Wirtschafts- & Börsenlexikon Börsen- und Finanzbegriffe von A bis Z
4416 Begriffe
| Begriff | Thema | |
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| Fondspicking | Eine systematische Auswahl und Zusammenstellung von Investmentfonds durch einen Berater oder Anleger, um ein diversifiziertes Portfolio mit optimierter Rendite-Risiko-Relation entsprechend individuellen Anlagezielen zu bilden | |
| Fondspreis | Eine täglich ermittelte Bewertung eines Fondsanteils, die sich aus dem Gesamtwert des Fondsvermögens abzüglich Verbindlichkeiten dividiert durch die Anzahl der umlaufenden Anteile ergibt und als Basis für Ausgabe und Rücknahme dient | |
| Fondsrating | Eine systematische Bewertung von Investmentfonds durch Ratingagenturen, die anhand quantitativer und qualitativer Kriterien wie Rendite, Risiko, Managementqualität und Konsistenz eine Note oder Sternebewertung vergibt, um Anlegern die Vergleichbarkeit zu erleichtern | |
| Fondsshop | Eine Online-Plattform oder ein Vertriebskanal, über den Anleger Investmentfonds verschiedener Anbieter vergleichen, kaufen, verkaufen und verwalten können, oft mit reduzierten oder ohne Ausgabeaufschläge und umfassenden Informations- sowie Analysetools | |
| Fondssparplan | Eine systematische, meist monatliche Ansparform, bei der regelmäßig feste oder variable Beträge in Investmentfondsanteile investiert werden, um durch Cost-Average-Effekt und Zinseszins langfristig Vermögen aufzubauen | |
| Fondstausch/ wechsel/ switiching | Eine steuerlich begünstigte oder kostenoptimierte Umschichtung von Anteilen eines Investmentfonds in Anteile eines anderen Fonds desselben Anbieters, bei der meist kein oder nur ein reduzierter Ausgabeaufschlag anfällt | |
| Fondstypen | Eine systematische Einteilung von Investmentfonds nach Anlageklasse, Strategie, Rechtsform oder Anlegerkreis, wie etwa Aktienfonds, Rentenfonds, Mischfonds, Immobilienfonds, OGAW, AIF, offene oder geschlossene Fonds, um Risiko, Rendite und Anlageziele besser zu vergleichen | |
| Fondsvermögen | Eine Gesamtheit aller Vermögenswerte eines Investmentfonds, bestehend aus Wertpapieren, liquiden Mitteln, Derivaten und sonstigen Anlagen abzüglich Verbindlichkeiten, deren Wert täglich als Nettoinventarwert ermittelt wird | |
| Fondsvertrieb | Eine organisierte Vertriebs- und Vermittlungsaktivität, bei der Investmentfondsanteile über Banken, unabhängige Finanzberater, Online-Plattformen oder Fondsvertriebsgesellschaften an Privatanleger und institutionelle Investoren angeboten, beraten und vermarktet werden | |
| Fondsvolumen | Eine Gesamtsumme des verwalteten Vermögens eines Investmentfonds, die sich aus dem Marktwert aller gehaltenen Anlagen abzüglich Verbindlichkeiten ergibt und als Indikator für Größe, Liquidität und Bedeutung des Fonds dient | |
| Fondswährung | Eine Währung, in der das Vermögen eines Investmentfonds geführt, bewertet und der Nettoinventarwert berechnet wird, wobei Kursschwankungen zwischen Fondswährung und Anlegerwährung zusätzliches Wechselkursrisiko für den Anleger erzeugen können | |
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| Forfaitierung | Eine Forderungsveräußerung, bei der ein Unternehmen (Forfaitist) seine Forderungen aus Lieferungen oder Leistungen an einen Forfaitier (meist eine Bank) verkauft und dafür sofort liquide Mittel erhält, wobei der Forfaitier das volle Ausfallrisiko übernimmt | |
| Fortlaufende Notierung | Eine fortlaufende, börsentägliche Preisbildung und Kursfeststellung an einer Wertpapierbörse, bei der Kauf- und Verkaufsaufträge kontinuierlich zusammengeführt werden und Kurse in Echtzeit aktualisiert und veröffentlicht werden | |
