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Einigung im Hybridstreit

BMW trotzt Zielsenkung der UBS 09.10.2026, 15:32 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Gegenwind von der UBS, Entspannung aus Peking. Die Schweizer Großbank hat ihr Kursziel für BMW von 70 auf 60 Euro gesenkt – trotzdem notiert die Aktie am Freitagnachmittag bei 53,75 Euro und damit 2,4 Prozent im Plus. Parallel meldete China eine Einigung mit der EU im Streit über chinesische Hybridautos. Unter Aktionären wird die Erholung als überfällig gelesen, die Zurückhaltung vor den anstehenden Quartalszahlen bleibt jedoch.

China-Konkurrenz drückt die Gewinnschätzungen

Begründet wird die Zielsenkung mit dem Druck der chinesischen Hersteller. Vor der Berichtssaison der europäischen Autoindustrie hat die UBS ihre Gewinnschätzungen und Kursziele reduziert, die Ebit-Prognosen kürzte sie für alle Autobauer mit Ausnahme von Porsche AG und Ferrari. Schwache Resultate und mögliche Prognosesenkungen dürften den Fokus auf die Risiken im kommenden Jahr lenken, hieß es. Die Einstufung „Neutral“ blieb bestehen – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Empfehlung.

Am Markt verpufft die Senkung bislang. Nach einem Start bei 52,72 Euro kletterte das Papier bis auf 53,87 Euro, auch Mercedes-Benz (plus 1,9 Prozent auf 39,91 Euro) und die Vorzüge von Volkswagen (plus 1,7 Prozent) legen zu. Aus Anlegersicht war eine Gegenbewegung nach den jüngsten Verlusten mehr als fällig; die Hoffnung auf eine Erholung prägte schon vor dem Handelsstart die Reaktionen von Aktionären. Die Zahlen relativieren den Tagesgewinn allerdings: Auf Wochensicht liegt BMW noch gut 2 Prozent im Minus, binnen eines Jahres hat die Aktie gut 30 Prozent verloren. Entsprechend verhalten fällt die Zuversicht aus.

Peking meldet Verständigung im Hybridstreit

Den Rahmen setzt der Handelskonflikt zwischen Brüssel und Peking. Die EU hatte China gedrängt, die stark gestiegenen Exporte von Hybridautos freiwillig zu begrenzen, und als Drohkulisse Einfuhrquoten mit hohen Zöllen für darüber hinausgehende Lieferungen ins Spiel gebracht. Nach einer Analyse der Beratung Deloitte würden solche Zölle Plug-in-Hybride im Schnitt um rund 10 Prozent verteuern und die Nachfrage in Deutschland um rund 12 Prozent drücken.

Nach Gesprächen von EU-Handelskommissar Maros Sefcovic in Peking sprach das chinesische Handelsministerium nun von einer Verständigung nach intensiven Beratungen, Details zu Mengen oder Preisen blieben offen. Zugleich will China Exportlizenzen für Seltene Erden über einen sogenannten grünen Kanal erleichtern, die EU kommt im Gegenzug bei Lizenzen für Güter mit doppeltem Verwendungszweck entgegen. Deutschland und Frankreich dringen dennoch auf ein schärferes Instrument gegen Importe, sollte China insgesamt nicht umsteuern. Beim chinesischen Hybrid-Anbieter BYD ging es um 3,7 Prozent auf 8,61 Euro aufwärts. Unter BMW-Aktionären machte die Nachricht rasch die Runde, ausführlich bewertet wird sie bislang kaum – der Blick bleibt auf das eigene Zahlenwerk gerichtet.

Allianz-Ökonomen sehen eine hausgemachte Krise

Rückenwind für die Branche liefert auch eine Studie von Allianz Trade nicht. Europas Autohersteller hätten ihre Investitionen in diesem Jahr um 20 Prozent gekürzt, obwohl der Rückstand auf die chinesische Konkurrenz bei Digitalisierung und Batterietechnik zu wachsen drohe. Die Wertschöpfung je in Europa verkauftem Auto sei seit 2021/22 um 30 bis 45 Prozent gesunken.

Wie viel Vorsicht der richtige Weg ist, wird auf Aktionärsseite unterschiedlich gesehen. Der deutlich konservativere Kurs der Konzernführung müsse kein Nachteil sein, solange die gesteckten Ziele erreicht würden.

Wenn man vorsichtige Ziele rausgibt ist die Chance größer, dass man die Ziele toppen kann, also Chance auf positive Überraschung steigt. Aber wie gesagt, man muss liefern

Der Einwand der Gegenseite: Zu viel Zurückhaltung lasse kaum Raum für positive Impulse und mache es schwer, Aktionäre bei Laune zu halten. Dass eine erneute Enttäuschung bei den Quartalszahlen den Kurs empfindlich treffen könnte, wird dabei ausdrücklich betont. Die Anleger-Stimmung pendelt damit zwischen Erleichterung über den freundlichen Wochenausklang und Sorge vor dem nächsten Zahlenwerk.

Bn-Redaktion/sb
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