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Porsche-Chef Leiters zieht in China die Bremse 07.10.2026, 09:24 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Höchstens noch jedes zehnte Auto will Porsche künftig in China verkaufen. Auf dem Kapitalmarkttag im Entwicklungszentrum Weissach hat Konzernchef Michael Leiters die Strategie „Sportwagenschmiede '35“ vorgestellt – ein Programm aus harten Kostenschnitten, weniger Volumen und mehr Luxus. An der Börse kommt der Kurswechsel gut an: Die Vorzugsaktie der Porsche AG legt am Vormittag um rund 3,4 Prozent auf 43,77 Euro zu.

China-Anteil schrumpft von 35 auf 10 Prozent

Im Spitzenjahr 2020 gingen noch knapp 35 Prozent aller Porsche-Fahrzeuge in die Volksrepublik, 2025 waren es nur noch knapp 15 Prozent – die absolute Zahl hat sich mehr als halbiert. Lokale Hersteller drängen mit aggressiven Preisen in den Markt, zugleich sitzt bei wohlhabenden Chinesen das Geld wegen der Immobilienkrise weniger locker. Leiters beschreibt den Wettbewerb als Preiskampf, der sich selbst zerstöre und auf Dauer auch für chinesische Anbieter nicht tragbar sei. Peking versucht zwar seit Ende 2025, die Rabattschlacht der heimischen Autobauer einzudämmen – Porsche plant für China dennoch konservativ.

Statt Volumen hinterherzulaufen, setzt der Hersteller auf profitable Nischen. Das Händlernetz soll bis Jahresende von einst mehr als 150 auf etwa 75 bis 80 Standorte schrumpfen. Aufgeben wolle man den größten Automarkt der Welt aber nicht: Da Porsche dort weder an Gemeinschaftsunternehmen noch an Produktionszusagen gebunden ist, ließe sich der Absatz bei einer Erholung wieder hochfahren.

Fertigung soll bis zu 30 Prozent billiger werden

Parallel setzt der seit Januar amtierende Konzernchef den Rotstift an. Die Entwicklungskosten für künftige Baureihen sollen um bis zu 20 Prozent sinken, die Personalkosten in der Fertigung mittelfristig um bis zu 30 Prozent, die Vertriebskosten um 20 Prozent und die Materialeinzelkosten um rund zehn Prozent. Managementpositionen werden um 40 Prozent reduziert, die Belegschaft insgesamt mittelfristig um ein Viertel. Mit der Arbeitnehmerseite ist bereits der Abbau von rund 9.000 Stellen vereinbart, im Gegenzug gilt eine Standortsicherung für die Stammbelegschaft bis 2035. Die Anteile an Bugatti Rimac sind verkauft, für die Beratungstochter MHP ist ein Verkauf unterzeichnet.

Gewinnschwelle soll unter 200.000 Autos fallen

Kern des Umbaus ist eine deutlich niedrigere Gewinnschwelle: Schon mit weniger als 200.000 Fahrzeugen soll Porsche profitabel arbeiten, nachdem viele Strukturen zuletzt auf rund 350.000 Autos ausgelegt waren. Der Anteil besonders teurer Modelle soll von etwa einem Drittel auf fast die Hälfte steigen, der Durchschnittspreis der 10.000 teuersten verkauften Fahrzeuge bis 2030 von 270.000 auf 330.000 Euro. Vorgesehen sind etwa ein SUV oberhalb des Cayenne und ab 2028 ein neues SUV im B-Segment mit Verbrenner und Plug-in-Hybrid.

Mittelfristig peilt Porsche eine operative Umsatzrendite von 10 bis 15 Prozent an – nach 7,8 Prozent im ersten Halbjahr 2026 – sowie einen Umsatz von 41 bis 45 Milliarden Euro (2025: 36,4 Milliarden Euro). Ob das gelingt, dürfte auch vom Gegenwind durch US-Zölle und die verhaltene Nachfrage nach Elektromodellen abhängen. Zusammen mit den Milliardenkosten für die Rückkehr zu mehr Verbrennern hatten sie den Nettogewinn 2025 um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro einbrechen lassen.

Aktie macht rund die Hälfte des Jahresminus wett

Die im MDax notierte Vorzugsaktie kletterte im frühen Handel bis auf 44,66 Euro und machte damit in etwa die Hälfte ihrer bisherigen Jahresverluste wett. Im Wochenvergleich liegt das Papier allerdings noch gut 3 Prozent im Minus. Bei der US-Bank JPMorgan hieß es, mit den Umsatzzielen setze das Management vor allem auf höhere Preise und einen größeren Anteil teurer Fahrzeuge; die Aussichten bei der Cash-Generierung dürften Ausschüttungen an die Aktionäre stützen – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Empfehlung.

Auch verbundene Werte ziehen an: Die Vorzüge von Volkswagen gewinnen 2,1 Prozent auf 70,12 Euro, die Holding Porsche SE steigt um 2,7 Prozent auf 25,08 Euro. Die Krise der Sportwagentochter hatte zuletzt auch die Zahlen der Konzernmutter belastet.

Bn-Redaktion/sb
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