| Fortsetzungsformation | Eine charttechnische Kursformation, die in einem bestehenden Trend auftritt und dessen Fortsetzung signalisiert, indem sie nach einer Konsolidierungsphase die vorherige Trendrichtung mit neuem Impuls wieder aufnimmt | |
| Forward-Pricing | Ein zentraler Mechanismus in der Welt der Derivate und der Termingeschäfte, der es Unternehmen und Investoren ermöglicht, den zukünftigen Preis eines Vermögenswerts im Voraus festzulegen | |
| Forward Rate Agreement (FRA) | Ein wirksames Finanzinstrument, um zukünftige Zinsrisiken abzusichern oder auf Zinsschwankungen zu spekulieren | |
| Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) | Eine zentrale deutsche Börse mit Sitz in Frankfurt am Main, an der Aktien, Anleihen, ETFs, Derivate und andere Wertpapiere gehandelt werden und die als wichtigster Handelsplatz für den DAX-Index gilt | |
| Free Retention | Eine Regelung bei Factoring-Verträgen, bei der die Factoring-Gesellschaft einen festen Prozentsatz des Forderungsbetrags als Sicherheit einbehält und erst nach vollständiger Zahlung des Schuldners an den Kunden auszahlt, um Ausfallrisiken abzufedern | |
| Freie Makler | Eine unabhängige Vermittlungsform im Finanz- und Versicherungsbereich, bei der der Vermittler nicht an ein bestimmtes Institut oder Unternehmen gebunden ist und ausschließlich im Interesse des Kunden handelt | |
| Freigrenze | Eine steuerrechtliche Schwelle, bis zu deren Erreichen bestimmte Einnahmen oder Gewinne vollständig von der Besteuerung ausgenommen bleiben, bei deren Überschreitung jedoch der gesamte Betrag steuerpflichtig wird | |
| Freimakler | Eine unabhängige, börsenrechtlich zugelassene Person oder Firma, die Wertpapiergeschäfte zwischen Handelsteilnehmern vermittelt, selbst auf eigene Rechnung handeln darf und nicht an ein bestimmtes Kreditinstitut gebunden ist | |
| Freiverkehr | Eine Börsenhandelsform für Wertpapiere, die nicht die strengen Zulassungsanforderungen des regulierten Marktes erfüllen und daher mit geringeren Transparenz- und Publizitätspflichten gehandelt werden | |
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| Fremde Anteile am Gewinn | Eine Gewinnbeteiligung Dritter (z. B. stiller Gesellschafter, Genussrechtsinhaber oder partiarischer Darlehensgeber), die vom Unternehmensgewinn abgezogen wird, bevor der steuerliche oder bilanzielle Gewinn des Unternehmens ermittelt wird | |
| Fremdemission | Eine Emissionsform, bei der ein Unternehmen die Ausgabe und Platzierung von Wertpapieren nicht selbst vornimmt, sondern ein Bankenkonsortium oder Kreditinstitute beauftragt, die das Platzierungsrisiko übernehmen und die technische Abwicklung durchführen | |
| Fremdwährungsbonds | Eine Anleihe, die von einem Emittenten in einer Währung begeben wird, die nicht die Heimatwährung des Emittenten ist, und somit Wechselkursrisiken für Emittent und Anleger birgt | |
| Floating Rate Notes (FRN) | Eine Anleihe mit variablem Zinssatz, bei der die Zinszahlungen regelmäßig an einen Referenzzinssatz (z. B. EURIBOR oder LIBOR) plus einen festen Aufschlag angepasst werden, wodurch das Zinsänderungsrisiko für den Anleger reduziert wird | |
| Front Running | Eine Praxis im Handel, bei der ein Marktteilnehmer (z. B. Broker oder Miner) eine bevorstehende fremde Transaktion ausnutzt, indem er vorher eigene Orders platziert, um vom erwarteten Kursverlauf zu profitieren | |
