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Teuerung

DAX gibt Frühgewinne vor Inflationsdaten ab 30.09.2026, 11:19 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
DAX 25.296,00 PKT ±0,00 % Lang & Schwarz
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Vom KI-Schwung des Handelsstarts ist beim DAX kaum etwas übrig geblieben. Gegen 11.15 Uhr notierte der deutsche Leitindex bei 25.395 Punkten und damit rund 0,2 Prozent im Minus, nachdem er im frühen Handel noch bis auf 25.573 Punkte gestiegen war. Unter Anlegern hat sich die Stimmung binnen zwei Stunden spürbar eingetrübt.

Trump-Signal trägt nur bis zur 21-Tage-Linie

Für Auftrieb hatten zunächst Aussagen aus Washington gesorgt: US-Präsident Donald Trump hatte nach einem Treffen mit Branchenvertretern neue Bundesvorschriften für Künstliche Intelligenz abgelehnt und sich für eine Selbstregulierung der Unternehmen ausgesprochen. In Asien zogen daraufhin Halbleiterwerte an, auch hierzulande legten Chipaktien zum Start zu. Der Anstieg kam jedoch unterhalb des Vortageshochs von knapp 25.620 Punkten zum Stehen – in diesem Bereich verläuft derzeit auch die 21-Tage-Linie als kurzfristiger Trendindikator.

Aus charttechnischer Sicht war die Luft dort ohnehin dünn. Die Zone um 25.580 Punkte sei früh als Hürde ausgemacht gewesen, der Anstieg bis dorthin eher künstlich hochgezogen worden. Das seitliche Hin und Her im Tageschart wird zudem bereits als mögliche bärische Flagge gedeutet. Frühe Gewinne wurden entsprechend rasch realisiert, der Ton gegenüber der Erholung bleibt misstrauisch.

Länderdaten zeigen kräftigen Preisauftrieb

Den Stimmungsumschwung lösten die Inflationsdaten aus den Bundesländern aus. In Nordrhein-Westfalen stieg die jährliche Teuerungsrate im September auf 3,3 Prozent nach 2,9 Prozent im August – der höchste Wert seit 2023. Bayern meldete 3,2 Prozent nach zuvor 2,9 Prozent, Hessen und Sachsen jeweils 3,4 Prozent. Treiber sind vor allem die Energiepreise: Diesel verteuerte sich in NRW binnen Jahresfrist um knapp 49 Prozent, Heizöl um rund 50 Prozent. Hintergrund ist der Konflikt im Nahen Osten, der den Ölpreis zeitweise deutlich über 100 Dollar je Barrel getrieben hatte.

Auf Anlegerseite fällt das Urteil über die Zahlen deutlich aus: Die Werte seien durchweg schlecht, allein der Spritpreis schlage bereits spürbar durch. Auffällig sei, dass der Index trotz Monats- und Quartalsende sowie der zum Monatswechsel üblichen Sparplan-Käufe keine Gegenwehr zeige.

Daxl ist schwach trotz Ultimo, Q3 und Sparpläne. Die schlechten VPI´s denke ich hauen rein erstmal.

Der Rutsch unter 25.500 Punkte setzte allerdings erst mit Verzögerung ein. Etwas robuster hält sich der MDAX, der rund 0,4 Prozent auf 31.034 Punkte zulegt. Die Stimmung unter DAX-Anlegern wirkt dennoch ernüchtert.

Kurslücke zum Vortag geschlossen

Mit dem Rückgang schloss der DAX zudem die Kurslücke, die sich zum Handelsstart oberhalb des Vortagesschlusses von knapp 25.440 Punkten geöffnet hatte. Mehrere Anleger hatten bereits vor Handelsbeginn damit gerechnet, dass der Index diese Lücke noch ansteuern würde. Unter Chartbeobachtern gilt der Bereich um 25.360 Punkte nun als wichtige Unterstützungszone; würden darunter Stopp-Marken ausgelöst, könne es zügig weiter abwärts gehen. Im Wochenverlauf hat das Börsenbarometer rund 1,2 Prozent abgegeben. Der Tenor bleibt vorsichtig.

Nachmittag mit US-Preisdaten und Micron-Zahlen

Richtungsweisend dürfte der Nachmittag werden. Um 14 Uhr will das Statistische Bundesamt eine erste Schätzung der bundesweiten Inflationsrate vorlegen; Ökonomen erwarten einen Anstieg auf 3,1 bis 3,2 Prozent nach 2,9 Prozent im August. Um 14.30 Uhr folgen die US-PCE-Preisdaten für August, ein wichtiges Maß für den Zinskurs der Fed. Am späten Abend legt zudem der Speicherchip-Hersteller Micron Technology Quartalszahlen vor.

Aus Anlegersicht hängt viel an den US-Daten: Fielen auch sie so schwach aus wie die deutschen Länderwerte, dürfte es für den Index düster werden. Dem wird entgegengehalten, dass die Anleiherenditen und der Preis für Brent-Öl am Vormittag zeitweise spürbar nachgegeben hätten; die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen habe ihr Vortagestief getestet. Hinzu kommt die Hoffnung auf diplomatische Fortschritte im Nahostkonflikt, die den Ölpreis weiter entlasten könnten. Die Anleger-Stimmung pendelt damit zwischen Inflationssorge und der Aussicht auf Entlastung von der Energieseite.

Bn-Redaktion/sb
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