Wirtschafts- & Börsenlexikon Börsen- und Finanzbegriffe von A bis Z

4515 Begriffe
Begriff Thema
Laufzeitfonds Die Investmentfonds mit festgelegter Laufzeit, die nach Ablauf der vereinbarten Periode aufgelöst werden und das angelegte Kapital einschließlich erwirtschafteter Erträge an die Anleger zurückzahlen, um eine planbare Anlagedauer zu gewährleisten
Listed Diversified Return Securities (LDRS) Die börsennotierten Wertpapiere, die durch eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen oder Strategien ausgewogene Erträge anstreben und Anlegern eine diversifizierte Renditequelle mit transparenter Handelbarkeit bieten
Leasingfonds Ein Investmentfonds, der vorwiegend in Leasingobjekte wie Fahrzeuge, Maschinen oder Immobilien investiert und Erträge aus regelmäßigen Leasingraten sowie möglichen Restwertverkäufen erzielt, um Anlegern eine indirekte Teilhabe am Leasingmarkt zu bieten
Lebensphasenmodell Ein Ansatz in der Finanzplanung, der die Vermögensanlage an die verschiedenen Lebensabschnitte wie Berufseinstieg, Familienphase oder Ruhestand anpasst und Risikobereitschaft, Zeithorizont sowie Ertragsziele entsprechend ausrichtet
Lebensversicherungs-Zweitmarkt Der Markt, auf dem bestehende Lebensversicherungspolicen vor Ablauf von Investoren erworben werden, wobei Verkäufer eine sofortige Barabfindung erhalten und Käufer die künftigen Versicherungsleistungen sowie Prämienzahlungen übernehmen
Leerstandsquote Der prozentuale Anteil ungenutzter oder unvermieteter Flächen an der gesamten verfügbaren Immobilienfläche in einem Gebäude, Portfolio oder regionalen Markt, der die Auslastung und die aktuelle Nachfragesituation widerspiegelt
Leibrente Die regelmäßige, lebenslange Zahlung eines Versicherers oder Vertragspartners an eine Person, die meist gegen eine einmalige Einlage oder laufende Beiträge erfolgt und der Absicherung des Einkommens im Alter dient
Leistungsbilanz Eine Zusammenfassung der laufenden Transaktionen eines Landes mit dem Ausland, die Warenhandel, Dienstleistungen, primäre Einkommen sowie laufende Übertragungen umfasst und den Saldo der realwirtschaftlichen Austauschbeziehungen abbildet
Leitbörse Eine führende Börse, die als zentraler Handelsplatz und Preismaßstab für ein Land oder eine Region fungiert, maßgeblich die Kursentwicklung anderer Handelsplätze beeinflusst und hohe Liquidität sowie internationale Bedeutung aufweist
Leitkurs Ein von einer Zentralbank festgelegter Zinssatz, der als maßgebliche Orientierung für andere Marktzinsen dient und die geldpolitische Steuerung des gesamten Finanzsystems beeinflusst
Letter of Credit (LC) Ein von einer Bank im Auftrag des Käufers ausgestelltes Dokument, das die Zahlung an den Verkäufer bei Erfüllung bestimmter Liefer- und Dokumentenbedingungen garantiert und im internationalen Handel das Ausfallrisiko minimiert
Letter of Intent (LoI) Ein vorläufiges Dokument, das die Absicht zweier Parteien zur Durchführung eines Geschäfts oder einer Transaktion festhält, wesentliche Eckpunkte skizziert und als Grundlage für weitere Verhandlungen dient, ohne in der Regel rechtlich bindend zu sein
Letzter Handelstag Ein Tag, an dem ein Wertpapier, Derivat oder Kontrakt letztmalig an einer Börse gehandelt werden kann, bevor er ausläuft, fällig wird oder vom Markt genommen wird und die Handelsmöglichkeit endgültig endet
