Wirtschafts- & Börsenlexikon Börsen- und Finanzbegriffe von A bis Z

4483 Begriffe
Begriff Thema
Liquidation Eine zwangsweise Veräußerung von Vermögenswerten oder offenen Positionen durch einen Broker oder Gläubiger zur Deckung von Verbindlichkeiten, die bei Unterschreiten bestimmter Sicherheitsmargen ausgelöst wird und weitere Verluste begrenzt
Liquidität Ein Schlüsselelement der Finanzmärkte
Liquidität dritten Grades Ein Maß für die kurzfristige Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens, das das Verhältnis zwischen gesamtem Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten darstellt und bewertet, inwieweit fällige Schulden durch flüssige und halbfeste Aktiva gedeckt werden können
Liquiditätsreserve Eine Reserve aus hochliquiden Vermögenswerten wie Bargeld oder kurzfristigen Anlagen, die Unternehmen oder Banken als Puffer vorhalten, um unerwartete Zahlungsverpflichtungen oder Engpässe ohne Verzögerung decken zu können
Lombard Ein von einer Zentralbank gewährter Kredit gegen Verpfändung von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten, der kurzfristige Liquidität bereitstellt und zu einem höheren Zinssatz als dem Hauptrefinanzierungssatz angeboten wird
Lombardfähigkeit Die Eigenschaft bestimmter Wertpapiere oder Vermögenswerte, von einer Zentralbank als Pfand für einen Kredit akzeptiert zu werden, wodurch die Möglichkeit zur kurzfristigen Liquiditätsaufnahme gegen Verpfändung eröffnet wird
Lombardgeschäft Ein Kreditgeschäft einer Bank oder Zentralbank, bei dem Wertpapiere oder andere Vermögenswerte als Pfand hinterlegt werden, um dem Kreditnehmer kurzfristige Mittel gegen Verzinsung zur Verfügung zu stellen
Lombardkredit Ein Kredit gegen Verpfändung von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten, der von einer Bank oder Zentralbank zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung vergeben wird und üblicherweise zu einem höheren Zinssatz als unbesicherte Finanzierungen angeboten wird
Lombardpolitik Eine geldpolitische Maßnahme der Zentralbank, die durch die Vergabe von Krediten gegen Verpfändung von Wertpapieren die kurzfristige Liquiditätsversorgung der Geschäftsbanken steuert und als Ergänzung zur Hauptrefinanzierung die allgemeine Zinsentwicklung beeinflusst
Lombardsatz Ein von der Zentralbank festgelegter Zinssatz für Kredite gegen Verpfändung von Wertpapieren, der üblicherweise über dem Hauptrefinanzierungssatz liegt und als Obergrenze für kurzfristige Marktzinsen wirkt
Long Call Eine beliebte Optionsstrategie, die es Anlegern ermöglicht, von erwarteten Kursanstiegen eines zugrunde liegenden Wertpapiers zu profitieren
Long Hedge (Kaufpreisabsicherung) Ein Absicherungsstrategie, bei der ein Marktteilnehmer durch den Kauf von Terminkontrakten oder Call-Optionen das Risiko steigender Preise für einen zukünftig benötigten Basiswert minimiert
Long Put Eine Optionsposition, bei der der Käufer das Recht erwirbt, einen Basiswert zu einem vorher festgelegten Preis bis zum Verfallsdatum zu verkaufen, und dabei von sinkenden Kursen profitiert, während das maximale Verlustrisiko auf die gezahlte Prämie beschränkt bleibt
Long Straddle Eine Optionsstrategie, die aus dem gleichzeitigen Kauf einer Call- und einer Put-Option mit identischem Basispreis und Verfallsdatum besteht, starke Kursbewegungen in beide Richtungen erwartet und dabei von hoher Volatilität profitiert, während das Verlustrisiko auf die gezahlten Prämien begrenzt bleibt
Mergers and Acquisitions (M&A) Ein Sammelbegriff für Unternehmenszusammenschlüsse und -übernahmen, bei denen Firmen fusionieren, einander erwerben oder Teile integrieren, um Wachstum, Synergien, Marktmacht oder Effizienzgewinne zu erzielen
M-Formation Ein charttechnisches Umkehrmuster, das durch zwei aufeinanderfolgende annähernd gleich hohe Kursspitzen mit einem dazwischenliegenden deutlichen Tiefpunkt gekennzeichnet ist und einen bevorstehenden Wechsel von einem Aufwärtstrend zu einem Abwärtstrend signalisiert
MACD-Indikator (Moving Average Convergence/Divergence) Ein technischer Indikator in der Chartanalyse, der die Differenz zwischen zwei exponentiellen gleitenden Durchschnitten eines Kursverlaufs misst, durch Kreuzungen mit einer Signallinie Momentumveränderungen und potenzielle Trendwechsel anzeigt
Magisches Dreieck (Vermögensverwaltung) Ein Modell in der Anlageberatung, das die drei zentralen Ziele Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit von Mitteln darstellt und deren gegenseitigen Zielkonflikte verdeutlicht, da nicht alle gleichzeitig optimal erfüllt werden können
Maintenance Margin (Erhaltungsmarge) Eine vom Broker oder der Clearingstelle festgelegte Mindestsicherheitsleistung, die ein Anleger während der Laufzeit einer gehebelten Position oder eines Derivatekontrakts mindestens aufrechterhalten muss
Makler Ein Vermittler, der Käufer und Verkäufer von Wertpapieren, Immobilien oder anderen Gütern zusammenbringt, Transaktionen gegen Provision arrangiert und den Handel erleichtert