| Frühzeichner Rabatt | Eine Vergünstigung in Form eines Rabatts oder Bonus-Tokens, die frühen Investoren oder Teilnehmern einer Finanzierungsrunde gewährt wird, um deren Risikobereitschaft bei der Unterstützung in der Anfangsphase zu belohnen | |
| FTSE 100 (Footsie) | Eine Aktienindex, der die 100 größten börsennotierten Unternehmen Großbritanniens nach Marktkapitalisierung umfasst und als wichtigster Leitindex der London Stock Exchange gilt | |
| Fund of Funds (FoF) | Ein vielseitiges Investmentinstrument, das Anlegern ermöglicht, mit einer einzigen Investition Zugang zu einem breit diversifizierten Portfolio zu erhalten | |
| Fünf-Minuten-Chart Speed Trading | Eine Trading-Strategie, bei der auf Basis von 5-Minuten-Charts sehr kurzfristige Kauf- und Verkaufsentscheidungen getroffen werden, um von schnellen Kursbewegungen innerhalb weniger Minuten bis maximal weniger Stunden zu profitieren | |
| Fungibilität | Eine Eigenschaft von Vermögenswerten oder Token, bei der jede einzelne Einheit austauschbar und gleichwertig mit jeder anderen Einheit derselben Art ist, ohne dass Unterschiede in Wert oder Nutzbarkeit entstehen | |
| Fusion | Eine Verschmelzung zweier oder mehrerer Unternehmen zu einer einzigen rechtlichen und wirtschaftlichen Einheit, bei der Vermögen, Verbindlichkeiten und Anteile übertragen werden, um Synergien zu nutzen oder Marktpositionen zu stärken | |
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| Future Spread Margin | Eine Margin-Anforderung im Terminhandel, die den zusätzlichen Sicherheitszuschlag für die gleichzeitige Long- und Short-Position in verwandten Futures-Kontrakten (z. B. unterschiedliche Laufzeiten desselben Basiswerts) reduziert, da das Spread-Risiko geringer ist als bei unabhängigen Positionen | |
| Future Style Options | Eine Konfigurations- oder Auswahlmöglichkeit bei der Erstellung von Futures-Kontrakten, die verschiedene Stile wie „American Style“ (jederzeit ausübbar) oder „European Style“ (nur bei Fälligkeit ausübbar) festlegt, um Flexibilität und Risikoprofil anzupassen | |
| Future-Style-Premium | Eine Prämie, die bei Future-Style-Optionen (meist amerikanischer Stil) den Zeitwert und das Ausübungsrisiko vor Fälligkeit berücksichtigt und somit höher ausfällt als bei europäischen Optionen gleicher Restlaufzeit | |
| Futures Börse | Eine organisierte Handelsplattform, an der standardisierte Terminkontrakte auf Rohstoffe, Finanzinstrumente, Indizes oder Währungen gehandelt werden, mit festen Vertragsgrößen, Laufzeiten und Clearing durch eine zentrale Abrechnungsstelle | |
| Futures Commission Merchant (FCM) | Eine regulierte Finanzinstitution (meist Broker oder Clearing-Mitglied), die Kundengelder entgegennimmt, Futures- und Optionskontrakte für Kunden ausführt, verwaltet und die erforderliche Margin bei der Clearing-Stelle hinterlegt | |
| Futures Fund | Eine Investmentstruktur oder ein Fonds, der ausschließlich oder überwiegend in standardisierte Terminkontrakte (Futures) investiert, um von Preisbewegungen bei Rohstoffen, Währungen, Zinsen oder Indizes zu profitieren, oft mit hohem Hebel und aktivem Management | |
| Futures Margin | Eine Sicherheitsleistung, die ein Trader bei Abschluss oder Halten von Terminkontrakten bei der Clearing-Stelle hinterlegen muss, um potenzielle Verluste abzusichern und das Kontrahentenrisiko zu minimieren | |
| Futures Style Verfahren | Eine Methode zur Abrechnung von Optionskontrakten im Futures-Stil, bei der Gewinne und Verluste täglich mark-to-market verbucht und die Margin angepasst werden, anstatt die Prämie erst bei Ausübung oder Verfall zu zahlen | |
| FWB® | Wofür steht die Abkürzung FWB und was verbirgt sich dahinter? | |