BYD rutscht ab

Erste Umsatzdelle seit fünf Jahren 02.10.2025, 19:43 Uhr Jetzt kommentieren: 0

BYD rutscht ab: Erste Umsatzdelle seit fünf Jahren
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Umsatz- und Absatzentwicklung

BYD, mit über 3 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2024 der größte E-Auto-Produzent der Welt, musste im dritten Quartal 2025 einen Umsatzrückgang von rund 4 % auf 201,4 Milliarden Yuan (etwa 25,6 Milliarden EUR) verkraften. Dies ist die erste Umsatzdelle seit dem Jahr 2020. Der Nettogewinn sank gleichzeitig um 6 % auf 10,3 Milliarden Yuan (1,3 Milliarden EUR).

Besonders deutlich wird die Schwäche im Inland: Die Verkäufe in China gingen im September um 8 % zurück. Es war der erste monatliche Absatzrückgang seit 19 Monaten.

Ursachen: Preiskrieg und Abkühlung in China

Die Hauptursache liegt im verschärften Preiskampf auf dem Heimatmarkt. Rivalen wie Tesla, Xpeng und Nio haben mit massiven Rabatten gegengehalten, nachdem BYD selbst im Frühjahr Preissenkungen eingeleitet hatte. Laut Business Insider hat dieser „E-Auto-Krieg“ in China die Margen aller Hersteller massiv unter Druck gesetzt.

Analysten sehen darin weniger ein BYD-spezifisches Problem als vielmehr ein Zeichen für eine Marktsättigung in China. Während die Wachstumsraten früher zweistellig waren, prognostiziert die China Passenger Car Association (CPCA) für 2025 nur noch ein Marktwachstum von 3 %.

Auslandsgeschäft als Hoffnungsträger

Trotz der Schwäche im Inland konnte BYD seine Exportoffensive fortsetzen. In den ersten acht Monaten des Jahres wurden bereits über 800.000 Fahrzeuge ins Ausland verkauft, ein Plus von fast 60 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark wuchs das Geschäft in Europa, Südamerika und Südostasien.

Zudem erhielt ein BYD-geführtes Konsortium in Singapur den Zuschlag für ein Pilotprojekt mit autonomen Bussen im öffentlichen Verkehr. Solche Projekte könnten langfristig neue Geschäftsfelder eröffnen.

Kursbewertung und Analystenstimmen

Der Kurs von 12 EUR spiegelt die Unsicherheit wider. Im Vergleich zum Jahreshoch von 17,40 EUR hat die Aktie fast 30 % verloren. Das KGV liegt aktuell bei etwa 19, womit BYD zwar günstiger bewertet ist als Tesla (KGV > 50), aber unter stärkerem Wachstumsdruck steht.

Analysten sind geteilter Meinung: Während Goldman Sachs auf die Exportdynamik verweist und ein Kursziel von 15 EUR ausgibt, warnt Bernstein Research vor einer möglichen Margenfalle, sollte der Preiskrieg in China länger anhalten.

Zukunftsausblick

Die nächsten Monate werden entscheidend: Kann BYD seine Margen stabilisieren und gleichzeitig die Exportquote – derzeit bei etwa 20 % der Gesamtverkäufe – weiter steigern? Nur dann könnte das Unternehmen den Druck aus dem Heimatmarkt kompensieren.

Community-Stimmung

Im Börsennews-Forum zeigen sich die Anleger gespalten. Einige sehen die aktuelle Kursdelle als Einstiegschance: „BYD ist globaler Marktführer – das Auslandsgeschäft wird China ausgleichen.“ Andere warnen: „Der Preiskrieg frisst die Gewinne, und die Aktie könnte weiter fallen.“ Insgesamt herrscht eine verhalten abwartende Stimmung, geprägt von Unsicherheit über die kurzfristige Entwicklung, aber auch von Vertrauen in die langfristige Stärke des Unternehmens.

Bn-Redaktion/pl
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