Maklercourtage Eine Provision, die ein Vermittler für die erfolgreiche Zusammenführung von Käufern und Verkäufern bei Wertpapier- oder Immobilientransaktionen erhält und sich prozentual am Transaktionsvolumen bemisst
Maklertagebuch Ein gesetzlich vorgeschriebenes Verzeichnis, das ein Vermittler führen muss und in dem alle vermittelten Geschäfte mit wesentlichen Details wie Vertragsparteien, Gegenstand und Provisionen chronologisch dokumentiert werden
Management Buy-in (MBI) Ein Vorgang, bei dem ein externes Führungsteam Anteile an einem Unternehmen erwirbt, häufig mit Fremdkapital finanziert, die operative Leitung übernimmt und auf Wertsteigerung durch strategische Verbesserungen abzielt
Management Buy-out (MBO) Ein Übernahme eines Unternehmens durch das bestehende Management, das externe Finanzierung nutzt, um Anteile von Eigentümern zu erwerben und die Kontrolle zu übernehmen
Management Fee Eine Vergütung, die ein Fondsmanager oder Vermögensverwalter für die laufende Betreuung, Anlage und Überwachung von Kundengeldern erhebt und sich üblicherweise als jährlicher Prozentsatz des verwalteten Vermögens bemisst
Management Indikator Ein Instrument in der Unternehmenssteuerung, das Führungskräften quantitative oder qualitative Daten zur Leistungsmessung, Zielerreichung und Entscheidungsfindung in Bereichen wie Finanzen, Prozessen oder Mitarbeitern liefert
Managementgebühr Eine Vergütung, die ein Fondsmanager oder Vermögensverwalter für die laufende Betreuung, Anlage und Überwachung von Kundengeldern erhebt und sich üblicherweise als jährlicher Prozentsatz des verwalteten Vermögens bemisst
Managementstil Ein Verhaltens- und Führungsansatz, der beschreibt, wie leitende Personen Teams motivieren, Entscheidungen treffen, Aufgaben delegieren und Veränderungen gestalten, und der die Unternehmenskultur sowie die operative Effektivität maßgeblich prägt
Wertpapiermantel (Urkunde) Ein physisches Dokument, das die Rechte an einem Wertpapier verbrieft und durch Übergabe den Eigentumsübergang sowie die Ausübung von Ansprüchen wie Dividenden oder Stimmrechten ermöglicht
MAR Ratio (Minimum Acceptable Return Ratio) Eine Kennzahl zur risikobereinigten Bewertung von Anlagestrategien, die den annualisierten Ertrag ins Verhältnis zum maximalen historischen Kursrückgang setzt und die Effizienz des Risikomanagements quantifiziert
Margin of Safety Eine Bewertungsmethode in der Fundamentalanalyse, die den Erwerb von Wertpapieren zu einem Preis deutlich unter dem geschätzten inneren Wert empfiehlt, um einen Puffer gegen Unsicherheiten und Verluste zu schaffen
Margin Account Ein Handelskonto bei einem Broker, das den Erwerb von Wertpapieren mit geliehenen Mitteln ermöglicht, eine Sicherheitsleistung in Form von Eigenkapital voraussetzt und durch Hebelwirkung sowohl potenzielle Gewinne als auch Verluste verstärkt
Margin Call Ein Instrument im Margin-Handel um das Risiko zu minimieren und finanzielle Stabilität zu gewährleisten
Mark-to-Market-Bewertung Eine Bewertungspraxis, die Vermögenswerte oder offene Positionen zum jeweils aktuellen Marktpreis ansetzt, unrealisierte Gewinne und Verluste sofort ausweist und so die Bilanz sowie die tatsächliche Risikolage transparent macht
Market Impact Ein Effekt großer Handelsaufträge auf den Preis eines Vermögenswerts der durch den Kauf oder Verkauf erheblicher Volumina eine vorübergehende oder dauerhafte Preisverschiebung verursacht und die Ausführungskosten beeinflusst
Market-Maker Ein entscheidender Akteur im Finanzsystem, der Liquidität bereitstellt, die Preisfindung unterstützt und zur Stabilität der Märkte beiträgt
Market-Order Ein essenzielles Werkzeug im Handel, das es Anlegern ermöglicht, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren
Market Outperformer Ein Wertpapier oder Vermögenswert dessen Rendite die durchschnittliche Entwicklung des Gesamtmarkts in einem bestimmten Zeitraum deutlich übertrifft und so eine bessere Performance im Vergleich zum Benchmark zeigt
Market Underperformer Ein Wertpapier oder Vermögenswert dessen Rendite die durchschnittliche Entwicklung des Gesamtmarkts in einem bestimmten Zeitraum deutlich unterschreitet und so eine schlechtere Performance im Vergleich zum Benchmark zeigt
Markt (Marktteilnehmer, Marktformen) Ein ökonomisches Interaktionssystem in dem Anbieter Nachfrager Produzenten und Vermittler aufeinandertreffen um Güter Dienstleistungen oder Finanzinstrumente auszutauschen wobei Strukturen wie vollständige Konkurrenz Monopol Oligopol oder Monopolistische Konkurrenz die Preisbildung und Dynamik bestimmen
Marktwert Der aktuelle Preis, der sich auf einem offenen Markt durch Angebot und Nachfrage für ein Vermögensgut, eine Aktie oder ein Finanzinstrument ergibt
Mehrheitsaktionär Ein Anteilseigner der mehr als die Hälfte der Stimmrechte oder Anteile an einem Unternehmen besitzt und dadurch maßgeblichen Einfluss auf strategische Entscheidungen sowie die Unternehmensführung ausübt