Wirtschafts- & Börsenlexikon Börsen- und Finanzbegriffe von A bis Z

4483 Begriffe
Begriff Thema
Konjunkturdaten Eine Sammlung von statistischen Indikatoren, die den aktuellen Zustand und die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität abbilden, darunter Größen wie Bruttoinlandsprodukt, Arbeitslosenquote, Inflationsrate, Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion
Konjunkturzyklus Der regelmäßig wiederkehrende Zeitraum, in dem die gesamtwirtschaftliche Aktivität einer Volkswirtschaft die vier typischen Phasen von Aufschwung, Hochkonjunktur, Abschwung und Tiefpunkt durchläuft und dabei wellenförmige Schwankungen in Produktion, Beschäftigung, Einkommen und Preisen erzeugt
Konkurrenzmandat (Vermögensverwaltung) Ein Auftrag an mehrere Institute oder Verwalter gleichzeitig, dasselbe oder vergleichbare Vermögen zu betreuen, um Leistungen, Gebühren und Ergebnisse direkt miteinander zu vergleichen und die beste Betreuung auszuwählen
Konkurs Ein gerichtliches Verfahren, bei dem ein Schuldner zahlungsunfähig ist, das gesamte Vermögen beschlagnahmt, verwertet und anteilig an die Gläubiger verteilt wird, um eine geordnete Befriedigung der Forderungen zu ermöglichen
Konkursverfahren Ein gerichtliches Verfahren zur Abwicklung der Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners, bei dem das gesamte pfändbare Vermögen beschlagnahmt, verwertet und anteilig an die Gläubiger verteilt wird, um eine geordnete und gleichmäßige Befriedigung der Forderungen zu erreichen
Konservative Anlageinstrumente Ein Finanzprodukt, das vorrangig auf Kapitalerhalt und geringe Wertschwankungen ausgerichtet ist, typischerweise in sichere Staatsanleihen, Festgelder oder hochliquide Geldmarktpapiere investiert und damit niedrige Renditen bei minimalem Verlustrisiko anstrebt
Konservative Anlagestrategie Eine Vorgehensweise bei der Geldanlage, die vorrangig auf den Erhalt des eingesetzten Kapitals und auf geringe Schwankungen abzielt, legt den Schwerpunkt auf sichere Staatsanleihen, qualitativ hochwertige Unternehmensanleihen, defensive Aktien oder breit gestreute Indexfonds und verzichtet auf spekulative Engagements
Konsolidierung Eine Phase am Markt, in der der Kurs eines Wertpapiers oder eines Index nach einer starken Auf- oder Abwärtsbewegung seitwärts verläuft, das bisherige Trendmomentum abbaut und auf eine Fortsetzung oder Umkehr wartet
Konsolidierungsformation Eine charttechnische Formation, bei der der Kurs eines Wertpapiers oder Index nach einer Trendphase seitwärts in einem klar begrenzten Bereich pendelt, das bisherige Bewegungsmomentum abbaut und auf eine Fortsetzung oder Umkehr des Trends hindeutet
Konsols (Anleihen) Konsols sind Staatsanleihen ohne festes Rückzahlungsdatum, die dem Inhaber regelmäßige Zinszahlungen gewähren und seit dem 18. Jahrhundert als ewige Renten am Markt gehandelt werden
Konsortialbank Eine Bank, die gemeinsam mit anderen Instituten einen vorübergehenden Zusammenschluss bildet, um ein großes Kreditgeschäft, eine Emission oder eine Übernahme zu finanzieren und das Risiko auf mehrere Partner zu verteilen
Konsortialführer (Lead-Manager) Ein führendes Kreditinstitut, das ein Konsortium aus mehreren Banken koordiniert, die Bedingungen der Finanzierung aushandelt, die Dokumentation erstellt und die Platzierung oder Syndizierung eines großen Kredits oder einer Emission gegenüber dem Kunden verantwortet
