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Kursrutsch

Goldpreis sackt unter 4200 Dollar ab 28.09.2026, 10:15 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Kursrutsch: Goldpreis sackt unter 4200 Dollar ab
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Gold 4.155,05 USD -2,94 % Lang & Schwarz
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Gold verbilligt sich am Montagvormittag kräftig. Die Feinunze kostete zuletzt rund 4.158 US-Dollar und damit gut 3 Prozent weniger als zum Vortagesschluss, die Marke von 4.200 Dollar ist klar unterschritten. Unter Anlegern macht sich Nervosität breit, der Blick richtet sich bereits auf die nächsten Haltelinien.

Ölpreis und Hormus-Streit schüren Inflationssorgen

Auslöser des Rückgangs ist vor allem die Lage im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende einen iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der für Öllieferungen wichtigen Straße von Hormus als nicht annehmbar bezeichnet. Öl der Sorte Brent verteuerte sich daraufhin um rund 1,6 Prozent auf gut 99 Dollar je Barrel. Zwar werden weitere indirekte Gespräche zwischen Washington und Teheran erwartet, die Fronten gelten jedoch als verhärtet.

Unter Aktionären wird die Verbindung zum Edelmetall klar gezogen: Höhere Ölpreise könnten einen neuen Inflationsschub und damit steigende Zinsen nach sich ziehen, worauf Gold mit Verkäufen reagiere, lautet eine ausführliche Einschätzung vom Morgen. Den politischen Fahrplan sehen Anleger mit Skepsis. Ein Investor vermutet, Trump warte für einen Deal auf den aus seiner Sicht günstigsten Moment kurz vor den Zwischenwahlen Anfang November – womöglich sei es dafür aber bereits zu spät. Vereinzelt wird auch erwartet, das Weiße Haus wolle das Thema am liebsten bis nach den Wahlen verschieben; ob die Märkte das zuließen, sei fraglich.

Steigende Zinsen nehmen dem Edelmetall die Stütze

Hinzu kommt Druck vom Anleihemarkt. Die US-Notenbank Fed hatte Mitte September erstmals seit mehr als drei Jahren den Leitzins angehoben, um der hohen Teuerung zu begegnen. An den Finanzmärkten rechnet eine Mehrheit mit einer weiteren Erhöhung Ende Oktober. Da Gold keine laufenden Zinsen abwirft, verliert es bei steigenden Renditen im Vergleich zu Anleihen an Attraktivität. Marktbeobachter warnen zudem vor dem Risiko einer Stagflation.

Aus Anlegersicht liegt dieser Zusammenhang auf der Hand: Zwischen kletternden Renditen und dem fallenden Goldpreis stellt sich ein direkter Bezug ein. Solange die Renditen stark steigen, dürften es auch Aktien schwer haben – der DAX notiert tatsächlich rund 0,4 Prozent im Minus bei gut 25.400 Punkten. Auf längere Sicht fällt der Blick dagegen weniger düster aus. Sinkendes Vertrauen in die USA könne zunächst die Zinsen treiben und Gold belasten, später aber eine deutliche Abwertung des Dollar auslösen, von der das Edelmetall überproportional profitieren könnte. Die Anleger-Stimmung schwankt damit zwischen kurzfristiger Sorge und langfristiger Zuversicht.

Charttechnische Marken rücken in den Fokus

Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf rund 4,4 Prozent, vom Jahreshoch bei gut 5.400 Dollar ist der Preis inzwischen mehr als 20 Prozent entfernt. Verglichen mit dem Stand vor einem Jahr liegt Gold allerdings noch gut 8 Prozent im Plus. Das Tagestief markierte das Edelmetall am Vormittag bei rund 4.156 Dollar.

Mehrere charttechnisch orientierte Anleger haben die nächsten Unterstützungen bereits abgesteckt. Genannt werden Zonen um 4.160 und 4.080 Dollar sowie die runde Marke von 4.000 Dollar, die als möglichen Wendepunkt gesehen wird. Deutlich pessimistischer fällt diese Sicht aus:

Bei den Edelmetallen wieder das typische Manöver, Freitag angetäuscht und dann im Asienhandel verkaufen die Algos ab. Charttechnisch sind neue Tiefs zu favorisieren gegenüber den Sommertiefs, wir haben die Fibonacci-23er deutlich zur Unterseite verlassen.

Wie belastbar solche Marken sind, dürfte sich erst in den kommenden Tagen zeigen. Als richtungsweisend gilt neben den Signalen aus Nahost vor allem der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag; zusätzlich wird auf die PCE-Preisdaten zur Wochenmitte verwiesen. Der Ton bleibt vorsichtig: Offen wird die Frage gestellt, ob der Verkaufsdruck das Edelmetall noch in dieser Woche unter 4.000 Dollar drücken könnte.

Bn-Redaktion/sb
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