sieht, zeigt sich der Markt optimistisch. Die Commerzbank-Aktie legte in Frankfurt um bis zu 4,3 % zu und stieg zeitweise wieder über die Marke von 16 Euro. Seit dem ersten Einstieg von UniCredit im September beträgt das Kursplus rund 26 %. Auch UniCredit-Aktien zogen leicht an.

Politische Hürden und die Hoffnung auf einen Regierungswechsel

Andrea Orcel, bekannt für seine aggressiven Expansionsstrategien, bleibt geduldig. Ein möglicher Regierungswechsel nach den Bundestagswahlen am 23. Februar könnte die Verhandlungen erleichtern. Der konservative Kanzlerkandidat Friedrich Merz hat sich jedoch bereits gegen eine Übernahme ausgesprochen.

Konsolidierungspotenzial oder Arbeitsplatzabbau?

UniCredit betont, dass der Einstieg rein strategischer Natur sei. Dennoch glaubt Orcel an ein großes Wertpotenzial durch eine Fusion mit der Commerzbank, insbesondere durch Synergien mit der deutschen Tochter HypoVereinsbank. Gewerkschaften wie Verdi fürchten hingegen Stellenstreichungen, ähnlich wie nach der HVB-Übernahme 2005.

Die nächsten Monate könnten entscheidend werden, ob UniCredit ihren Übernahmekurs fortsetzen kann oder ob politische Hürden das Vorhaben blockieren.

Bn-Redaktion/ts
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