Liquidationswert Ein Wert, der den erwarteten Erlös aus der schnellen Veräußerung von Vermögenswerten unter Zwangsbedingungen mit Preisabschlägen angibt und meist deutlich unter dem regulären Marktwert liegt
Liquide Mittel Ein Bestand an Bargeld, Bankguthaben und anderen kurzfristig ohne Wertverlust in Zahlungsmittel umwandelbaren Vermögenswerten, der die unmittelbare Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens oder Haushalts sicherstellt
Liquider Markt Ein Markt mit hohem Handelsvolumen, engen Geld-Brief-Spannen und der Möglichkeit, auch große Orders ohne nennenswerte Preisveränderungen rasch und kostengünstig auszuführen
Liquidierbarkeit Die Eigenschaft eines Vermögenswertes, rasch und ohne wesentliche Preisabschläge in Zahlungsmittel umgewandelt werden zu können, die von hohem Handelsvolumen, enger Geld-Brief-Spanne und Markttiefe bestimmt wird
Long Spread Eine Optionskombination aus dem gleichzeitigen Kauf einer Option mit höherem innerem Wert oder Delta und dem Verkauf einer weiteren mit abweichendem Ausübungspreis, die netto einen Kapitaleinsatz erfordert und von einer moderaten Kursbewegung des Basiswerts in die erwartete Richtung mit begrenztem Risiko profitiert
Longposition Eine Haltung eines Wertpapiers, Derivats oder anderen Finanzinstruments in Erwartung steigender Kurse, bei der Gewinne aus Preissteigerungen realisiert werden und das volle Abwärtsrisiko getragen wird
Lookback Optionsschein Eine Optionsform, bei der die Auszahlung am höchsten oder niedrigsten Kurs des Basiswerts während der gesamten Laufzeit bemessen wird und dem Inhaber die Möglichkeit bietet, von extremen Preisbewegungen unabhängig vom Endkurs zu profitieren
M-DAX Ein Aktienindex, der die Kursentwicklung von fünfzig mittelgroßen Unternehmen an der Frankfurter Börse abbildet, die nach Marktkapitalisierung und Börsenumsatz ausgewählt werden und nicht zum Hauptindex gehören
Marktenge Ein Zustand auf einem Finanzmarkt bei dem geringes Handelsvolumen und wenige aktive Teilnehmer zu großen Preisspannen zwischen Angebot und Nachfrage sowie erschwerten Transaktionen großer Volumina führen
Marktgängigkeit Eine Eigenschaft eines Finanzinstruments die dessen einfache und kostengünstige Handelbarkeit in großen Volumina ohne signifikante Preisveränderungen beschreibt und durch hohes Handelsvolumen enge Spreads sowie viele aktive Teilnehmer gekennzeichnet ist
Marktkapitalisierung Eine zentrale Kennzahl im Aktienmarkt, die den Gesamtwert eines Unternehmens an der Börse widerspiegelt und Investoren hilft, Unternehmen nach Größe zu klassifizieren und Risiko sowie Liquidität besser einzuschätzen
Marktkapitalisierung pro Mitarbeiter Eine wichtige Kennzahl zur Einschätzung der Produktivität und Effizienz eines Unternehmens
Marktkapitalisierung zu Umsatz (Price-to-Sales Ratio) Eine wichtige Bewertungskennzahl, insbesondere für Unternehmen mit noch geringen oder negativen Gewinnen
Marktsegment Ein wesentliches Instrument im Finanzwesen, um den Handel und die Investitionstätigkeit zu strukturieren und zu organisieren
Markttechnik Eine Analysemethode die historische Kursverläufe Volumendaten und andere Marktsignale mit Charts Indikatoren und Preis Mustern auswertet um Trends potenzielle Wendepunkte sowie Handelsentscheidungen in Finanzmärkten abzuleiten
Markt-Timings Eine Anlagestrategie die versucht durch Vorhersage von Kursbewegungen optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Wertpapiere oder andere Vermögenswerte zu bestimmen um höhere Renditen als bei einer Buy-and-Hold-Strategie zu erzielen