Konsortium Ein zeitlich begrenzter Zusammenschluss mehrerer Banken oder Unternehmen, der gemeinsam ein großes Finanzierungsvorhaben, eine Kreditvergabe oder eine Wertpapieremission übernimmt und dabei Risiken sowie Aufgaben auf die beteiligten Partner verteilt
Kontrakt (Futures/Termingeschäfte) Ein standardisierter Vertrag an einer regulierten Börse, der Käufer und Verkäufer verpflichtet, einen Vermögenswert oder Rohstoff zu einem vorher festgelegten Preis und an einem bestimmten zukünftigen Termin zu liefern oder abzunehmen
Kontraktgröße Die standardisierte Menge eines Basiswerts wie Rohstoffe, Wertpapiere oder Währungen, die in einem Termingeschäft pro Vertrag gehandelt und bei Fälligkeit geliefert oder abgenommen wird
Kreditderivat Ein derivatives Finanzinstrument, das das Ausfall- oder Kreditrisiko eines zugrunde liegenden Schuldners oder einer Anleihe von einem Verkäufer auf einen anderen Marktteilnehmer überträgt, ohne dass der Basiswert den Besitzer wechselt
Kreditgeschäft Das banktypische Geschäftsfeld, bei dem Finanzinstitute Gelder an Unternehmen oder Privatpersonen verleihen, Bonitäten prüfen, Verträge abschließen und die vereinbarten Rückzahlungen mit Zinsen überwachen
Kreditkosten Die Gesamtheit aller Aufwendungen für die Aufnahme und Nutzung eines Darlehens, bestehend aus Zinsen, Bearbeitungsgebühren, Provisionen und weiteren Nebenkosten, die den effektiven Finanzierungsaufwand bestimmen
Kreditnehmer Der Schuldner oder die Partei, die von einem Kreditgeber einen Geldbetrag erhält und sich vertraglich verpflichtet, diesen zuzüglich vereinbarter Zinsen und Kosten zu einem festgelegten Zeitpunkt zurückzuzahlen
Kreditor Ein Gläubiger, der eine entscheidende Rolle in der Finanzstruktur eines Unternehmens spielt, da er wichtiger Lieferant von Waren und Dienstleistungen auf Kreditbasis ist
Kreditrisiko (Counterparty Risk) Ein zentraler Faktor im Finanzwesen, der die Vergabe von Krediten sowie die finanzielle Stabilität von Banken und Finanzmärkten beeinflusst
Kupon (Anleihe) Der regelmäßige Zinsbetrag, den der Emittent einer festverzinslichen Schuldverschreibung an den Inhaber zu vereinbarten Terminen zahlt, berechnet als Prozentsatz des Nominalwerts
Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) Das Verhältnis aus aktuellem Aktienkurs und operativem Cashflow je Aktie, das Investoren zeigt, welchen Preis sie für jeden Euro erzeugten Cashflow zahlen und damit die Bewertung der Ertragskraft eines Unternehmens erleichtert
Kursindex-Zertifikat Ein Wertpapier, das die reine Preisentwicklung eines zugrunde liegenden Aktien- oder Marktindex exakt nachbildet, ohne Dividenden oder sonstige Erträge einzubeziehen, und dem Anleger eine unkomplizierte Teilnahme am reinen Kursverlauf bietet
Kurswert Die Bewertung eines Wertpapiers zum aktuellen Marktpreis, die sich aus der Multiplikation der Anzahl der Stücke mit dem festgestellten Handelswert ergibt und den realen Vermögensstand für den Inhaber darstellt
Kurszettel Die veröffentlichte oder gedruckte Übersicht mit den aktuellen Preisen, Umsätzen und Veränderungen verschiedener Wertpapiere an einer Börse, die Anlegern einen kompakten täglichen Überblick über die Marktlage verschafft
Kursziel Die von Analysten prognostizierte zukünftige Preisstufe eines Wertpapiers, die auf Fundamentaldaten, Wachstumsaussichten oder technischen Analysen basiert und Anlegern als Orientierung für Kauf- oder Verkaufsentscheidungen dient
