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Aktienrückkauf

Nvidia zieht nach Milliardenprogramm an 28.09.2026, 17:54 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Nvidia stemmt sich mit einer Rekord-Aufstockung seines Rückkaufprogramms gegen den schwachen Techsektor. Der Chipkonzern will zusätzlich eigene Aktien im Wert von 150 Milliarden US-Dollar erwerben. Das Papier notiert am frühen Abend bei 202,18 Euro und damit 2,3 Prozent im Plus, in der Spitze ging es bis auf 205,15 Euro – den höchsten Stand seit einem Jahr. Bei Aktionären kommt der Schritt gut an.

235 Milliarden Dollar bis 2028

Mit der Erhöhung wächst das genehmigte Programm auf insgesamt 235 Milliarden US-Dollar, umgesetzt werden soll es bis zum Geschäftsjahr 2028. Vorstandschef Jensen Huang begründete den Schritt mit der Zuversicht in die langfristigen Chancen des Konzerns.

Auf Aktionärsseite kam der Kurssprung am frühen Nachmittag zunächst überraschend, die Ursache sprach sich erst nach und nach herum. Seitdem überwiegt die Zustimmung. Im Vergleich zu einer Dividende sei der Rückkauf das bessere Instrument, lautet ein Argument – zumal der Anteil jedes verbleibenden Eigentümers am Unternehmen dadurch automatisch steige.

Ach wie schön, ohne selbst weitere Zukäufe zu tätigen, erhält man Stück für Stück mehr vom Unternehmen.

Ganz ohne Haken ist diese Rechnung allerdings nicht: Formal handelt es sich um eine Ermächtigung ohne feste Verpflichtung, ihre volle Wirkung entfaltet ein Rückkauf erst mit der Umsetzung. Auf diesen Punkt wird unter Anlegern ausdrücklich hingewiesen.

Chipwerte leiden unter OpenAI-Pause

Zahlreiche Technologiewerte gerieten am Montag unter Druck, nachdem der ChatGPT-Entwickler OpenAI nach einem Zwischenfall das Training seiner leistungsstärksten KI-Modelle ausgesetzt hatte. Der Speicherchip-Hersteller Micron Technology verlor 3,6 Prozent auf 916,40 Euro, Oracle gab 3,8 Prozent auf 115,84 Euro nach, Meta Platforms büßte 4,0 Prozent ein. Infineon lag mit 0,4 Prozent im Minus bei 56,77 Euro, in Seoul war SK hynix zuvor um mehr als vier Prozent abgerutscht.

Hinzu kam ein Medienbericht, wonach Chinas Behörden heimischen Konzernen wie Alibaba den Kauf von Nvidia-Chips des Typs RTX Pro 5500 gestatten könnten. Unter Anlegern wird diese Meldung unterschiedlich gelesen. Die skeptische Lesart: Das Hin und Her um Chipverkäufe nach China ziehe sich seit dem vergangenen Sommer, ohne Angaben zu Mengen lasse sich kaum etwas einpreisen. Dem wird entgegengehalten, dass die Nachricht diesmal unmittelbar auf das Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping folge und deshalb mehr Gewicht habe. Deutlich pessimistischer fällt eine dritte Lesart aus, die darin ein Zeichen sieht, dass auch China seine KI-Investitionen zurückfahren könnte. Mittelfristig könnte die OpenAI-Pause sogar zum Argument für Nvidia werden, heißt es wiederum: Hielten US-Anbieter ihre Spitzenmodelle aus Sicherheitsgründen zurück, müsse China selbst trainieren – und brauche dafür deutlich mehr leistungsfähige Hardware. Die Stimmung zu diesem Punkt bleibt abwartend.

Öl und Renditen als Bremsklotz

Seit Jahresbeginn hat die Nvidia-Aktie rund 20 Prozent zugelegt, im Wochenverlauf sind es gemessen am Euro-Kurs gut vier Prozent. Im August hatte der Konzern für das kommende Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 70 Prozent in Aussicht gestellt. Zugleich mehren sich die Warnungen vor einer KI-Blase, und das Umfeld bleibt schwierig: Steigende Ölpreise und anziehende Anleiherenditen lasten auf den Börsen.

Aus Anlegersicht liegt genau hier der wunde Punkt. Die Debatte um Öl und Zinsen fresse derzeit alle guten Nachrichten auf, lautet ein Einwand. Weiter reicht die Sorge, dass der Markt ohne den KI-Boom angesichts dieser Belastungen längst deutlich schwächer stünde – eine Last, die ein einzelnes Thema nicht dauerhaft tragen könne. Von einer Rally zu sprechen, sei ohnehin verfrüht: Solange der übrige Markt im Minus liege, fehle die Breite. Auch das ausgerufene Rekordhoch wird relativiert, in Euro gerechnet habe dabei der Wechselkurs mitgeholfen. Unterm Strich zeigt sich die Anleger-Stimmung zuversichtlich, aber nicht euphorisch. Neue Impulse für die gesamte Branche könnten am Mittwoch die Quartalszahlen von Micron liefern, die nach US-Börsenschluss erwartet werden.

Bn-Redaktion/sb
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