Marktusancen (Handelsbräuche) Eine Reihe etablierter ungeschriebener Regeln und Gepflogenheiten in Finanz- und Handelsmärkten die den standardisierten Ablauf von Transaktionen ohne explizite vertragliche Festlegung erleichtern und die Erwartungen der Teilnehmer prägen
Matching im Finanzwesen Ein Verfahren im Finanzwesen das Zahlungsströme Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Laufzeit Volumen und Risikoprofil aufeinander abstimmt um Zinsänderungs- und Liquiditätsrisiken zu minimieren sowie eine stabile Bilanzstruktur zu gewährleisten
Materialaufwand Ein Aufwandsposten in der Gewinn- und Verlustrechnung der den Verbrauch von Rohstoffen Hilfs- und Betriebsstoffen sowie bezogenen Waren in einer Abrechnungsperiode erfasst und so die direkten Herstellungskosten eines Unternehmens abbildet
Marché à Terme International de France (MATIF) Ein französischer Terminmarkt der den standardisierten Handel mit Futures Kontrakten auf Rohstoffe Währungen Zinsen und Indizes ermöglicht und als Plattform für Absicherung sowie Spekulation dient
Maximaler Ertrag (Wirtschaft und Finanzen) Ein ökonomischer oder finanzwirtschaftlicher Wert der den höchstmöglichen Gewinn oder Output aus eingesetzten Ressourcen Kapital oder Produktionsfaktoren unter gegebenen Bedingungen und Kosten darstellt und durch Optimierung erreicht wird
Maximaler Verlust (Wirtschaft und Finanzen) Ein ökonomischer oder finanzwirtschaftlicher Wert der den höchstmöglichen negativen Ausgang bei einer Investition einer Position oder einem Geschäft unter Berücksichtigung aller Risikofaktoren quantifiziert und als Grundlage für Risikomanagement dient
McClellan-Oszillator Ein technischer Marktindikator der die Differenz zwischen der Anzahl steigender und fallender Wertpapiere mit zwei exponentiellen gleitenden Durchschnitten glättet um die Breite von Trends und potenzielle Umkehrpunkte in Aktienindizes zu messen
Measuring Gap Eine Kurslücke inmitten eines Trends, die als Messlücke dient, um das potenzielle Preisziel durch Verdopplung der vorangegangenen Bewegung zu prognostizieren und die Trendstärke zu quantifizieren
Medium-Term Note (MTN) Ein Schuldtitel mit einer Laufzeit von meist einem bis zehn Jahren der von Unternehmen oder öffentlichen Emittenten kontinuierlich ausgegeben wird um mittelfristiges Kapital aufzunehmen und flexible Konditionen für Investoren bietet
Merchant Banking Ein Geschäftsbereich von Kreditinstituten der Unternehmen bei Kapitalbeschaffung Emissionsbegleitung Fusionen Akquisitionen sowie internationaler Handels- und Projektfinanzierung berät und entsprechende Transaktionen strukturiert und durchführt
Merger Ein Zusammenschluss von zwei oder mehreren Unternehmen zu einer neuen rechtlichen und wirtschaftlichen Einheit bei dem Vermögen Verbindlichkeiten sowie Anteile übertragen werden um Synergien zu realisieren und Wettbewerbsvorteile zu schaffen
Mezzanine-Kapital Eine Finanzierungsoption für Unternehmen, die eine flexible und nicht verwässernde Finanzierungsquelle suchen
Money Flow Index (MFI) Ein technischer Momentum-Indikator der Preis- und Volumendaten kombiniert um überkaufte oder überverkaufte Zustände an Finanzmärkten zu identifizieren und Divergenzen zwischen Kursentwicklung und Geldfluss aufzudecken