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6 Billionen in Sicht

Nvidia trotzt AMD-Offensive mit Rekordhoch 06.10.2026, 14:04 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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NVIDIA 214,38 EUR +0,57 % Baader Bank
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Der Chipkonzern aus Kalifornien eilt von Rekord zu Rekord. Am Montag schloss die Nvidia-Aktie an der Wall Street gut 2 Prozent höher bei 238,90 Dollar und damit so hoch wie nie – bis zu einem Börsenwert von 6 Billionen Dollar fehlen nur noch knapp 4 Prozent. Im deutschen Handel notiert das Papier am Dienstagmittag bei 214,08 Euro rund 0,3 Prozent fester, obwohl Erzrivale AMD zeitgleich eine Angebotsoffensive im KI-Geschäft ankündigt. Unter Anlegern herrscht Aufbruchstimmung.

Aktie lässt lange Seitwärtsphase hinter sich

Getragen wird der Lauf von den anhaltend hohen Investitionen in KI-Rechenzentren. Im zweiten Quartal setzte Nvidia 96,2 Milliarden Dollar um, für das laufende Quartal stellt der Konzern 105,8 bis 110,1 Milliarden Dollar in Aussicht. Zusätzlich hat das Unternehmen Aktienrückkäufe von bis zu 150 Milliarden Dollar genehmigt. In Euro gerechnet hat das Papier binnen einer Woche gut 6 Prozent zugelegt, auf Jahressicht rund ein Drittel.

Charttechnisch orientierte Anleger sehen darin den lange erwarteten Ausbruch. Mehrere verweisen darauf, dass die Aktie eine monatelange Konsolidierung nach oben aufgelöst habe. Angesichts des nervösen Marktumfelds sei dieser Schritt sogar eher spät gekommen, so die Lesart. Als echte Bestätigung gälte allerdings erst ein kräftig anziehendes Handelsvolumen, das auch den übrigen Chipsektor mitzieht, lautet ein Einwand; bislang bewege sich der Umsatz nur knapp über dem Durchschnitt. Der Grundton bleibt dennoch zuversichtlich.

AMD will 2027 deutlich mehr Chips liefern

Für Bewegung in der Branche sorgt der wichtigste Verfolger. AMD-Chefin Lisa Su kündigte am Dienstag in Taipeh an, das Angebot im kommenden Jahr erheblich auszuweiten, nachdem es bereits 2026 gesteigert worden sei. Die Nachfrage sei auf Jahre hinaus sehr hoch, dafür brauche der Konzern zusätzliche Kapazitäten bei modernen Wafern. Su traf dazu den Auftragsfertiger Foxconn, zudem stimmt sich AMD mit TSMC sowie den Speicherherstellern Samsung und SK hynix ab. AMD gilt als engster Konkurrent von Nvidia bei KI-Prozessoren und ist inzwischen selbst mehr als eine Billion Dollar wert. Die AMD-Aktie legt hierzulande gut 1 Prozent auf 569,30 Euro zu.

Auf Aktionärsseite von Nvidia sorgt die Ankündigung des Konkurrenten bislang kaum für Unruhe – im Mittelpunkt stehen Chartbild und Bewertung, nicht der Wettbewerb. Die Nachrichtenlage wird vielmehr als zusätzlicher Rückenwind gedeutet, neben Charttechnik und saisonalem Muster. Entsprechend gelassen fällt der Blick auf den Rivalen aus.

Skeptiker warnen vor einem Abverkauf

Ganz ohne Risiken ist der Höhenflug nicht: Neben AMD drängen auch große Cloud-Anbieter wie Amazon und Google mit eigenen Chips in den Markt, zudem wird über eine mögliche Überbewertung im KI-Sektor diskutiert. Unter Aktionären findet diese Sorge durchaus Widerhall. Weitere große Kurssprünge seien übertrieben, früher oder später dürfte auf den steilen Anstieg ein Rücksetzer folgen, heißt es von Skeptikern. Kurs-Optimisten halten dagegen:

Natürlich geht es nicht jeden Tag hoch aber unter 180 Euro kann ich mir so schnell nicht mehr vorstellen.

Hinzu kommt der Blick auf die Währung: Der Dollar habe sich gegenüber dem Euro zuletzt spürbar erholt, was die Kursgewinne für hiesige Anleger zusätzlich stütze. Ob Nvidia als erstes Unternehmen die Marke von 6 Billionen Dollar knacken könnte, dürfte auch davon abhängen, wie schnell die Konkurrenz ihre Kapazitäten tatsächlich ausbaut. Unterm Strich überwiegt damit der Optimismus – getrübt nur von der Sorge, dass der Lauf zu schnell gekommen sein könnte.

Bn-Redaktion/sb
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