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Fast 40 Prozent Minus

Rheinmetall-Aufseher kauft nach Absturz zu 02.10.2026, 13:36 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Rheinmetall 957,15 EUR +0,91 % Baader Bank
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Beim Düsseldorfer Rüstungskonzern kauft ein Insider mitten im Ausverkauf zu. Die Sara Georgi Stiftung, die in enger Beziehung zu Aufsichtsrat Andreas Georgi steht, hat am Freitag über Xetra Rheinmetall-Aktien für knapp 239.000 Euro erworben. Das Papier notiert am frühen Nachmittag 1,3 Prozent fester bei 961,50 Euro – seit Jahresbeginn summiert sich das Minus allerdings auf fast 40 Prozent, und unter Aktionären überwiegt der Zweifel, ob die Erholung diesmal trägt.

Stiftung zahlt im Schnitt knapp 955 Euro je Aktie

Laut der Pflichtmitteilung zu Eigengeschäften von Führungskräften lag der Durchschnittspreis bei 954,83 Euro, das Volumen bei 238.706,60 Euro. Gekauft wurde am Freitag selbst und damit nur wenig oberhalb des bisherigen Tagestiefs von 947,15 Euro. Gemessen am Börsenwert des Konzerns ist der Betrag überschaubar. Beachtung findet er dennoch, weil er in eine Phase fällt, in der die Aktie binnen zwölf Monaten rund die Hälfte ihres Werts eingebüßt hat.

Aus Anlegersicht ging die Meldung schnell herum und wurde als Beleg gelesen, dass es operativ bei Rheinmetall laufe. An der Grundskepsis ändert das jedoch wenig. Ein häufig vorgebrachtes Argument lautet, dass noch zahlreiche Aktionäre den Ausstieg suchten und jede Gegenbewegung deshalb rasch wieder verkauft werde.

Es wollen noch so viele raus aus der Aktie, da wird jede Erholung sofort abverkauft

Hinzu kommt der Hinweis auf Leerverkäufer: Kurserholungen würden zunächst von Eindeckungen getragen, ehe es erneut abwärts gehe. Charttechnisch orientierte Anleger sehen den Kurs zudem schon am Vormittag an einem Widerstand gescheitert. Der Ton zu diesem Punkt bleibt gereizt und nervös.

Hensoldt läuft Rheinmetall und Renk davon

Wie gespalten der Sektor ist, zeigt der Blick auf die Konkurrenz. Hensoldt legt um 3,8 Prozent auf 80,42 Euro zu und erreichte das höchste Niveau seit mehr als drei Wochen. Kepler Cheuvreux sprach eine Kaufempfehlung aus, nachdem die Bank of America den Spezialisten für Rüstungselektronik bereits am Vortag auf ihre Liste der besten Ideen unter den Nebenwerten gesetzt hatte – beides externe Einschätzungen, keine redaktionelle Empfehlung. Renk erholt sich um 2,1 Prozent auf 37,54 Euro, hat seit Jahresbeginn aber fast ein Drittel verloren und war zuletzt auf den tiefsten Stand seit dem Zoll-Crash gefallen.

Dahinter steht eine Neubewertung der gesamten Branche nach dem Rüstungsboom der vergangenen Jahre. Selbst bei Kepler Cheuvreux bestehen langfristig Zweifel, ob Bewertungen und Wachstum nach dem derzeitigen Boom zu halten seien. Auf Aktionärsseite wird die besondere Schwäche des Branchenprimus zusätzlich mit dem Aus für das Fregattenprojekt F126 im Sommer verbunden, das den Kurs damals spürbar belastet habe; dazu kommt der Einwand einer weiterhin zu hohen Bewertung. Die Gegenrede fällt knapp aus: Die Berichte zum Fregatten-Aus seien Monate alt und längst verarbeitet. Die Stimmung bleibt in dieser Frage gespalten.

Satellitenstart nährt Hoffnung auf neue Geschäftsfelder

Operativ liefert Rheinmetall am Freitag ebenfalls eine positive Schlagzeile: Gemeinsam mit dem Partner Argotec hat der Konzern nach eigenen Angaben mit SpaceX seinen ersten Satelliten ins All gebracht. Aus Sicht langfristig orientierter Aktionäre passt der Start zur Strategie, den Konzern in allen militärischen Einsatzbereichen aufzustellen – auch wenn Angaben zu Kosten und möglichen Auftragswerten bislang fehlten. Zudem wird auf das wachsende Geschäft und den Aufstieg im internationalen Ranking der größten Rüstungshersteller verwiesen. Investitionen und volle Lager belasteten zwar den Cashflow, seien aber nicht verloren und könnten später Umsatz bringen. Eher als Engpass gilt in dieser Lesart, die Fülle an Aufträgen überhaupt abzuarbeiten.

Kurzfristig richtet sich der Blick auf die nächsten Quartalszahlen. Bis dahin könnte die Aktie unter Druck bleiben, lautet die Erwartung auf skeptischer Seite. Die Anleger-Stimmung schwankt damit zwischen der Geduld langfristiger Aktionäre und dem Frust über eine Erholung, die bislang nie lange gehalten hat.

Bn-Redaktion/sb
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