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Importlimit geplant

VW stürmt wegen China-Hybriden an DAX-Spitze 07.10.2026, 11:08 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Brüssel nimmt Hybridautos aus China ins Visier. Berichten zufolge bereitet die Europäische Union Schutzmaßnahmen vor, die die Einfuhr chinesischer Hybridfahrzeuge begrenzen sollen – und die europäischen Autowerte legen am Mittwoch spürbar zu. An der Spitze des schwächeren DAX stehen die Vorzugsaktien von Volkswagen: In der Spitze kletterten sie bis auf 72,03 Euro, zuletzt notierten sie mit einem Plus von 3,4 Prozent bei 70,96 Euro. Unter Aktionären mischt sich in die Freude allerdings die Sorge vor einer Antwort aus Peking.

Importgrenze soll Gegenschlag Pekings vermeiden

Hintergrund der geplanten Maßnahmen sind die zuletzt stark gestiegenen Verkaufszahlen von in China gebauten Hybridfahrzeugen in Europa. Die Einfuhrgrenze soll allerdings so niedrig angesetzt werden, dass Gegenmaßnahmen Chinas verhindert würden. Offiziell beschlossen ist bislang nichts.

Der Schritt wäre die nächste Stufe im Handelsstreit um chinesische Autos: Seit Herbst 2024 erhebt die EU Ausgleichszölle auf reine Elektroautos aus China. Plug-in-Hybride fallen nicht darunter – chinesische Hersteller haben ihr Europa-Geschäft seither verstärkt auf diese Antriebsart verlagert. Volkswagen-Chef Oliver Blume hatte im Sommer Zölle auch auf chinesische Plug-in-Hybride gefordert. Im September hatte Brüssel Peking dann aufgefordert, die Hybrid-Exporte freiwillig zu begrenzen, was China zurückwies.

Genau dieser Punkt sorgt auf Aktionärsseite für Skepsis. Eine Importgrenze könne wie ein Bumerang zurückkommen, lautet der Einwand – etwa dann, wenn Peking im Gegenzug den Absatz europäischer Hersteller auf dem chinesischen Markt einschränke. Der Kurssprung wird damit eher vorsichtig gelesen.

Renault und Stellantis ziehen mit

Der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts setzte seinen jüngsten Erholungskurs fort und stieg am späten Vormittag um gut ein Prozent. Besonders gefragt sind die Aktien von Renault, die ihr Plus inzwischen auf rund 5 Prozent bei 26,95 Euro ausgebaut haben. Stellantis lag zwischenzeitlich mehr als 4 Prozent vorn, zuletzt ist der Gewinn auf gut 2 Prozent bei 4,19 Euro geschrumpft. Mercedes-Benz gewann am Vormittag rund ein Prozent, BMW gab leicht nach. Mit Volkswagen zog auch die Holding Porsche SE um 3,8 Prozent auf 25,34 Euro an.

Bei Volkswagen rückt damit die Marke von 70 Euro in den Blick, die aus Anlegersicht als Boden gesehen wird, der nicht mehr unterschritten werden soll. Ob das trägt, wird allerdings bezweifelt – erst am Morgen stand das Papier noch bei gut 68 Euro. Der Ton bleibt entsprechend verhalten.

China-Geschäft schrumpft auch bei Porsche

Wie sehr sich das Kräfteverhältnis im Autohandel mit China verschoben hat, zeigte am selben Tag die VW-Tochter Porsche AG. Auf ihrem Kapitalmarkttag kündigte sie an, künftig höchstens noch ein Zehntel ihrer Fahrzeuge in der Volksrepublik verkaufen zu wollen. Die Aktie schwankte stark und notiert nach einem Anstieg von zeitweise gut 5 Prozent inzwischen knapp im Minus bei 42,21 Euro. Für Volkswagen ist das mehr als eine Randnotiz: Der Wert des VW-Anteils an Porsche lag zuletzt bei rund 29 Milliarden Euro – der gesamte Konzern bringt an der Börse nur etwa 35 Milliarden Euro auf die Waage.

Aus Anlegersicht ist der Rückzug aus China ohnehin eine Entwicklung, die sich seit Langem abzeichnet:

Weiss nicht, die Chinesen kaufen doch jetzt schon lieber ihre eigenen Autos....

Folgt man dieser Lesart, hätte ein möglicher Gegenschlag Pekings weniger Wucht, als die Warnungen vermuten lassen. Ob und wann Brüssel die Importgrenze tatsächlich beschließt, ist offen. Vor einem Jahr kostete die VW-Vorzugsaktie noch gut 91 Euro – trotz des heutigen Sprungs liegt sie damit rund 22 Prozent darunter.

Bn-Redaktion/sb
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