FCAS Aus

100 Milliarden Euro Schock für Airbus 09.06.2026, 19:40 Uhr Jetzt kommentieren: 0

FCAS Aus: 100 Milliarden Euro Schock für Airbus
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Dassault Systemes 20,54 EUR -2,12 % Baader Bank
Airbus 204,13 EUR -1,04 % Baader Bank

Strategisches Großprojekt gestoppt

Sieben Jahre nach dem Start der Arbeiten an FCAS ist der gemeinsame Kampfjet von Deutschland und Frankreich gescheitert. Das Projekt war im Juli 2017 von Angela Merkel und Emmanuel Macron angestoßen worden. Es sollte den Eurofighter und die französische Rafale spätestens ab 2040 ablösen. Der Streit zwischen Airbus Defence und Dassault über Führung, Zuständigkeiten und industrielle Kontrolle machte eine Einigung am Ende unmöglich.

Dassault wollte die Führung

Kern des Konflikts war die Rolle des französischen Flugzeugbauers Dassault. Konzernchef Éric Trappier hatte klargemacht: „Ich will eine klare Führung, nicht nur auf dem Papier.“ Auf deutscher Seite wuchs der Eindruck, dass Airbus, MTU Aero Engines und weitere Partner nur eine Juniorrolle erhalten sollten. Zugleich stand ein 100 Milliarden Euro Projekt im Raum, das für die europäische Rüstungsindustrie enorme Bedeutung gehabt hätte.

Bundeswehr sucht Plan B

Die Bundeswehr braucht nun eine Lösung für die Zeit nach 2035. Luftwaffenchef Holger Neumann verwies auf die Lücke zwischen der letzten Eurofighter Auslieferung und einem künftigen europäischen Kampfjet. Er sagte: „Im Moment sehe ich keinen Ersatz für einen Menschen im Cockpit.“ Zugleich forderte er ab 2035 nur noch Waffensysteme der fünften Generation, da der Eurofighter keine Tarnkappeneigenschaften besitzt.

F 35 und Schweden im Blick

Als Brückenlösung gelten weitere F 35 Kampfjets aus US Produktion. Sie verfügen über Stealth Eigenschaften, können mit unbemannten Systemen zusammenwirken und sind für die nukleare Teilhabe relevant. Großbritannien ist mit Japan und Italien bereits im Global Combat Air Programme gebunden. Damit rückt Schweden mit Saab als möglicher Partner stärker in den Fokus. Auch Spanien bleibt als bisheriger FCAS Teilnehmer wichtig.

Team Gen 6 als Signal

Trotz des Scheiterns soll die Combat Cloud weiterentwickelt werden. Sie gilt als digitales Nervensystem für Flugzeuge, Drohnen, Sensoren und Plattformen. Mitte Juli soll ein neuer Arbeitsplan folgen. Parallel formiert sich unter Führung von Airbus das Bündnis Team Gen 6 mit Autoflug, Diehl Defence, Hensoldt, Liebherr, MBDA, MTU Aero Engines und Rohde und Schwarz. Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte zum Aus: „Mich schmerzt das sehr.“

Bn-Redaktion/ar
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