Kurszusätze Die ergänzenden Symbole oder Vermerke neben der Preisnotierung eines Wertpapiers an einer Börse, die besondere Bedingungen wie Dividendenabschlag, Bezugsrechte oder Handelsstatus signalisieren und die genaue Interpretation der Notierung ermöglichen
Kurzfristige Finanzanlagen Die Anlagen in Finanzinstrumenten mit einer Laufzeit von maximal einem Jahr, die hohe Liquidität bieten und vorwiegend zur vorübergehenden Parkung von Mitteln in Form von Tagesgeld, Geldmarktpapieren oder kurz laufenden Wertpapieren dienen
Kurzfristige Verbindlichkeiten Die finanziellen Verpflichtungen eines Unternehmens gegenüber Dritten, die innerhalb eines Jahres fällig werden, wie Lieferantenkredite, kurzfristige Darlehen oder Steuerschulden, und die in der Bilanz die unmittelbare Liquiditätsbelastung abbilden
Länderanleihe Die von den deutschen Bundesländern emittierten Schuldverschreibungen zur Finanzierung ihrer Haushalte, die mit festem Zins ausgestattet sind und Anlegern eine vergleichsweise sichere Investitionsmöglichkeit mit staatlicher Rückzahlungsgarantie bieten
Länderfonds Wie sicher sind Länderfonds?
Länderrisiko Die Gefahr von Verlusten bei Investitionen in einem bestimmten Staat durch politische Instabilität, wirtschaftliche Krisen, regulatorische Änderungen oder Währungsrestriktionen, die den Wert von Anlagen negativ beeinflussen können
Landeszentralbanken Die regionalen Einrichtungen der Deutschen Bundesbank in den einzelnen Bundesländern, die für die dezentrale Umsetzung der Geldpolitik, die Bankenaufsicht und die Erbringung von Zentralbankdienstleistungen im jeweiligen Gebiet verantwortlich sind
Langfristige Geldanlage Die Anlage von Kapital in Vermögenswerte mit einem Horizont von mehreren Jahren bis Jahrzehnten, die auf langfristiges Wachstum durch Wertsteigerung, Zinseszins und Erträge abzielt und höhere Risiken in Kauf nimmt
Langfristige Verbindlichkeiten Die finanziellen Verpflichtungen eines Unternehmens gegenüber Dritten, die erst nach mehr als einem Jahr fällig werden, wie langlaufende Kredite, Anleihen oder Pensionsrückstellungen, und die in der Bilanz die mittel- bis langfristige Kapitalbindung abbilden
Latente Steuern Die in der Bilanz ausgewiesenen Posten aus zeitlichen Differenzen zwischen handels- und steuerrechtlicher Gewinnermittlung, die zukünftige Steuerbelastungen oder -entlastungen darstellen und den tatsächlichen Steueraufwand periodengerecht abbilden
Leerverkauf (Short Selling) Ein komplexes, aber nützliches Finanzinstrument, das spekulativen Tradern die Möglichkeit bietet, von fallenden Kursen zu profitieren
Leichte Aktie Die Aktien von kleineren oder weniger etablierten Unternehmen mit niedrigem Stückpreis und geringer Marktkapitalisierung, die starke Kursschwankungen zeigen und vor allem spekulativen Anlegern mit hoher Risikobereitschaft dienen
Leverage Ein mächtiges Instrument, das Unternehmen und Investoren nutzen, um ihre Erträge zu maximieren und größere Investitionen zu tätigen
Leverage-Effekt Ein wichtiges Instrument, um durch den Einsatz von Fremdkapital die Eigenkapitalrendite zu erhöhen
LIBOR (London Interbank Offered Rate) Ein früher international verwendeter Referenzzinssatz für unbesicherte Interbanken-Kredite in verschiedenen Währungen und Laufzeiten, der durch Selbstauskünfte der Banken ermittelt wurde und bis 2023 schrittweise durch risikofreie Alternativen wie SOFR oder ESTR abgelöst wurde