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Trumps Iran-Zusage

Gold greift wieder nach 4200 Dollar 09.10.2026, 13:52 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Gold legt zum Wochenschluss kräftig zu. Die Feinunze kletterte am Freitag zeitweise auf 4.207 Dollar und damit auf den höchsten Stand dieser Woche. Zuletzt kostete sie rund 4.184 Dollar, umgerechnet knapp 3.730 Euro – ein Plus von gut 1,2 Prozent. Rückenwind kommt von nachgebenden US-Renditen und einem Signal aus Washington im Iran-Konflikt. Nach der jüngsten Schwächephase ist die Erleichterung auf Anlegerseite spürbar.

Renditen geben vom 24-Jahres-Hoch nach

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen hatte zur Wochenmitte den höchsten Stand seit 24 Jahren erreicht und liegt mit gut 5,2 Prozent weiterhin auf hohem Niveau. Seit zwei Handelstagen geht es nun aber abwärts. Für Gold ist das entscheidend: Das Edelmetall wirft keine Zinsen ab, sinkende Renditen machen es im Vergleich zu Anleihen wieder attraktiver. Zusätzlichen Druck hatte zuletzt die US-Notenbank aufgebaut, die im September erstmals seit drei Jahren die Zinsen angehoben hatte.

Unter Anlegern ist dieser Zusammenhang derzeit das beherrschende Thema. Mehrere Stimmen beschreiben Gold als nahezu eins zu eins an die Entwicklung der US-Treasuries gekoppelt. Auf den Punkt bringt es diese Einordnung:

Das bedeutet, dass der Goldpreis sich im Moment wie das spiegelverkehrte Abbild der US-Anleiherenditen verhält – steigen die Renditen, fällt Gold; sinken die Renditen, steigt Gold.

Damit verschiebt sich der Blick weg vom Edelmetall selbst hin zum Anleihemarkt: Solange die Renditen nicht weiter stiegen, habe Gold aus dieser Sicht Luft nach oben – kippe der Trend erneut, wäre auch die Erholung in Gefahr. Der Ton bleibt entsprechend nüchtern-zuversichtlich.

Trump nimmt Druck aus dem Ölmarkt

Hinter der Entspannung am Anleihemarkt steht auch die Geopolitik. US-Präsident Donald Trump stellte klar, dass die USA Iran vor den Zwischenwahlen am 3. November nicht angreifen würden, und sprach von produktiven Gesprächen mit Teheran. Am Ölmarkt ließ der Preisdruck daraufhin nach: Brent verbilligte sich um rund 1,3 Prozent auf gut 102,50 Dollar je Barrel, umgerechnet rund 91 Euro – bleibt damit aber über der Schwelle von 100 Dollar. Teures Öl und hohe Renditen hatten den DAX am Donnerstag auf 24.806 Punkte und den tiefsten Stand seit Juli gedrückt, inzwischen notiert der Leitindex wieder bei rund 25.120 Punkten.

Aus Anlegersicht ist die Kette klar: Mit dem Aufschub möglicher Angriffe auf Iran habe Gold zugelegt. Großes Vertrauen in die Dauerhaftigkeit dieser Entspannung schwingt allerdings nicht mit. Solange in Washington spontan entschieden werde, gleiche jede längerfristige Prognose eher einem Lottospiel, lautet der Einwand. Die Stimmung zum Iran-Faktor bleibt damit misstrauisch.

Gut ein Viertel unter dem Jahreshoch

Trotz des Sprungs ist der Wochenverlauf eher eine Rückkehr zum Ausgangspunkt: Zur Wochenmitte war der Preis bis auf rund 4.087 Dollar und damit auf ein Zwei-Monats-Tief gefallen, inzwischen liegt er wieder etwa auf dem Niveau von vor einer Woche. Vom Jahreshoch bei knapp 5.600 Dollar ist Gold weiterhin gut ein Viertel entfernt.

Bei Aktionären und Tradern überwiegt zum Wochenausklang die Vorsicht. Immer wieder ist davon die Rede, Gewinne vor dem Wochenende abzusichern, teilweise wurden sie bereits mitgenommen. Charttechnisch orientierte Anleger achten auf den Bereich um 4.185 Dollar, der als kurzfristige Unterstützung gesehen wird – zuletzt notierte Gold knapp darunter. Hoffnungen auf eine Fortsetzung der Erholung bis zum Jahresende werden zwar formuliert, aber umgehend als sehr optimistisch eingeordnet.

Für die kommenden Tage dürfte die Richtung vor allem vom Anleihemarkt abhängen. Neue US-Konjunkturdaten und die Fed-Sitzung im Oktober könnten darüber entscheiden, ob die Renditen weiter nachgeben – oder ob das Edelmetall erneut unter Druck gerät.

Bn-Redaktion/sb
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