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Fed-Chef macht Mut

DAX klettert über 25600 Punkte 16.10.2026, 11:04 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Fed-Chef macht Mut: DAX klettert über 25600 Punkte
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Ausgerechnet die Zurückhaltung des US-Notenbankchefs hat den deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss beflügelt. Der DAX kletterte am Freitagvormittag über die Marke von 25.600 Punkten und notierte zuletzt bei rund 25.630 Punkten – knapp ein Prozent über dem Schlusskurs vom Donnerstag. Auf Wochensicht zeichnet sich damit ein Plus von rund zwei Prozent ab, obwohl überraschend hohe US-Inflationsdaten zur Wochenmitte die Kurse weltweit noch belastet hatten. Unter Anlegern mischt sich die Erleichterung allerdings mit Misstrauen.

Warsh legt sich bei den Zinsen nicht fest

Fed-Chef Kevin Warsh äußerte sich in einer Rede nicht konkret zur Geldpolitik. Er wolle den Sitzungen im Oktober und Dezember nicht vorgreifen, hieß es. Aus Marktsicht sank damit die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung noch in diesem Monat wieder deutlich. Hinzu kam ein positives Signal zur künstlichen Intelligenz: Investitionen in diesen Bereich stützten die US-Wirtschaft stark, KI wirke wie ein positiver Angebotsschock. Das nahm den Sorgen, die milliardenschweren KI-Investitionen könnten sich nicht auszahlen, zumindest vorübergehend die Schärfe.

Aus Anlegersicht lassen sich dieselben Sätze allerdings auch ganz anders lesen. Dass der Notenbankchef sich für den Rest des Jahres nicht festlegen will, klinge alles andere als beruhigend, lautet der Einwand. Dagegen wird gehalten, Warsh habe von Beginn an keine Prognosen abgegeben – verständlich, solange sich die Lage bei den Energiepreisen täglich ändere. Gefeiert habe die Börse die Worte trotzdem. Die Stimmung bleibt bei diesem Punkt gespalten.

Rüstungswerte und Commerzbank ziehen den Leitindex

Dass die KI-Schwäche der Vortage im DAX nur begrenzt Spuren hinterließ, liegt an seiner Zusammensetzung: Der Leitindex ist vor allem von klassischen Branchen geprägt. In den ersten Handelsminuten lagen die Rüstungswerte Rheinmetall, Renk und Hensoldt mit Gewinnen von gut zweieinhalb Prozent weit vorn. Commerzbank gewannen knapp ein Prozent auf 38,24 Euro, nachdem die EZB-Bankenaufsicht Unicredit grünes Licht gegeben hatte, die im Sommer per Tauschangebot gesicherten Commerzbank-Aktien in eigene Anteile umzuwandeln. Noch kräftiger ging es in der zweiten Reihe nach oben: Der MDAX legte um 1,5 Prozent auf gut 30.770 Punkte zu.

Auf Aktionärsseite deckt sich das mit dem Eindruck der vergangenen Tage, in denen Rheinmetall bereits eine starke Entwicklung gezeigt habe. Mit Verwunderung wird dagegen registriert, dass ausgerechnet der DAX vorneweg läuft, während der Nasdaq 100 vorbörslich auf der Stelle tritt. Der Ton ist hier eher abwartend als euphorisch.

Verfallstag lässt Chartmarken verblassen

Rückenwind lieferten auch leicht nachgebende Anleiherenditen und Ölpreise. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zuletzt gut 105 Dollar, umgerechnet rund 94 Euro, und damit etwas weniger als am Vortag – der Konflikt um die Straße von Hormus hält den Preis aber weiter auf hohem Niveau. Zudem fällt der Kursanstieg auf den monatlichen Verfallstag an den Terminbörsen, an dem Optionen und Futures abgerechnet werden.

Auf Anlegerseite wird die Bewegung deshalb mit Vorsicht gelesen:

An einem Abrechnungstag werden sowieso Charttechnik / Marken usw. z.T. ausgeblendet bzw. ignoriert. […] Nach 13 Uhr bzw. ab Montag gehts dann wieder "normal" weiter.

Unter Aktionären bleibt zudem Skepsis, ob der Schwung trägt. Den Anstieg in dieser Stärke habe man nicht erwartet, heißt es, und bei europäischen Preisdaten am späten Vormittag rechne man nicht mit guten Zahlen. Bei höheren Ständen dürften zudem Gewinne mitgenommen werden. Ob die Erholung über das Wochenende hinaus Bestand haben könnte, dürfte damit vor allem vom weiteren Kurs der Fed abhängen – die Anleger-Stimmung schwankt zwischen Erleichterung über die Atempause und dem Verdacht, dass sie nur von kurzer Dauer sein könnte.

Bn-Redaktion/sb
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