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Nasdaq-Absturz

DAX sackt unter 26000 Punkte 06.11.2026, 10:34 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Nasdaq-Absturz: DAX sackt unter 26000 Punkte
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Nur einen Tag nach seinem Höchststand hat der DAX die Marke von 26.000 Punkten wieder aufgegeben. Der Leitindex notierte am Freitagmorgen bei rund 25.880 Punkten und damit gut 800 Punkte unter dem Donnerstagshoch von 26.692 Zählern. Auslöser ist der schwerste Einbruch der US-Technologiewerte seit dem Corona-Crash im März 2020. Unter Anlegern ist der Ton entsprechend nervös.

Chipwerte reißen die Wall Street mit

Der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 hatte am Donnerstag 6,4 Prozent verloren, der Halbleiterindex SOX brach um mehr als 12 Prozent ein. Auch der marktbreite S&P 500 erlebte seinen schwärzesten Tag seit April 2025, der Dow Jones gab rund 3,4 Prozent nach. Hintergrund sind die Wahlerfolge der Demokraten bei den Zwischenwahlen: Am Markt wächst die Sorge, dass der Ausbau neuer Rechenzentren in den USA gebremst werden könnte. In mehreren Bundesstaaten stimmten Wähler über Vorhaben ab, die den Bau solcher Anlagen verlangsamen sollen, viele davon wurden angenommen. In Texas, einem der wichtigsten Standorte für neue Rechenzentren, gewann eine Gouverneurskandidatin, die einen sofortigen Baustopp fordert. Getroffen hat das vor allem die Chipwerte, die bislang als größte Profiteure des KI-Booms galten. Marktbeobachter sehen damit ein lange befürchtetes Klumpenrisiko verwirklicht: Wenige Tech-Schwergewichte ziehen die großen Indizes mit nach unten.

Wie stark der Druck über Nacht nach Asien durchschlug, wurde unter Anlegern genau verfolgt. In Südkorea, wo die Chiphersteller Samsung und SK hynix den Markt belasteten, wurde der Handel zeitweise ausgesetzt; der japanische Nikkei sackte um mehr als 5 Prozent ab. Verschärft worden sei der Ausverkauf durch Zwangsverkäufe großer Hedgefonds, die bei KI-Aktien hohe Verluste erlitten hätten, wird zudem argumentiert. Mehrere Anleger rechnen deshalb nicht mit einer schnellen Beruhigung, die Stimmung ist gedrückt.

Frankfurt holt den Rückschlag nach

Der DAX hatte am Donnerstag zunächst noch das Rekordhoch markiert, bevor die Schwäche an der Wall Street einsetzte und ihn mit 0,4 Prozent Minus bei 26.325 Punkten aus dem Xetra-Handel schickte. Am Freitag setzte sich die Abwärtsbewegung fort: Nach einem Start bei 26.117 Punkten rutschte der Index bis auf 25.868 Zähler. Zusätzlich lastete Daimler Truck auf dem Index – trotz eines starken Nordamerika-Geschäfts verlor die Aktie gut 5 Prozent auf rund 39,30 Euro, nachdem das Minus vorbörslich noch bei gut 1 Prozent gelegen hatte.

Charttechnisch orientierte Anleger hatten die Zone um 25.930 bis 25.950 Punkte als Unterstützung im Blick – sie ist inzwischen unterschritten. Als nächste Marke wird eine Kurslücke vom 3. November bei gut 25.860 Punkten genannt, darunter folgten weitere Haltebereiche bis in die Region um 25.700 Punkte. Ein wichtiges Rücksetzziel der jüngsten Aufwärtsbewegung sei mit dem Rutsch bereits abgearbeitet; ein erneuter Test der Tiefs und eine weitere Etage abwärts werden aber nicht ausgeschlossen. Der Ton bleibt abwartend.

US-Chipwerte wagen die Gegenbewegung

Bemerkenswert ist, dass sich die Auslöser des Ausverkaufs bereits stabilisieren, während der DAX noch nachgibt. Der Nasdaq 100 wurde am Morgen außerbörslich rund 0,8 Prozent über seinem Schlussstand von gut 26.600 Punkten taxiert. Im deutschen Handel gewannen Nvidia rund 2,5 Prozent auf gut 166 Euro, AMD legte gut 3,5 Prozent zu. Auf Wochensicht bleiben die Schäden allerdings deutlich: Nvidia liegt rund 11 Prozent unter dem Stand vom vergangenen Freitag, AMD sogar um rund 20 Prozent.

Aus Anlegersicht stellt sich damit die Frage nach der Nachhaltigkeit dieser Erholung. Schon in der Nacht war die Erholung der US-Futures vom Tief aufmerksam registriert worden. Auf eine Gegenreaktion, die zumindest einen Teil der Vortagesverluste aufholt, setzen vor allem jene, die nach einem derart heftigen Tag einen Gegenimpuls für überfällig halten.

Ich persönlich rechne mit einer Gegenreaktion … Natürlich wird eine zweite Welle kommen bezüglich Abverkauf. Eher aber erst heut Abend oder nächste Woche.

Skeptiker halten dagegen: Nachdem am Vortag noch nahezu alle auf steigende Kurse gesetzt hätten, sei der Abverkauf womöglich noch nicht ausgestanden. Zudem erschwerten geopolitische Risiken eine rasche Erholung.

Arbeitsmarktbericht als nächste Bewährungsprobe

Ob die Gegenbewegung der US-Techwerte bis nach Frankfurt durchdringt, könnte sich am Nachmittag entscheiden. Um 14:30 Uhr deutscher Zeit stehen die US-Arbeitsmarktdaten für Oktober an, die neue Hinweise auf den Zinskurs der US-Notenbank liefern dürften. Auf Anlegerseite wird zusätzlich auf mögliche Ankündigungen aus Washington zu Russland und zum Iran verwiesen, die den Handel kurzfristig bewegen könnten. Die Anleger-Stimmung schwankt damit zwischen der Hoffnung auf eine technische Erholung und der Sorge, dass der Tech-Ausverkauf erst die erste Welle war.

Bn-Redaktion/sb
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